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BlackEye Mystic-Man

Beiträge: 102 Dabei seit: 28.05.2003 Wohnort: Raum Stuttgart
13.06.2005 - 22:47
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Im Sommer ist im Kino Krieg. Die Marsmenschen kommen, und ausgerechnet Steven Spielberg, der Erfinder der rührenden extraterrestrischen Existenz E.T., hat sie geschickt. Man sehe dem Zeitgeist zu, wie er sich häutet. 1982, als "E.T." in die Kinos kam, war Friedensbewegung, und Spielberg zeigte nach seinen eigenen Worten die "Schönheit" von E.T.s Charakter, der "humansten" Figur im ganzen Film.
Eine Generation von Außerirdischen später hat Spielberg nun "eine richtig fiese Invasion aus dem All" inszeniert, fischige Marsianer vor amerikanischer Trümmerlandschaft. Ohne den 11. September wäre das nicht passiert. E.T.s Mantra vom "nach Hause Telefonieren" kommt einem jetzt schon vor wie eine nach Art der Vinyl-Platten verkratzte Utopie.
Auf den Traumwerker Spielberg ist Verlaß: Mit sicherem Instinkt hat er H.G. Wells' hundert Jahre alten Roman über den "Krieg der Welten" aus dem Regal gekramt, die Zeit dafür ist reif. Ende der achtziger Jahre war eine apokalyptisch inspirierte Fernsehserie gleichen Titels noch im Unbedeutenden gestrandet und wohl nicht zuletzt an der allgemeinen Überzeugung gescheitert, der Westen würde schon selbst für seinen Untergang sorgen.
H.G. Wells' Geschichte von der Invasion der Marsianer funktioniert vielleicht nur dann, wenn der Himmel den Leuten auf den Kopf zu fallen droht. Alles Böse kommt von oben - was nichts daran ändert, daß es in der hundertjährigen Stoff- und Rezeptionsgeschichte des "Kriegs der Welten" nicht einen einzigen Fall gibt, in dem mit den fremden Marsianern nicht fremde Menschen gemeint gewesen wären.
Ende des 19. Jahrhunderts hat Herbert George Wells, der Fabianist, Darwinist, Antisemit, Menschenrechtler und Fortschrittspessimist, innerhalb weniger Jahre das Repertoire des Science-Fiction festgelegt: Zeitreise, Unsichtbarkeit, die genetische Maßanfertigung und eben die Invasion durch feindliche Außerirdische. Sein Roman "Krieg der Welten" von 1898 ist in diesem Ensemble so etwas wie die Prophezeiung der "couch potato". Seine Marsianer sind von der eigenen Technik verkrüppelt. "Sie waren Köpfe, nichts als Köpfe" - "eine bloße Gehirnmenge". Einmal mit ihren unheimlichen Zylindern auf Erden gelandet, kriechen sie solange im Staub herum, bis sich die mitgebrachten Prothesen endlich ausgepackt haben. Diese Marsianer, schlaf-, geschlechts- und körperlos, sind Abbilder der Menschen einer hochtechnisierten Zukunft, vor der sich Angst zu haben lohnt. "Ohne den Leib mußte das Gehirn ein bei weitem selbstsüchtigerer Geist werden als mit dieser Grundlage menschlichen Gefühls."
Von diesem Gedankengut läßt die wohl auf ewig berühmteste Adaption des Romans nichts übrig. Am 30. Oktober 1938, als das verkommene Genie Orson Welles und sein "Mercury Theatre on the Air" für CBS eine Hörspielbearbeitung von Howard Koch umsetzten, waren die Marsianer vor allem die Nazis in New York; das Münchner Abkommen und der Einmarsch ins Sudentenland lagen nur Wochen zurück, soeben hatte Präsident Roosevelt angesichts der Krisensituation in Europa intensive Rüstungsanstrengungen angekündigt.
Was heute gern schmunzelnd als das größte Kuriosum der Mediengeschichte verkauft wird, hatte also einen traurigen Hintergrund: Welles' zu großen Teilen als Live-Reportage getarntes Hörspiel vom Angriff der Marsianer auf New Jersey und New York löste eine Massenpanik aus. Flüchtende verstopften die Straßen, auf den Marktplätzen kam es zu spontanen Gottesdiensten, Notärzte waren im Dauereinsatz, ein Selbstmord ist bezeugt. _________________ Das ganze Leben ist ein Spiel - aber mit verdammt guter 3D Grafik. |
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Orakel Rat der 33
 
Beiträge: 4997 Dabei seit: 24.12.2003
13.06.2005 - 22:47
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Zum Thema Krieg der Welten - 29.06.05 kann ich die Websites oben empfehlen.
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Mimi Area 51 Urlauber


Beiträge: 83 Dabei seit: 08.09.2005
13.10.2005 - 18:38
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Ich hab den film im Kino gesehn, gar nich mal schlecht^^ _________________ Alles hat seine Grenzen, nur die menschliche Dummheit ist unendlich. |
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Jennifer B'nai B'rith


Beiträge: 252 Dabei seit: 08.10.2005
13.10.2005 - 18:41
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Ich war eigentlich auch positiv überrascht. Der Film hat eine sehr düstere Stimmung, das hat Spielberg echt gut hinbekommen.
Ich muss aber mal noch H.G. Wells lesen, damit ich weiß wieweit Spielberg vom Buch abgewichen ist. |
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alfredchicken Space-Cowboy


Beiträge: 69 Dabei seit: 09.10.2005 Wohnort: Schweiz
17.10.2005 - 19:35
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Ich war auch postitiv überrascht. Die Aliens sahen so niedlich aus und gar nicht Pöse. Die kleine hat mich öfters aufgeregt. Aber sonst ist er sehenswert  |
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Thor Mystic-Man


Beiträge: 107 Dabei seit: 22.06.2003 Wohnort: Germany
18.10.2005 - 20:27
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aber was war das mit dem Anlasser?
EMP, alle Autos stehen still und er geht rein und hat einen der funktioniert???  |
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Björni Grand Orient


Beiträge: 44 Dabei seit: 29.09.2005 Wohnort: Ganderkesee
19.10.2005 - 12:09
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Der Film war sowas von beschissen.
Allein die Aliens sind so Peinlich. Typisch Ami  |
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Jennifer B'nai B'rith


Beiträge: 252 Dabei seit: 08.10.2005
19.10.2005 - 21:56
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| Björni hat folgendes geschrieben:: |
Der Film war sowas von beschissen.
Allein die Aliens sind so Peinlich. Typisch Ami  |
du meinst vom Aussehen?
naja da sind der Phantasie wohl keine Grenzen gesetzt. Da wohl nicht viele wissen wie sie wirklich aussehen, vielleicht hat Spielberg recherchiert  |
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$!d3w!nd3r Mystic-Man


Beiträge: 107 Dabei seit: 08.09.2005
20.10.2005 - 16:46
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ich war auch im kino("damals"^^) und muss sagen das mir der film ansich schon sehr gut gefallen hat....mein kumpel mit dem ich den film geshen hab meinte aber das buch wäre besser und eben auch detailierter.....vorallem musste er mir ersma den schluß erklären  |
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Jennifer B'nai B'rith


Beiträge: 252 Dabei seit: 08.10.2005
21.10.2005 - 01:14
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Ich habe das Buch inzwischen da, aber noch nicht angefangen zu lesen, es ist sehr, sehr dünn, das dürfte also schnell gehen.  |
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alfredchicken Space-Cowboy


Beiträge: 69 Dabei seit: 09.10.2005 Wohnort: Schweiz
11.01.2006 - 10:29
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