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Moredread Verschwörungsfreak


Beiträge: 1179 Dabei seit: 19.12.2006
27.03.2009 - 12:53
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Seit vielen Jahren mehrt sich der Verdacht, das es einen Umbruch in der Geschichte der Menschheit gab, der seit langer Zeit fehlinterpretiert wird.
Drehen wir das Rad der Zeit um 20.000 Jahre zurück, dann sind wir in der Zeit der Jäger und Sammler. Eigentlich galt es als gesichert, das die Einführung der Landwirtschaft unsere Lebensumstände dramatisch verbesserte. Denn es ist doch viel einfacher, seine Lebensmittel anzubauen, als sie sich jeden Tag zusammenzusuchen?
Diese These wird jedoch durch aktuelle Funde nicht mehr gestützt. Tatsächlich weiß man mittlerweile, das die Skelette aus der Zeit, in der die Menschheit vom Jagen und Sammeln lebte, einst wesentlich gesünderen Menschen gehörte als die, die wir aus der Zeit der Landwirtschaft kennen. Aber wie kann das sein?
Bekannte Jäger und Sammler, die heute noch existieren, leben bspw. in der Kalahari (ich denke, einige werden die Buschmänner kennen; sie sind Hauptdarsteller einer der bekanntesten Tierdokumentationen). Der Witz ist: Die Kalahari-Buschmänner brauchen zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. In den westlichen Gesellschaften sind es schnell 40 oder mehr...
Die Theorie besagt, das wir mit der Einführung der Landwirtschaft Qualität gegen Quantität getauscht haben - mit allen negativen Folgen. Da wir nur wenige verschiedene Körner angebaut haben, finden sich in den Skeletten teil deutliche Zeichen von Unterernährung. Außerdem ermöglichte das Sesshaftwerden auf eine höhere Anzahl an Kindern. Eine Buschfrau muss ihr Kind ständig mit sich rumtragen, bis es alt genug ist, frei herumzulaufen. Das begrenzt sie darauf, maximal alle vier Jahre ein Kind zu bekommen. Eine Farmersfrau kann alle zwei Jahre ein Kind zur Welt bringen - oder sogar jährlich. Das heißt, aus der Landwirtschaft resultiert Überbevölkerung und auch die daraus resultierende Umweltverschmutzung. Zudem dürfte sie auch dafür gesorgt haben, das wir uns zu größeren, komplexeren Gesellschaften verbunden haben, und uns somit sämtliche Zivilisationskrankheiten aufgehalst hat.
Ich finde es mal einen interessanten Ansatz und bin gespannt, was es dazu sonst noch zu hören geben wird. Ein bisschen mehr darüber könnt ihr hier lesen (auf Englisch):
http://www.environnement.ens.fr/perso/claessen/agriculture/mistake_jared_diamond.pdf _________________ In Religionskriegen geht es darum, wer den cooleren imaginären Freund hat. |
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Orakel Verschwörungsfreak


27.03.2009 - 12:53
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Zum Thema Größter Fehler der Menschheitsgeschichte kann ich die Websites oben empfehlen.
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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
27.03.2009 - 13:41
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| Wenn dir der Duktus von Diamond gefallen hat, dann ließ doch mal "Guns, Germs and Steel" von ihm. Hat nicht primär was mit dem Thema zu tun, ist aber interessant. Geht im Wesentlichen um die Beantwortung der Frage, warum der europäische bzw. eurasische Kulturkreis zur dominanten Kultur auf der Erde geworden ist und nicht etwa der afrikanische, oder der der amerikanischen bzw. australischen Ureinwohner. |
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Nedlim Rat der 33


Beiträge: 664 Dabei seit: 16.01.2009 Wohnort: in deinem Kopf
27.03.2009 - 17:35
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Lustigerweise ist das ja so das wir, die wir weniger Zeit haben Technologisch viel weiter sind als der Buschmann im tiefsten Afrika obwohl er ja mehr Zeit zur verfügung hat um über irgendwas nachzudenken. Anscheinend sind die so zufrieden mit ihrem Leben das sie es nicht für nötig befinden irgendwelche bahnbrechenden Erfindungen zu machen. Wir hingegen die wir ja seßhaft sind und eigentlich einen gesicherten Lebenstil pflegen scheinen stets so unzufrieden mit unserer Situation zu sein das wir ständig irgendwas verbessern wollen.
Könnte dran liegen, dass erst die seßhaftigkeit dazu geführt hat, dass die Begriffe "Eigentum" und "Besitz" eine stärkere Bedeutung bekamen. Mehr Eigentum muß auch besser geschützt und genutzt werden ... _________________ Meine Freunde werden kommen und dich holen! |
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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
27.03.2009 - 23:06
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Jared Diamond würde darauf anworten, daß der Buschmann in Afrika, selbst wenn er seine Situation ändern wollte, es nicht könnte, weil es die klimatischen und ökologischen Bedingungen (Flora, Fauna) nur mit seinem eigenen Kenntnisstand, eine Veränderung nicht möglich machen.
Oder mit anderen Worten, hätten nicht klimatische Veränderung zumindest den homo erectus und später vermutlich auch den homo sapiens aus Afrika vertrieben, würden wir heute möglicherweise immernoch im Busch wohnen. |
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Uhura Space-Cowboy


Beiträge: 60 Dabei seit: 10.01.2008
30.03.2009 - 16:43
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In der Zivilisation braucht keiner Selbstversorger sein. Er geht einfach in den Supermarkt und holt sich das, was er braucht. Auch muss er nicht meilenweit zu einer Quelle laufen, um sich Wasser zu holen. Und er spart sich die Zeit, um das Wasser warm zu machen. Ein Griff zum Wasserhahn genügt.
Zeitersparnis = Entwicklungsvorteil
Im Gegensatz zum Jäger und Sammler sind wir alle Spezialisten. Diese Entwicklung kam nur durch die Erfindung des Buchdrucks zustande. Dadurch konnte Wissen weitergegeben werden. Und aufgrund dieses Wissens konnten neue Erfindungen / Erfahrungen gemacht werden.
Wissenstransfer = weiterer Entwicklungsvorteil
Das sind sicherlich zwei Gründe, warum es unterschiedliche Entwicklungsstufen gibt. |
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Harald Alien

Beiträge: 772 Dabei seit: 31.03.2006
30.03.2009 - 20:42
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Ist natürlich Ansichtssache, was man als Lebensqualität definiert. Man kann durchaus sagen, das ein Buschmann (old style) ein freies, schöneres Leben hat trotz der Einschränkungen aufgrund des niedrigen Technologielevels.
Das es den Individuen als solches nachm sesshaft werden schlechter ging, als als Jäger und Sammler ist schon länger bekannt.
Trotz allem is das natürlich ein nötiger Schritt zur Erhöhung der Produktivität und der Bevölkerungszahl.
Und trotz dem ist unsere Lebenserwartung und auch die Lebensqualität dem eines Jägers und Sammlers inzwischen weit überlegen. |
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Michelangelo Grand Orient


Beiträge: 43 Dabei seit: 03.01.2008
31.03.2009 - 18:23
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Ist denke ich auch eine Frage, wie man aufwächst. Ein Jäger oder Sammler wächst in seine Rolle, wie wir in unsere hineinwachsen. Jeder bekommt das Wissen und die Tricks mit auf den Weg, um in seiner speziellen Umgebung zu überleben.
Ich persönlich könnte keinen Tag in der Wüste oder Steppe überleben. Und so ein Native hätte ganz bestimmt Probleme, eine Pizza mit nem Handy zu bestellen. |
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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
09.08.2009 - 09:05
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