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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
26.11.2011 - 22:39
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Der Mythos dürfte ja bekannt sein: Die Nasa hat für Millionen von Dollar einen Kugelschreiber entwickeln lassen, der auch in Schwerelosigkeit funktioniert, während die Sowjetunion der Einfachheit halber einfach Bleistifte benutzte.
Für diejenigen, die sowas interessant finden: Wie jeder anständige Mythos enthält auch dieser einen Kern Wahrheit. So funktionieren gewöhnliche Kugelschreiber in Schwerelosigkeit tatsächlich nicht. Der wirkliche Kern liegt aber anderswo begraben: Die Raumschiffe der NASA hatten in den 60ern eine Atmosphäre mit stark erhöhtem Sauerstoffanteil. Das führte u.a. anderem zum Brand von Apollo1. Die Raumschiffe der Russen hingegen waren mit normaler Luft unter Normaldruck gefüllt waren. Ein Bleistift, der essentiell Kohlenstoff, also Kohle ist, stellte insofern also prinzipiell ein Brandrisiko für die NASA dar. Bis zum Apolloprogramm benutzte die NASA aber trotzdem stinknormale mechanische Bleistifte, war aber insbesondere nach dem erwähnten Feuer in Apollo 1 auf der Suche nach Alternativen.
Fündig wurden sie beim "Space Pen" der von der Firma Fisher Space Pen Co. bereits einige Jahre zuvor vollkommen unabhängig von der NASA und ohne öffentliche Gelder entwickelt wurde. Davon wurden lt. Wikipedia 400 zum Stückpreis von 6$ gekauft. Also keine Millionen. Wenig später kauften auch die Russen hundert Exemplare des gleichen Stiftes und musterten damit die vorher verwendeten Fettstifte (auch hier liegt der Mythos daneben) aus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Space_Pen |
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Orakel Verschwörungsfreak


26.11.2011 - 22:39
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Zum Thema Die Nasa und die Kugelschreiber kann ich die Websites oben empfehlen.
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alarich Alien-Commander


Beiträge: 2317 Dabei seit: 16.06.2006
26.11.2011 - 23:00
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Hm, da würde mich mal interessieren warum die NASA ihre Raumschiffe nicht auch mit der normalen Luft wie die Sowjets befüllte. Hatte das nen besonderen Grund (hatte es sicher, ich hab aber nur so eine ungefähre, unausgegorene Vorstellung davon und will mich ungern blamieren) _________________ : ה' רעי לא אחסר
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depeche Rat der 33

Beiträge: 734 Dabei seit: 06.09.2006
26.11.2011 - 23:02
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Danke Dhe, sehr interessanter Beitrag, zumindest was mich angeht!
Eine Frage noch, ein Bleistift besteht doch eigentlich aus Graphit oder?
So weit ich das noch im Kopf hab also aus einer Schicht C-Atome mit einem delokalisiertem Elektronengas, die Schichten halten nur schlecht mit Londonschen Kräften zusammen, sind also leicht verschiebbar.
Steht ich grade aufgrund ein paar Bier aufm Schlauch oder was check ich nicht...
Was ist daran jetzt brennbar?
Ps: Hab gerade noch mal nachgelesen, den ganzen Gram mit der Hybridisierung der C-Atome lass ich mal weg aber meines wissens muss er doch eher flammenhemend sein oder etwa nicht? _________________ Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es
"Warum begegnen Ufos immer nur Durchgeknallten?" |
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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
26.11.2011 - 23:37
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| depeche hat folgendes geschrieben:: |
| Was ist daran jetzt brennbar? |
Graphitstaub, der sich in der Schwerelosigkeit relativ ungehindert verteilen kann, leitet Strom. Wahrscheinlich befürchteten sie Kurzschlüsse usw.
| alarich hat folgendes geschrieben:: |
| Hm, da würde mich mal interessieren warum die NASA ihre Raumschiffe nicht auch mit der normalen Luft wie die Sowjets befüllte. |
Gewichtseinsparungen. Sauerstoff ist zwar prinzipiell etwas schwerer als Stickstoff, allerdings kann der Druck (also die vorhandene Gesamtmasse) signifikant niedriger sein, wenn die Konzentration im Vergleich zu Stickstoff höher ist. Die Apollokapseln waren z.B. zwar während des Starts unter erhöhten Druck gesetzt, während des Flugs selbst aber nur unter 5 psi. Das entspricht (Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgeklammert) über den Daumen ungefähr dem Druck in 4000-5000m Höhe. Der Normaldruck auf Meereshöhe ist etwa ist etwa 14 psi. Aufgrund des erhöhte Sauerstoffanteils konnten die Astronauten aber trotzdem ganz normal atmen und "funktionieren".
Jetzt wo du gefragt hast, würde mich aber mal interessieren, warum sie die Kapsel nicht einfach mit 26% Sauerstoff und 74% Helium unter Normaldruck gefüllt haben (ähnlich wie in Taucherflaschen). Das wäre das beste aus beiden Welten. |
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depeche Rat der 33

Beiträge: 734 Dabei seit: 06.09.2006
26.11.2011 - 23:53
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| Zitat: |
Ein nachteil des Heliums ist, dass es zu einem HPNS ( high pressure nervous syndrom ) kommen kann, welches sich in Übereregbarkeit und Zittern manifestiert.
Da in großen Tiefen der O2 Gehalt unter dem Norm der Umgebungsluft an der Oberfläche gehalten werden muss, darf man Heliox erst ab der dafür vorgesehenen Tiefe verwenden. Bis dorthin verwendet man im technischen Tauchen entsprechende Travel-Gase, welche meist aus Nitrox-Mischungen bestehen. |
Kenn mich damit zwar leider nicht aus, dass hab ich aber per google gefunden....
Aber sonst mit Gewicht etc kann ich es mir auch nicht erklären. He ist ja bekanntlich M=2g/mol und Stickstoff M=14g/mol... na ja, ich lass es gut sein für heute... adios  _________________ Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es
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alarich Alien-Commander


Beiträge: 2317 Dabei seit: 16.06.2006
27.11.2011 - 00:34
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Ah, danke für die Antwort. Das erklärt alles. Wenn ich weiter darüber nachdenke dann ergibt sich daraus ja noch ein ganz anderes Problem zum Beispiel für die Marsmission. Da müssen die Jungs ja ungeheure Mengen Sauerstoff mitnehmen wenn die da ein paar Jahre unterwegs sind, denn im Weltall gibt es davon ja nicht besonders viel. Oder nehmen die vielleicht ein paar Pflanzen mit damit um ihre Vorräte langsam wieder aufzufüllen? (glaube kaum das das so einfach geht)
Ich kenn mich mit der Materie leider nicht so aus, würd mich aber mal interessieren. _________________ : ה' רעי לא אחסר
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Dhe Verschwörungsfreak


Beiträge: 1378 Dabei seit: 16.11.2005
27.11.2011 - 01:35
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| alarich hat folgendes geschrieben:: |
| Da müssen die Jungs ja ungeheure Mengen Sauerstoff mitnehmen wenn die da ein paar Jahre unterwegs sind, denn im Weltall gibt es davon ja nicht besonders viel. Oder nehmen die vielleicht ein paar Pflanzen mit damit um ihre Vorräte langsam wieder aufzufüllen? (glaube kaum das das so einfach geht) |
So genau weiß ich das auch nicht, allerdings kann man Sauerstoff relativ einfach aus Abwasser und Urin mittels Elektrolyse gewinnen. Wird auf der ISS gemacht und auf der MIR wurde es auch gemacht. Ich glaube sogar das Shuttle hatte eine entsprechende Vorrichtung, aber da bin ich mir nicht sicher. Außerdem kann CO2 aus der Atemluft mittels Filtern entfernt werden, so daß man wieder schönen Sauerstoff (bzw. Wasser und irgendein Litiumsalz) hat. Atomuboote können theoretisch jahrelang unter Wasser bleiben, wobei die natürlich immer die Möglichkeit haben einen Frischluftaustausch zu machen.
Kombiniert man beide Methoden hat man eine relativ hohe Wiederverwertungsrate.
Davon abgesehen atmen wir gar nicht so viel. Ich habe jetzt nicht nachgeschaut ob es stimmt, aber mein alter Biologielehrer hat behauptet, daß ein Mensch pro Tag etwa 70L Sauerstoff atmet. Angenommen das stimmt und die sind eine Crew aus 4 Leuten und sind insgesamt 2 Jahre unterwegs, dann brauchen sie also etwas mehr als 20.000L. Klingt viel sind aber nur etwa 400 handelsübliche Flaschen. In dem Kontext ist das im Grunde genommen relativ wenig.
Schlussendlich könnten sie theoretisch gegebenenfalls auch Sauerstoff (und Wasserstoff) auf dem Mars aus Eis herstellen.
EDIT: Ich hab jetzt nachgeschaut. Wir atmen nicht 70L sondern eher um die 600-700L pro Tag. Trotzdem sollte das mit Wiederverwertung bzw. Herstellung von Sauerstoff auf dem Mars immer noch relativ einfach machbar sein.
Was die Pflanzen angeht: Im Grunde genommen ist es kein großes Problem Gewächshäuser im Weltall zu bauen. Bei einer Marsmission ist sowieso davon auszugehen, daß irgendeine Form von künstlicher Gravitation geschaffen wird. Insofern könnte man also zumindest Algen, Moos aber wahrscheinlich auch wesentlich komplexere Pflanzen anbauen.
Konkrete Vorschläge tatsächlich ein Gewächshaus zu bauen, habe ich aber nur in Bezug auf größere Missionen, mit mehreren hundert Besatzungsmitgliedern gelesen. Also offensichtlich dann, wenn es um Kolonisation geht. Das ist aber noch mindestens 50-100 Jahre in der Zukunft.
Insgesamt problematischer ist wahrscheinlich zumindest für die nahe Zukunft Möglichkeiten zu finden, die Astronauten mit ausreichend Wasser zu versorgen und vor Strahlung so gut wie möglich zu schützen. |
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