Erfahrung mit Gallenblasenoperationen

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mvs
Rat der 33
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25.07.2007 - 21:34


hallo leuz.

einige von euch haben in der letzten zeit sicherlich meine signatur gelesen, in der stand, dass ich im krankenhaus operieren sei. nun, ich hatte eine gallenblasenoperation wegen vielen kleinen steinen.

die gallenblase sammelt das von der leber produzierte gallensekret auf. durch einen gang gelangt dieses sekret in den zwölf-finger darm. dort, wo dieser gallengang in den darm mündet, vereinigt sich der gang mit dem gang der bauchspeicheldrüse. beide münden gemeinsam in den darm. diesen ort nennt man auch "Vater'sche Papille". wenn nun ein stein aus der galle in den gallengang wandert, und diese papille verstopft, kommt es zum einen zu einem stau der gallenflüssigkeit, zum anderen zu einem rückstau der bauchspeicheldrüsensekrete. beides ist sehr gefährlich.

bei mir hat ein gallenstein im märz zu einer bauchspeicheldrüsenentzündung geführt, welche wiederum zu starken blutdruckschwankungen, übelkeit, erbrechen und druckgefühlen in der brust führte. der stein wurde mittels endoskopie entfernt, die galle (in der noch viele kleine steine lagerten), wurde letzte woche operativ entfernt.

die operation selbst nennt sich "laparoskopische gallenblasenentfernung". bei laparoskopischen eingriffen wird nicht der bauch aufgeschnitten, sondern es werden drei bis vier "löcher" in die bauchdecke geschnitten (etwa 1-4 cm lange schnitte), durch die zum einen eine sonde mit kamera, zum anderen operationswerkzeuge eingeführt werden können. damit der operateur auch platz für die geräte hat, wird vor der operation die bauchdecke mittels einblasen eines gases unter die bauchdecke angehoben.

danach wird meist ein röntgenkontrastmittel in das mit der leber verzweigte gallengangsystem eingespritzt, um auf den röntgenbildern erkennen zu können, wie die einzelnen gänge von leber und galle verlaufen, ob noch irgendwo steine in einem gang sind, und an welchem gang nun die gallenblase sitzt.

danach werden alle zur galle führenden gänge und blutgefäße abgeklemmt, abgeschnitten und die gallenblase wird mit einem greifwerkzeug durch einen schnitt unter dem nabel entfernt. die gefäße werden mit metall- oder kunststoffclips verschlossen.

die ganze operation ist wesentlich schneller und auch leichter verträglich als ein bauchdeckenschnitt. nach einer laparoskopie kann man - wenn alles nach plan verläuft, bereits nach drei oder vier tagen wieder nach hause gehen, bei einem bauchdeckenschnitt liegt man oft 2 wochen oder mehr im krankenhaus.


ich selbst hatte nach der operation keine schmerzen, aber die narkose hat mich am ersten tag der operation und danach ziemlich "niedergemacht2. ich konnte bis mittags am tag nach der operation nicht mal sitzen, weil ich fast einen kreislaufkollaps bekommen hätte. am nachmittag gings aber dann schon wieder, und abends konnte ich alleine gehen.

die ausscheidungsfunktionen sind durch die narkose natürlich auch angeschlagen, und ich lag am zweiten tag noch 2 stunden mit der harnflasche im bett. da ich auch einige tage nicht stuhlgang hatte, musste ich so ein grauenhaftes abführmittel schlucken - das dann seine wirkung auch hervorragend tat.

anyway, jetzt ist fast eine woche vergangen, und heute geht es mir nicht besonders gut. blutdruck schwankt immer noch etwas, ich bin verspannt (das könnte aber auch am ventilator liegen), und habe leicht erhöhte temperatur.

trotzdem bin ich zuversichtlich, dass ich mich, sobald ich mich erholt habe, besser fühlen werde als zuletzt, vor der operation.

natürlich kann aber auch bei einer laparosokpie so einiges schief gehen. es könnte zum beispiel ein organ durch ein operationswerkzeug verletzt oder durchstochen werden, ein clip könnte aufgehen und eine innere blutung verursachen usf.

ich dachte nur, ich teile meine erfahrung mit euch, falls jemand vor einer operation stehen sollte.

lg
mvs
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Orakel
Rat der 33
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25.07.2007 - 21:34



Zum Thema Erfahrung mit Gallenblasenoperationen kann ich die Websites oben empfehlen.
 
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depeche
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25.07.2007 - 21:40


Beeindurckten!
Find ich gut das du den Mut hast und das hier reinstelltst und die dazu auch die Zeit nimmst!!! Alles gute weiter hin!
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"Warum begegnen Ufos immer nur Durchgeknallten?"
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mvs
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25.07.2007 - 21:47


mut? naja, ich wollte wie gesagt nur mut machen, falls jemand vor der entscheidung steht, eine operation durchführen zu lassen oder nicht. meinen ersten termin habe ich wegen depressionen selbst auch versäumt. aber da es mir einfach immer schlechter gegangen ist, war ich schließlich froh, als ich ins krankenhaus kam, und noch froher, als ich wieder rauskam icon_smile.gif

gallensteine, besonders wenn man viele davon hat, können wie allen steine zu sehr gefährlichen entzündungen führen, die auch chronisch werden können. besonders für die leber und die bauchspeicheldrüse sind gallensteine gift, wenn sie an der papille steckenbleiben und nicht entfernt werden. und da ich so viele steine hatte, waren alle ärzte einig, dass eine entfernung der ganzen blase besser sei, als immer nur endoskopisch einen nach dem anderen zu entfernen. die blase selbst braucht man ja nicht unbedingt, jetzt fließt eben der gallensaft direkt von der leber in den darm (der sich natürlich auch noch daran gewöhnen muss). ich hoffe nur, dass mein heutiges fieber bis morgen wieder sinkt. sollte es steigen, stimmt was nicht.

aber wie gesagt, ich bin sehr zuversichtlich, dass die operation die richtige entscheidung war, und die laborwerte der blutuntersuchung nach der operation zeigen zurückgehende entzündungswerte an. fieber nach einer operation ist ja nichts besonderes, aber fast eine woche später ist es etwas ungewöhnlich. dennoch bin ich guter dinge icon_smile.gif
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der Ferengi
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26.07.2007 - 10:54




mvs hat folgendes geschrieben::
... die blase selbst braucht man ja nicht unbedingt, jetzt fließt eben der gallensaft direkt von der leber in den darm ...
    Ja, wollt' ich gerade fragen als ich den oberen Teil gelesen habe.
    Warum hat sich die Natur ÜBERHAUPT die Gallenblase "aus-
    gedacht", wenn eine Direktverbindung doch viel sinnvoller wäre
    und sich Ablagerungen bilden können?
    Die Natur ist doch sonst immer so pfiffig.......

    Tja, da steckt man nicht drin, warum das so ist.

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mvs
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26.07.2007 - 12:35


dank dir schön icon_smile.gif

naja, die gallenblase ist ein speicher für gallensaft. wenn gerade mehr gebraucht wird, als die leber produzieren kann, kann von dort bezogen werden. wenn gerade weniger gebraucht wird, als produziert, kann dort gespeichert werden. zumindest stell ich mir das so wie einen "puffer" vor ....
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mvs
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28.08.2007 - 00:09


nun ist der eingriff über ein monat her.

direkt nachdem ich von der op nach hause kam, ging es mir erstaunlich gut.

in den letzten zwei wochen bemerke ich jedoch immer häufiger starke blutdruckschwankungen und damit verbundenes unwohlsein.

zwar sind meine druckwerte an sich völlig unbedenklich (wenn man kurzfristig als "spitze" mal 150 zu 100 hat, ist das kein grund zur besorgnis), aber da ich normalerweise einen eher niedrigen blutdruck habe (100-110 zu etwa 70), fühle ich einen leicht erhöhten druck schon sehr. dazu macht mir die hitze zu schaffen.

sonntags habe ich sogar noch einen arzt gerufen (was für ein segen, wenn es noch ärzte mit bereitschaftsidienst für hausbesuche gibt), da ich einen kreislaufkollaps befürchtete (der dann aber glücklicherweise nicht stattfand).

kurz: zur zeit macht mir mein kreislauf zu schaffen. das muss aber nicht unbedingt mit der operation zu tun haben. eine blutuntersuchung diese oder nächste woche wird sicher mehr klarheit bringen.

lg
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