 |
|
Ich lese gerade ...
|
 |
| Autor |
Nachricht |
Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1385 Dabei seit: 16.11.2005
03.12.2010 - 03:12
|
|
|
Zugegeben ist es schon eine ganze Weile her, dass ich Starship Troopers gelesen habe. Werde das demnächst mal ändern. Wo ich mir einigermaßen sicher bin, ist dass die Gesellschaft die Heinlein in dem Buch entwirft ziemlich seinem Idealbild einer Gesellschaft entspricht.
Und die Struktur des Staates in Starship Troopers ist nunmal ein militaristisch, wenn nicht gar faschistisch.
Im Grunde genommen habe ich das Buch aber nur erwähnt damit man einen Eindruck der Einstiegssituation von "The Forever War" bekommt. Beide Bücher sind letztlich vollkommen unterschiedlich: Heinlein erzählt eine relativ klassische Kriegsgeschichte, während Halderman eine Geschichte vor dem Hintergrund eines Kriegs erzählt.
Lies mal Halderman. Ich kenne zwar die deutsche Übersetzung nicht, aber ich würde fast dafür garantieren, dass es dir besser gefällt als Starship Troopers.
Das dazu. Zwei neue Sachen die ich gelesen habe, nachdem ich mich nach den ersten paar Seiten dazu entschieden habe "Boneshaker" erstmal zu den Akten zu legen.
1. "Nichts" - Janne Teller
"Nichts" ist ein Jugendbuch, das zum ersten mal vor zehn Jahren in Dänemark veröffentlicht wurde und seitdem relativ kontrovers diskutiert wird.
Die Geschichte beginnt damit, dass in einem kleinen dänischen Ort die Sommerferien vorbei sind und eine siebte Klasse mit der üblichen Begeisterung in die Schule zurückkehrt.
Am ersten Tag Pierre-Anthon die Klasse, weil er erkannt hat, dass "nichts eine Bedeutung hat und es sich deshalb nicht lohnt irgendwas zu tun" und vertreibt sich die Zeit indem er fortan auf einen Baum klettert und die restlichen Kinder mit Pflaumen und seinen nihilistischen Ansichten bewirft.
Die sind darüber entrüstet, weil es nicht sein kann/darf, dass nichts etwas bedeutet, weil sonst alles was sie tun und was ihnen die Erwachsenen erzählt haben keinen Sinn hätte.
Also beschließen sie Pierre-Anthon zu beweisen, dass es doch Bedeutung gibt und wollen einen "Berg der Bedeutung" zusammentragen. Dazu muß sich jedes Kind von einer wichtigen Sache trennen, die auf den Berg gelegt wird. Wer etwas abgelegt hat darf bestimmen, wer was als nächstes auf den Berg legen soll.
*Spoiler*
Das fängt alles relativ harmlos mit Fahrrädern und Lieblingssandalen an, geht dann über zum Kruzifix aus der örtlichen Kirche und dem Sarg beziehungsweise Leichnam des kleinen Bruders und endet bei der Unschuld eines Mädchens und dem kleinen Finger eines Jungen der gern Gitarre spielt.
Schließlich muß die Polizei einschreiten und der Berg erfährt ein weltweites Medienecho. Ein Kunstmuseum aus New York will den Berg als Kunstwerk kaufen, wozu sich die Kinder einverstanden erklären.
Pierre-Anthon ist darüber relativ unbeeindruckt und erklärt, dass wenn der Berg jemals Bedeutung hatte, er spätestens in dem Moment in dem sie ihn verkauft haben, selbige verloren hat.
*Spoilerende*
Das Ende ist relativ vorhersehbar. Was das Buch gut macht, ist der Umstand, dass man selbst feststellt, dass man eigentlich auch keine Antwort auf die Frage hat, was denn jetzt Bedeutung ist und das relativ drastisch gezeigt wird, dass die Dinge, die man Kindern als furchtbar wichtig ans Herz legt im Grunde genommen, wenn man alles Beiwerk von der Oberfläche weg kratzt, eigentlich auch nicht wichtig sind und keinen Sinn machen.
Als Jugendbuch scheitert der Roman natürlich grandios. Ich wage mal in Zweifel zu ziehen, dass die Zielgruppe über die notwendige Erfahrung verfügt um zu begreifen, dass die Problematik des Buches nicht einfach mit eine pauschalen Satz abtun kann.
Im Spiegelartikel äußert ein junger Leser folgende Meinung zum Buch: "Das Leben bedeutet etwas. Dass man Spaß hat, etwas erreicht, und dass es immer weitergeht. Die größten Bedeutungen kann man ja sowieso nicht auf den Berg legen: Freundschaft und Familie".
Teller geht es genau darum zu zeigen, dass es leider nicht so einfach ist.
Wenn man aber etwas älter ist, begreift man das eher, was den Roman sehr lesenswert macht.
Hat ungefähr 150 Seiten und kann aufgrund des einfach Stils locker in einem Rutsch durchgelesen werden. Kostet etwa 13 Euro.
2. "Castro" - Reinhard Kleist
"Castro" ist ein Comic (oder wie es aus Vermarktungsgründen jetzt heißt: Graphic Novel) der unlängst zur Frankfurter Buchmesse veröffentlicht wurde.
Der Comic versucht auf rund 300 Seiten ein Portrait von Fidel Castro zu zeichnen, beginnend in dessen Jugend über die Zeit der Revolution bis hin zu seiner Abdankung in den letzten Jahren.
Inhaltlich wird man da nicht viel Neues über Castro oder die Revolution erfahren aber wenn man eine Biographie als Comic veröffentlicht ist ja frei nach Marshall McLuhan das Medium die Botschaft.
Graphisch ist das Ganze in Schwarz-Weiß gehalten und gehört zum Besten, das ich bisher im Comic gesehen habe. Konnte leider kein anderes Beispiel in vernünftiger Auflösung finden, aber man möge mir trotzdem glauben.
Der Comic hat nur auf den ersten 200 Seiten ein entscheidendes Problem: Kleist kann ums Verrecken keine Dialoge schreiben, was mir schon bei früheren Werken aufgefallen ist. Das ist alles hölzern und gestelzt. Menschen reden nicht so miteinander, was dazu führt, dass man nie wirklich tief in die Geschichte einsteigt. Für einen Comic ist das tödlich.
Im letzten Drittel wird das aber besser und der Comic fängt an Spaß zu machen. Besonders die letzten 30 Seiten und das allerletzte Panel sind extrem gut.
Wer bisher noch keine Comics, oder allenfalls Asterix und Micky Maus, gelesen hat dem würde ich abraten, weil das eher kein Einstiegscomic ist.
Aber Leuten die Freude an den wie gesagt grandios guten Zeichnungen haben, sei das Buch ans Herz gelegt.
Ist im Hardcover bei Carlsen erschienen und kostet etwa 20 Euro. |
|
 |
|
 |
Orakel Rat der 33
 
Beiträge: 4997 Dabei seit: 24.12.2003
03.12.2010 - 03:12
|
|
|
Zum Thema kann ich die Websites oben empfehlen.
|
|
| |
|
 |
Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1385 Dabei seit: 16.11.2005
06.12.2010 - 21:53
|
|
|
The Road - Cormac McCarthy (2006)
McCarthy ist hierzulande vielleicht als Autor der Romanvorlage von "No Country for Old Men" bekannt. "The Road" ist sein bisher jüngster Roman, und wahrscheinlich sein wichtigster. Von der Kritikern wurde er hoch gelobt, Entertainment Weekly ging sogar soweit, es als das beste Buch der letzten 25 Jahre zu bezeichnen. Folgerichtig hat er 2007 den Pulitzer-Preis gewonnen.
Hintergrund ist der Geschichte ist, dass die Welt durch irgendein apokalyptisches Ereignis zunehmend unbewohnbar wird. Es gibt keine lebende Vegetation mehr, keine Tiere, kaum noch Menschen und die Zivilisation ist zusammen gebrochen. Was genau passiert ist, ob es ein Krieg war oder irgendeine Naturkatastrophe, wird in dem Buch nicht erwähnt. Es spielt auch keine große Rolle.
Hauptdarsteller sind ein Vater und sein Sohn, die verzweifelt versuchen vor der Kälte nach Süden zu flüchten. Auf dem Weg müssen sie sich einerseits gegen die Widrigkeiten der Umwelt zur Wehr setzen und andererseits gegen die verbliebenen Mitmenschen. Die sind vielfach zum
Kannibalismus übergegangen.
*Spoiler*
So begegnen sie zum Beispiel Leuten, die andere Menschen im Keller halten um sich von ihren Gliedmaßen zu ernähren oder eine Mutter, die ihr neugeborenes Baby umbringt, weil sie Hunger hat.
*Spoilerende*
Das klingt natürlich alles nach einem simplen Horror/Slasherbuch. Das ist es aber nicht. Worum es McCarthy wirklich ging, war die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu beleuchten und zu erzählen, wie sie mit der Hoffnungslosigkeit in einer sterbenden Welt umgehen. In kurzen Rückblenden erfährt man z.B. das die Mutter des Sohnes sich umgebracht hat, weil sie nicht mehr in dieser Welt leben wollte und zuvor den Vater angefleht hat, ihr zu gestatten den Sohn mitzunehmen.
Es gibt unter dem Strich viele Bücher die sich mit der "Was wäre wenn"-Frage bei einer Apokalypse beschäftigen. Die guten schaffen es dabei, dass man mit den Figuren mitfühlt, ohne immer wieder den Zeigefinger zu erheben und zu betonen, dass mit der Welt etwas ganz Furchtbares passiert ist.
McCarthys Buch ist in der Hinsicht mit weitem Abstand das beste Buch vor dem Hintergrund einer postapokalyptischen Welt, das ich kenne und ohne Umschweife auch eines der generell besten Bücher das ich bisher gelesen habe. Nachdem man damit fertig ist, vergisst man es nicht mehr.
Lange Rede kurzer Sinn: Hat etwa 250 Seiten und kostet 20 Euro. Wer es nicht liest stirbt deutlich dümmer und wie üblich möchte ich Interessierten das englische Original ans Herz legen. |
|
 |
|
 |
Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1385 Dabei seit: 16.11.2005
12.01.2011 - 04:30
|
|
|
Joe Haldeman - "Forever Free"
Vor ein paar Wochen hatte ich über "The Forever War" gesprochen. "Forever Free" ist die Fortsetzung dazu. Wer den ersten Teil bisher nicht gelesen hat und nicht ausschließt das irgendwann zu tun, sollte den in Spoiler gesetzten Teil nicht lesen. Leider ist es aber unmöglich den zweiten Teil zu besprechen ohne das Ende vom ersten zu verraten.
In medias res:
*Spoiler*
Wir erinnern uns: Ein Kernthema in "Forever War" war die Zeitdilatation. D.h. wenn man sich schnell bewegt, mit annähernd Lichtgeschwindigkeit, vergehen subjektiv vielleicht nur ein paar Monate, im Universum vergehen aber Jahre oder Jahrhunderte.
So war es auch für den Protagonisten William Mandala am Ende des ersten Buches: Sein letzter Einsatz dauerte für ihn ein paar Jahre auf der Erde war aber nach seiner Rückkehr mittlerweile das Jahr 3000 angebrochen und der Krieg, in dem er in den letzten 1000 Jahren gekämpft hatte, war vorbei.
Die Menschheit im eigentlichen Sinn existiert nicht mehr, sondern hat sich gewandelt, in eine Spezies, die zwar optisch noch identisch ist, sich aber Mittels cloning fortpflanzt und über ein Kollektivbewußtsein verfügt. In diesem gibt es keine eigentlichen Individuen mehr sondern im Prinzip nur noch ein Individuum mit vielen physischen Inkarnationen, das sich folgerichtig "Man" nennt.
Mandala wird sich bewußt, das nicht mal mehr Reste der Gesellschaft bestehen aus der er im 20. Jhd. entsprungen ist und weiß zunächst nichts mit seiner Situation anzufangen.
Hinzu kommt, dass sein letztes Verbindungsstück zu seinen Wurzeln, nämlich seine Freundin Marygay, mit der zusammen er am Ende des 20 Jhd. zu seinem ersten Einsatz aufgebrochen war und mit der er später eine Beziehung angefangen hatte, nicht wie üblich mit ihm auf seinen letzten Einsatz geschickt wurde.
Weil Mandala ein paar Monate länger unterwegs sein würde, gingen beide wegen der oben angesprochenen Zeitdilatation völlig realistisch davon aus, dass sie sich nie wieder sehen würden.
Nun stellt sich aber raus, daß "Man" für den Fall daß sich sein Genom irgendwann erschöpft, oder irgend etwas Unvorhergesehenes passiert, absichtlich ein paar Kolonien gegründet hat, auf denen Menschen auf traditionelle Art leben. D.h. mehr oder weniger wie im 20. Jhd. nur mit fortgeschrittener Technologie. "Man" bietet allen Veteranen des "Forever War" an entweder zurück zur Erde zu kommen oder auf eine der Kolonien zu gehen. Außerdem entdeckt Mandala in seiner Akte, die ihm nach seinem Ausscheiden aus dem Militär überreicht wird, einen kurzen Brief von Marygay.
Die ist anders als von Mandala befürchtet nicht tot, sondern hatte sich entschieden auf ihn zu warten indem sie zusammen mit anderen Veteranen ein Schiff mietet (Zinsen auf den Sold aus 2500 Jahren machen es möglich), daß mit Lichtgeschwindigkeit im Kreis fliegt und alle paar Jahre anhält um diejenigen Veteranen rauszulassen, für die genug Zeit vergangen ist um sich mit ihren Bekannten und Freunden wieder zu treffen.
Mandala entschließt sich auf eine der Kolonien zu ziehen.
Der letzte Absatz von "The Forever War" ist ein Zeitungsartikel in dem berichtet wird, dass Marygay, die zweitälteste Bewohnerin des Planeten "Middle Finger" einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hat.
Die Handlung von "Forever Free" setzt ungefähr zwanzig Jahre später ein.
Mandala und Marygay sind biologisch etwa 50 Jahre alt und haben neben ihrem Sohn außerdem noch eine Tochter bekommen.
In den ersten paar Kapiteln wird beschrieben, daß "Middle Finger" nicht ganz so rosig ist wie er von "Man" beschrieben wurde. So ist der Planet selbst im Grunde genommen eine permanente Tundra die nur in Äquatornähe bewohnbar ist. Die Winter dauern etwa drei Erdjahre.
Das ist zwar nicht schön aber dank der Technik doch relativ problemfrei aushaltbar. Die eigentliche Schwierigkeit stellt "Man" dar. Der/die sind zwar nicht wirklich unfreundlich, betrachten die klassischen Menschen aber in etwa wie man Nutztiere betrachtet. Man hat nichts gegen Sie und hilft ihnen bei der Lebensbewältigung, aber man tut das nicht aus Zuneigung sondern aus Kalkül und bewahrt dabei seine freundliche Distanz soweit es nur geht.
Außerdem gestattet "Man" den klassischen Menschen zwar formal sich an der Regierung zu beteiligen, aber es wird ziemlich schnell klar, wer die Fäden wirklich in der Hand hält. Vereinfacht gesagt: Die Menschen werden zwar nicht im eigentlichen Sinne unterdrückt, aber doch absichtlich in Abhängigkeit gehalten.
Darüber hinaus stößt es einigen Veteranen des "Forever War" ziemlich sauer auf, daß sich "Man" mit den "Taurans" also den ehemaligen Feinden ganz prima zu verstehen scheint.
Ein Zirkel aus rund 50 Veteranen, dem auch Marygay und Mandala angehören berät sich in der Folge was man tun könnte.
Offene Revolte scheidet aus, weil sie erstens keine Aussicht auf Erfolg hätte und zweitens, weil sie im Grunde genommen auch nicht angebracht erscheint.
Mandala hat schließlich die Idee, daß wenn man die Gesellschaft schon nicht verändern kann, man solange warten könnte, bis sie sich selbst verändert hat. Dazu soll man einfach das weiterhin im Orbit geparkte Raumschiff mieten und einfach mal 40000 Jahre in die Zukunft fliegen.
Die Gruppe legt den Vorschlag "Man" vor, der zunächst zustimmt, aber die abschließende Antwort des gesamten Kollektivbewußtseins von der Erde abwarten möchten. Mit dieser ist aufgrund der großen Entfernung erst nach ein paar Monaten zu rechnen.
In der Zwischenzeit steht es den Menschen frei mit der Vorbereitung für ihr Unternehmen zu beginnen. "Man" stellt nur die Bedingung, daß ein Vertreter von ihm selbst und ein Vertreter der "Taurans" mit an Bord soll und hilft ansonsten bei den Vorbereitungen, weil es von dem Experiment selbst ganz angetan ist und davon ausgeht, daß sich die Gesellschaft in 40000 Jahren tatsächlich radikal verändert haben wird.
Ein paar Monate später trifft die Antwort von der Erde ein und wider Erwarten lehnt diese ab. Ausschlaggebend war ein Veto der "Taurans" dessen Gründe erst im späteren Verlauf mehr oder weniger erklärt werden.
Weil ein Nein aber keine Antwort ist, beschließen Marygay und Mandala beziehungsweise der Rest der Gruppe ganz einfach das Schiff zu kapern und der Kolonie damit buchstäblich die Pistole auf die Brust zu setzen. Das gelingt nach einigen Wirrungen auch und der örtliche Ableger von "Man" stimmt schließlich - wenn auch etwas zähneknirschend - zu das Projekt wie geplant, d.h. mit einem "Man" einem "Tauran" und rund 100 Menschen, starten zu lassen.
Die Gruppe fliegt los und zunächst funktioniert alles wie geplant. Nach ein paar Monaten taucht aber Unerklärliches auf. So entsteht z.B. in einem Schrank jeden Tag ein Vakuum ohne das jemand den Grund dafür finden könnte. Richtig kritisch wird es aber, nachdem das Schiff ohne jegliche ersichtliche Ursache innerhalb kürzester Zeit seine Antimaterie und damit seine Energiequelle verliert.
Der Flug muß abgebrochen werden und die Gruppe kehrt in Rettungsboten nach "Middle Finger" zurück. Entgegen der geplanten 40000 Jahre sind erst 24 Jahre vergangen.
Der Planet hat sich aber trotzdem ordentlich verändert: Er ist leer.
Von den ursprünglichen Millionen von Einwohnern ist keiner mehr da. Die Infrastruktur ist aber intakt, d.h. eine Katastrophe oder ein Krieg kann ausgeschlossen werden. Außerdem stellt sich raus, daß alle Bewohner exakt in dem Moment verschwunden zu sein scheinen, in dem auch auf dem Schiff die Antimaterie verschwand.
Man versucht die umliegenden Kolonien von "Man" und den "Taurans" zu kontaktieren, nachdem man aber keine Antwort bekommt entschließt man sich kurzerhand mit den verbliebenen Rettungsboten zur Erde zu fliegen um zu schauen ob es dort noch jemanden gibt.
Da angekommen stellt man fest, daß auch hier die Infrastruktur intakt ist, der Planet aber keine Bewohner mehr hat.
Damit ansatzweise klar wird, warum ich gleich davon abraten werde das Buch zu lesen, spoilere ich jetzt auch das Ende.
Es stellt sich nach kurzem Hin und Her raus, das die Menschen seit Anbeginn den Planeten zusammen mit Gestaltwandlern geteilt haben, die öfters mal eine gute Tat für die geistige Evolution der Menschen getan haben, indem sie z.B. als Isaac Newton oder Albert Einstein in Erscheinung traten. Was mit den "Menschen" oder den "Taurans" passiert ist, wissen sie aber auch nicht.
Just nachdem dies über den Leser ergossen wurde, fangen die Protagonisten an zu explodieren. Buchstäblich.
Auf den letzten paar Seiten taucht dann ein Wesen auf, das uncharmant und effektiv Gott ist und nach eigenem Bekunden die Galaxis aus Langeweile als Experiment geschaffen hat. Es konnte nicht zulassen, daß Marygay, Mandala und ihre Gruppe die Galaxie beziehungsweise die Zeit verlassen, weil das wie eine Ratte wäre die aus dem Labor ausbricht. Deshalb hat es alle intelligenten Lebewesen in Stasis gelegt.
Nach einer halbherzigen Diskussion läßt sich das Wesen dazu überreden den Status quo wieder herzustellen, wenn alle versprechen die Galaxis nicht zu verlassen.
*Spoilerende*
Ernsthaft.
So geht das Buch aus.
Klassischer "deus ex machina".
Ich war selten so enttäuscht von einem Buch, wahrscheinlich deshalb weil mir der erste Band so gut gefallen hat und mir die Figuren nicht unsympathisch waren.
Die ersten zwei Drittel sind durchaus lesenswert, zumal einige gute Ideen darin stecken und Haldeman einen Erzählstil hat, der mir prinzipiell zusagt. D.h. er schreibt ein bißchen wie Hemingway: Kurz, prägnant, nicht ewig auf der Suche nach eine verschnörkelten Sprache, aber trotzdem nicht brachial oder banal.
Außerdem ist er handwerklich solide. Das heißt Figuren und Dialoge sind trotz des schrägen Settings durchaus glaubhaft und sympathisch.
Das Problem ist, daß Haldeman wahrscheinlich keine Idee hatte, wie er das Buch enden lassen oder was er eigentlich sagen will. Wahrscheinlich hat er sich ohnehin nur zu einem überflüssigen Sequel 25 Jahre nach dem ersten Teil überreden lassen, weil er das Geld brauchte.
Einen erzählerischen Grund für die Fortsetzung hat er jedenfalls nicht geliefert.
Wäre das Ganze nur eine 0815-SciFi-Groschengeschichte, ein Star Trek oder Star Wars Roman meinethalben, dann wäre es schon in Ordnung so wie es ist. Da es aber eine Fortsetzung von "The Forever War" ist, der sich mittlerweile zu einem Klassiker der SciFi-Literautr gemacht, muß sich das Buch gefallen lassen, das eben diese Messlatte angelegt wird.
Und dabei versagt es jämmerlich.
Kurzum, wer es lesen will, der möge Spaß haben und über das Ende hinweg sehen. Ich rate aber ab.
Die deutsche Fassung ist unter dem sinnreichen Titel "Am Ende des Krieges" erschienen kostet ungefähr 10€ und dürfte so um die 330-350 Seiten haben. |
|
 |
|
 |
alphanostrum Area 51 Urlauber


Beiträge: 75 Dabei seit: 04.12.2010
12.01.2011 - 15:44
|
|
|
Ich kann euch das Buch "Die Deutschlandakte" ans Herz legen. Wenn ihr das gelesen habt, dann seht ihr unser Land mit anderen Augen. Unsere Demogratie ist nur ein Konstrukt der Verblendung! _________________ Das Metamorphienium |
|
 |
|
 |
|
|
| « Menschen, von Göttern geschaffen, den Göttern gleich - Geheimbasis Area51 »
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
|
 |
|
|
|