Dhe Verschwörungsfreak


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26.06.2006 - 15:18
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Das perfide an der Kubakrise war, daß in der Ausgangssituation, die USA in einer Position waren, in der sie ernsthaft über die Möglichkeiten eines Erschlags, sprich über einen gewinnbaren Atomkrieg, nachdenken konnten. Die Amerikaner hatten nämlich, ich glaube '59, Mittelstreckenraketen in Italien und der Türkei stationiert. Diese hatten im Gegensatz zu Interkontinentalraketen und Bombern eine derartig geringe Vorwarnzeit, daß ein Gegenschlag nicht mehr selbstverständlich war, was bedeutete, daß die Prämissen für die MAD-Logik nichtmehr gegeben oder durchbrochen waren.
Die Sowjets versuchten nun die Situation auszugleichen, indem sie ebenfalls auf Kuba Mittelstreckenrakten stationierten, was ihnen mit durch den Fall des Batistaregimes möglich wurde.
Im Prinzip heißt das also, daß die Kubakrise erst eingleitet wurde, nachdem eine Seite einen Vorteil über die andere gewonnen hatte, sodaß die ursprüngliche These bestehen bleibt: Das Wettrüsten, bzw. die angestrebte tendenzielle Ausgeglichenheit zwischen den Machtblöcken im nuklearen Bereich, war ein essentieller Faktor, um zu verhindern, daß Atomwaffen benutzbar werden. Nichts zeigt das besser als die Kubakrise.
Übrigens ist das auch ein Grund, warum man sich bei SALT I darauf einigte, die ABM-Systeme absolut zu begrenzen. Die Russen haben bis heute eins um Moskau, und die Amerikaner eins um irgendeinen Luftwaffenstützpunkt. Wobei den Amis das auch scheißegal zu sein scheint, weil die ja vom ABM-Vertrag zurückgetreten sind, was übrigens genau wie die Pläne für das Raketenschild, aus gleichen Gründen wie bei der Kubakrise, eine sehr gefährliche Sache ist.
Um nochmal auf die Logik hinter dem nuklearen Patt zurückzukommen: Klar, das ist weder schön, noch angenehm, noch eine besonders stabile Rückversicherung. Auch heiße ich das nicht gut, denn sicherlich wäre es zu begrüßen gewesen, wenn die beiden Machtblöcke wirklich von Beginn an, eine friedliche Koexistenz statt eines kalten Friedens mit Stellvertreterkriegen angestrebt hätten.
NUR: Idealismus in allen Ehren, aber die politischen und gesellschaftlichen Realitäten sahen nunmal anders aus. Und wie z.B. die Kubakrise zeigte, konnte keine Seite mit der Ehrenhaftigkeit der anderen rechnen, sodaß man am Ende wieder nüchtern Realpolitik betreiben mußte, was in dem Bereich, wie man zynisch sagen muß, nunmal leider dauerhaftes Wettrüsten bedeutete. |
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