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Dugway Proving Ground
Rund 130 Kilometer südwestlich von Salt Lake City in Utah befindet sich der „Dugway Proving Ground“, die geheimste militärische Einrichtung in diesem Bundesstaat.
Jahrzehntelang wurde hier ohne Rücksicht auf Verluste die Forschung mit chemischen und biologischen Waffen betrieben. Der folgenschwerste nukleare Test fand 1959 statt, als das Militär die Auswirkung einer Reaktorschmelze erforschte. Dass radioaktiv verseuchte Wolken abdrifteten und die Umgebung kontaminierten, interessierte es damals recht wenig.
Vor allem nach der japanischen Attacke auf Pearl Harbour setzte es eine Welle Tests „zur Abwehr von biologischen und chemischen Angriffen“. Nicht weniger als 328 Versuche mit gefährlichen Keimen fanden dort in einer Weise statt, dass auch die Atmosphäre mit ihnen in Kontakt geriet. Weiters wurden auf dem Gelände des Dugway Proving Ground unzählige Soldaten absichtlich einer Menge von insgesamt sieben Tonnen Nervengas ausgesetzt. Auch Experimente mit den Sporen bildenden Anthrax-Bakterien, die Milzbrand verursachen, durften nicht fehlen. Wen wundert es da noch, wenn man so ganz nebenbei erfährt, dass das Grundwasser dort komplett mit Karzinogenen (krebserregende Stoffe) versucht ist, und in verstärkten Bunkern in den Bergen genug Toxine lagern, um die ganze Menschheit (!) auszuradieren.
Ärzte wurden vom Verteidigungsministerium sogar bedroht, sobald sie Soldaten, die auf Dugway geschädigt worden sind, behandelten. So wurde versucht, die ganzen Sünden unter den Teppich der Geheimhaltung zu kehren.
Unter diesem „Teppich“ befindet sich schon so manch andere Schandtat: Als im Sommer 1955 eine 28-Kilotonnen-Atombombe über Utah detonierte, wusste keiner der Bürger, dass sie soeben die Zündung eines nuklearen Sprengkörpers miterlebt hatten.
Die in Denver beheimatete Firma „Dow Chemical“, die im Regierungsauftrag eine gewaltige Anlage zur Herstellung von Plutonium-Scheiben betrieb, sorgte für die nächste radioaktive Wolke. Als es im Jahr 1957 wieder einmal zu einem Plutonium-Brand gekommen war, zog eine kontaminierte Rauchwolke einen halben Tag lang über Denver hinweg. Offiziell war die Rede von „keinem bis kaum vorhandenen Strahlungsaustritt“, doch ein geheimer Bericht enthält Messungen von einer – gegenüber den normalen Werten 8000fach – erhöhten Belastung nahe einer Ranch und zwei Grundschulen.