Mögliche Folgen eines Atomkriegs

Mögliche Folgen eines Atomkriegs

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Area 51 » Atomkrieg und Weltkrieg 2012? Szenario & Folgen » Mögliche Folgen eines Atomkriegs
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Dhe
Verschwörungsfreak
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12.01.2006 - 16:24


Folgende Überlegungen gehen von einem Schlagabtausch mit Arsenalen wie sie zu Zeiten des kalten Krieges bestanden haben aus. Außerdem davon, daß es einen gewissen Vorlauf und einen konventionellen Aufmarsch vor der nuklearen Eskalation gab. Desweiteren davon, daß auch nach dem Krieg eine gewisse staatliche Ordnung weiterbesteht. Also im Prinzip so, wie man es sich im kalten Krieg vorgestellt hat.

Am Anfang steht wahrscheinlich die Evakuierung der Führungskreise der nationalen Regierungen in relativ gesicherte Bunker, bzw. die Evakuierung der lokalen Verwaltung in schlechter ausgerüstete lokale Schutzeinrichtungen.

Da der nukleare Schlagabtausch wie gesagt absehbar ist, dürfte schon einige Zeit vorher eine massenhafte Fluchtbewegung aus den Städten in dünner besiedelte Gebiete stattfinden, die zum Zusammenbruch des öffentlichen Verkehrsnetzes führt. Hamsterkäufe treiben die Preise für z.B. Lebensmittel in die Höhe und führen lokal begrenzt zu Engpässen. Die Kriminalität steigt. Öffentliche Dienstleistungen fallen aus, weil man nicht mehr regelmäßig am Arbeitsplatz erscheint. Treibstoff wird rationiert. Ordnungskräfte werden mit Sondervollmachten ausgestattet.

Der eigentliche Atomkrieg dürfte wahrscheinlich mit dem Abwurf einer taktischen Waffe relativ geringer Sprengkraft auf eine Truppenansammlung des Gegners beginnen. Also entweder auf eine Basis oder auf Truppen, die im Feld stehen.

Der Gegenschlag würde wahrscheinlich auf ein Bevölkerungszentrum mittlerer Größe erfolgen.

Danach kommt es zur Eskalation, d.h. zum Overkill, zur Entleerung des nuklearen Arsenals auf sämtliche Bevölkerungsgebiete der Gegner. Durch die geringe Vorwarnzeit und das Fehlen von geeigneten Schutzräumen dürften allein dadurch 40-80% der Bevölkerung einer urbanen Gesellschaft umkommen. Elektrische Geräte versagen durch den EMP Effekt. Der Angriff markiert auch gleichzeitig das Ende des Krieges.

Je nach geografischer und klimatischer Lage dürfte es nach 6-8 Wochen, zumindest im Vergleich zur Zeit unmittelbar nach dem Angriff, wieder möglich sein sich im Freien aufzuhalten. Die Infrastruktur ist zerstört. Wasser, Strom und Wärmeversorgung nicht mehr vorhanden. Straßen existieren wahrscheinlich nur noch in ländlichen Gegenden. Eine medizinische Versorgung mag zwar vereinzelt noch bestehen, aber die Vorräte und das Personal ist nicht ausreichend zur Versorgung der überlebenden Bevölkerung.
Durch die Vernichtung der Städte gibt es keine ausreichende Behausung mehr, sodaß die Mehrzahl der Menschen zunächst obdachlos ist, und ein gewisser Teil später in verbliebene Wohnungen in großen Gruppen einquartiert wird. Verbliebene, benutzbare Lebensmittelvorräte verbrauchen sich innerhalb einiger Tage bzw. werden rationiert. Britische Überlegungen gingen davon aus, daß man vielleicht für Schwerarbeiter (z.B. Ernte und Aufräumarbeiten) 1000 kal und für alle anderen 500 kal pro Tag bereitstellen könnte. Wieviel oder besser wie wenig das ist, kann man sich selbst ausrechnen.
Durch die katastrophale sanitäre Lage kommt es zu Seuchen, wie Typhus und Cholera, an denen nochmal zusammen mit der Unterernährung und Strahlenkrankheit 50% der Menschen sterben würden.

Durch die massenhafte Aufwirbelung von Staub verdunkelt sich der Himmel und bleibt es auch für die nächsten paar Wochen, sodaß die Temperaturen um ca. 20°C fallen. D.h. das selbst bei einem Angriff im Sommer, also zu einem Zeitpunkt, zu dem schon ausgesät war, mindestens 80% der Ernte eingehen. Nutztiere gibt es im Prinzip nicht mehr, aus Mangel an Futtermittel bzw. durch die Einwirkung der physischen Gewalt.
Holz kann nicht verbrannt werden, da die aufgenommene Strahlung durch den Verbrennungsprozess freigesetzt werden würde. Massenhaft Menschen erfrieren.

Sollte es noch etwas geben, mit dem man sinnvoll handeln kann, z.B. Lebensmittel, hat Geld keine Bedeutung mehr. Tauschhandel evt. Prostitution dominieren.

Die Bevölkerung wird zum Erntedienst herangezogen, da es kaum noch Maschinen gibt, bzw. der Treibstoff aufgebraucht ist. Die Erträge sind mehr als unzureichend und trotzdem wird es für lange Zeit die letzte verwertbare Ernte sein.

Auf Suche nach Nahrung ziehen die Menschen marodierend durch das Land. Die soziale Ordnung bricht weitestgehend zusammen, sodaß Armee und Polizei mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet sind. Plünderung, Vergewaltigung, Diebstahl, Mord und Totschlag sind Regelerscheinungen genauso wie standrechtliche Hinrichtungen um das Aufkommen lokaler Syndikate zu vermeiden.

In der Zeit nach dem Angriff, häufen sich Fehlgeburten und Missbildungen. Die allgemeine Geburtenrate geht aufgrund der zu erwartenden Sterilität zurück.

Nachdem der Staub als Fallout ca. einige Monate später wieder zu Boden gegangen und RELATIV gebunden ist, wird die verbliebene Bevölkerung wiederum zum landwirtschaftlichen Einsatz herangezogen. Durch die primitiven Methoden (keine Maschinen) und die zu erwartende Zerstörung der Ozonschicht, bleiben Ernteergebnisse weitesgehend aus. Das was geernet wird ist verstahlt, da es auf verstrahltem Boden gewachsen ist.

10 Jahre nach dem Angriff häufen sich Krankheiten wie Leukämie und Hautkrebs (Ozonschicht). Durch den Verlust von staatlicher Erziehung (Schulen, Universitäten) und den damit einhergehenden Verlust des Wissens, zusammen mit der tendenziellen Anarchie der Gesellschaft und der Verrohung ihrer Mitglieder, wird der betroffene Staat, wahrscheinlich mindestens um 300 Jahre zurückgeworfen.

Vorrausgesetzt es gibt irgendwo in der Welt Staaten die nicht direkt betroffen waren, zum Beispiel in Südamerika, Afrika und Australien, könnte man vielleicht 70-80 Jahre nach dem Angriff ganz vorsichtig davon sprechen, daß die Welt sich zaghaft zu erhohlen beginnt. Wohlgemerkt im günstigsten und friedlichsten Fall. Definitv wäre sie aber ganz anders, als das was wir kennen.

Damit hat man dann ungefähr ein Bild von dem, was uns vorerst erspart wurde.

Das alles sind übrigens keine Sachen die ich mir ausgedacht habe. Alles basiert mehr oder weniger auf der Überlegung "Square Leg" die in Großbritannien in den 80er Jahren von Regierungsstellen angestellt wurde, und auf denen der erschreckende Film "Threads" basiert.
Man beachte, "Regierungstellen" Personen, die also der Bevölkerung einen Atomkrieg noch relativ schmackhaft machen müssen, und insofern noch relativ optimistisch an die Sache herangehen. Ich persönlich denke zum Beispiel nicht, daß staatliche Strukturen bestehen bleiben. Meiner persönlichen Meinung nach, wäre ein Atomkrieg das Ende der Welt und dabei bleibts.
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Orakel
Rat der 33
Rat der 33

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12.01.2006 - 16:24



Zum Thema Mögliche Folgen eines Atomkriegs kann ich die Websites oben empfehlen.
 
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Jennifer
B'nai B'rith
B'nai B'rith


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14.01.2006 - 01:53


Sehr ausführlich und informativ!

Zusammenfassend also in etwa ein Rückfall in die Steinzeit mit deutlich mehr Problemen und Gefahren.

Interessant fand ich:
Dhe hat folgendes geschrieben::

Holz kann nicht verbrannt werden, da die aufgenommene Strahlung durch den Verbrennungsprozess freigesetzt werden würde.
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Dhe
Verschwörungsfreak
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14.01.2006 - 04:09


Jennifer hat folgendes geschrieben::

Interessant fand ich:
Dhe hat folgendes geschrieben::

Holz kann nicht verbrannt werden, da die aufgenommene Strahlung durch den Verbrennungsprozess freigesetzt werden würde.


Ja, wobei ich es, wenn ich nochmal darüber nachdenke, unglücklich ausgedrückt habe. Strahlen tut im Prinzip sowieso alles, aber über die Asche, also im Prinzip durch Staubpartikel, die man wenn man am Feuer sitzt notgedrungen einatmet, würde die Strahlung im Körper freigesetzt werden.

Gas könnte man im Prinzip verbrennen, wenn man noch welches hat. Kohle, die man frisch aus der Erde geholt hat auch. Benzin auch, aber das hält man nicht lange aus. Nur wie wahrscheinlich es ist, daß man an Benzin, Gas oder derartige Kohle kommt, braucht man nicht großartig zu erwähnen.
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DerGolgo
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23.01.2006 - 06:59


An Kohle zu kommen dürfte in Teilen des Ruhrgebiets, zum Beispiel, so schwer nicht sein...wenn man denn die intensive Strahlung übersteht, das Ruhrgebiet war ja seinerzeit eine einzige große Zielscheibe.
In der Gegend in der ich Aufwuchs, direkt über der Herbeder Schicht, kommt in den Ausläufern des Muttentals die Kohle schlicht aus dem Hang heraus. Bereits im Mittelalter fand im Muttental primitiver Abbau unter Tage statt, die primitiven Mittel lassen sich einfach nachahmen.
Eine in einiger Höhe gezündete Bombe hätte zwar praktisch jede Bebauung an der Oberfläche zerstört und auch vorhandene Abraumhalden in Brand gesetzt, die tiefen Bergwerke aber kaum angekratzt, ein Stollen in 1200 Meter tiefe (z.B. Prosper Haniel in Bottrop) wäre durch die Explosion nicht berührt worden, selbst höher gelegene Stollen dürften die Explosion überstehen.
Es ist als unwahrscheinlich zu betrachten das alle zur Sohle führenden Schächte durch die Explosion einstürzen, zumindest einige Luftschächte sollten überleben. Mutige Individuen könnten so versuchen zur Sohle hinab zu klettern was zwar gefährlich, aber bei weniger tiefen Bergwerken nicht unmöglich wäre. Nicht jedes stillgelegte Bergwerk wurde verfüllt, entsprechend sind Luftschächte und Stollen noch vorhanden und, zur Vermeidung von Bergschäden, sogar abgestützt.

Einfacher hat man es in einem Braunkohlerevier, ich kann mir kaum vorstellen das z.B. Gartzweiler 2 ein Ziel darstellte, angesichts des Overkill kann man es allerdings nicht ausschließen. Hier hätte man möglicherweise auch ohne intensivere Strahlenbelastung buddeln können.

Was die in Threads und im ebenfalls sehr empfehlenswerten The War Game (schildert die Situation aus dem Stand der Dinge der 60er Jahre) dargestellte Situation allerdings von Deutschland unterscheidet ist das die Briten kaum den Intensiven Einsatz von taktischen Kernwaffen hätten befürchten müssen.
In den achtziger Jahren beschwerten sich US Kommandeure tatsächlich darüber das Ortschaften, die durch taktisches Bombardement "geopfert" hätten werden müssen oft so nah beieinander lagen das eine Bombe gleich mehrere Kleinstädte oder Dörfer in der Fulda-Lücke oder der Norddeutschen Tiefebene zerstört hätte. Hierdurch hätte sich ein koordinierter Rückzug der eigenen Kräfte aus dem Zielgebiet schwierig gestaltet.
Anders als in Threads oder The War Game muss man für Deutschland also davon ausgehen das nicht nur industrielle oder militärische Zentren sowie Infrastrukturknotenpunkte durch Kernwaffen beschossen worden wären sondern auch ländliche Gebiete, was Flutchmöglichkeiten für die Bevölkerung sehr eingeschränkt hätte.
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Kuman-Kuman
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04.02.2006 - 16:47


Eine sehr eindrucksvolle und auch beklemmende Beschreibung. Gut nachvollziehbar.

Mal eine Frage, an die, die sich mit dem Thema beschäftigen:
Würdet ihr einem Atomkrieg überleben wollen? Ich meine jetzt keinen regional begrenzten, sondern einen großen, wie er zu Zeiten des kalten Krieges wahrscheinlich war.

Es geht nicht um die Frage, ob ihr das "Glück" haben wollt, zu überleben. Ob man "Glück gehabt hat", wenn man ihn überlebt, ist ja sowieso ziemlich fraglich, angesichts der Folgen.

Das Überleben kann ja unterschiedlich sein. In einem Bunker, oder man lebt in einer Region, die nicht direkt von Einschlägen betroffen ist.

Oder würdet ihr euch wünschen, sofort dabei umzukommen, um nicht in der Welt danach leben (bzw. sterben) zu müssen? Die Frage würde mich interessieren. Ich bin zwischen beiden Möglichkeiten hin- un hergerissen, wenn ich darüber nachdenke.
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DerGolgo
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04.02.2006 - 21:43


Wenn ich mich zum Zeitpunkt des Atomkrieges an einem relativ sicheren Ort aufhalten täte, z.B. Neu Seeland, südlichstes Südamerika, Südafrika, evtl. Süd Australien o.ä., dann ja. Weit entfernt von den Hauptschauplätzen, sicher vor nuklearem Winter, verhältnismäßig geringe Strahlenbelastung, weit weg von den neuen Ozonlöchern, da ließe sich schon am Leben bleiben.
Irgendwer muss ja schließlich übrig bleiben um den politischen konservativen den Finger ins Gesicht zu halten zu sagen "Ich hab euch ja gewarnt! Das kommt davon!"
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jade
Grand Orient
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Beiträge: 28
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Wohnort: nrw

26.04.2006 - 08:49


hallo zusammen,
ich wohne mitten im ruhrpott,in oberhausen.und mir ist angst und bange zu mute.die wm steht vor der tür,eine bessere zielscheibe für einen anschlag welcher art auch immer dieser sein mag,gibt es wohl kaum.sollte es zu einem atomaren schlag kommen,würde ich mir für meine familie und mich wünschen,das wir sofort tot sind.ein späteres dahinvegetieren halte ich persöhnlich für quälerei. lg jade icon_cry.gif
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...mitleid bekommt man geschenkt,neid muß man sich erarbeiten...
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Harald
Alien
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Beiträge: 772
Dabei seit: 31.03.2006


26.04.2006 - 14:21


Nette Aufzählung.

Mir kommt es nur etwas zu optimistisch vor.

Ich kenne Schätzungen nachdem der nukleare Winter der darauf folgen düfte, nicht einige Wochen sondern eher Monate bis Jahre dauern dürfte.
Was zu einem Absterben des Großteils der Pflanzen führen dürfte.

Desweiteren halte ich die Folgen der auftretenden Radioaktivität für zu niedrig.
Man denke nur an Tschernobyl und vergleiche das nun mit dem gleichzeitgen Abwurf von ca. 20.000 Atomwaffen.

Ich weis nicht ob ein Überleben der Menschheit möglich wäre, wenn dann wohl nur in abgelegenen Gebieten und dann gibt es noch das Problem der Ernährung, grade im Fall eines längeren nuklearen Winters.
Selbst wenn Menschen überleben, dürfte es wohl das Aus der Zivilisation bedeuten.
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