Wenn sie wollten hätten sie ... oder ... Atomterror

Liegt es in der Natur des Menschen sich selbst zu zerstören? Wie ist die Atomare Bedrohung 2020 wird es Atomkriege geben und welches Szenario für einen Holocaust gibt es. Hier geht es um Atomwaffen, radioaktive Strahlung und die Folgen wie nuklearer Winter.


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Nedlim
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Wenn sie wollten hätten sie ... oder ... Atomterror

16.03.2009 - 20:56

Ich wollt hier mal ein wenig über das Problem des Atomterrorismus sinieren.
Jedes Jahr verschwinden einige Kilo Radioaktives Material aus irgendwelchen Fabriken,Laboren, Forschungseinrichtungen. Aus Frankreich sind genauso Fälle bekannt wie aus Japan den USA und Russland. Das es sich hierbei um kein harmloses Material handelt dürfte wohl klar sein, könnte es jodoch zum Bau einer schmutzigen Bombe oder gar einer Atombombe dienen.
Nunja die Lage in der Welt ist mehr als verwirrend. So handelt Deutschland z.B. mi dem Iran und verkauft ihm ganz unverholen vor den Augen der IAEA (Internationale Atomenergie Aufsichtsbehörde) Atomreaktoren bzw. Teile für den Bau eben solcher. Natürlich wollte Deutschland im Gegenzug das Versprechen vom Iran haben das dieser mit seinem Waffenprogramm aufhört .... dies soll hier jedoch nur als Beispiel dienen.
Wir haben also folgende Situation ... Wir haben genügend Waffenfähiges Radioaktives Material das potentiel zum Verkauf steht ... Wir haben einen verworrenen Weltmarkt (in einigen Ländern ist es Gang und Gebe, dass Privatfirmen Radioaktives Material untereinander verkaufen) und wir haben mehrere Gruppen höchst gewalltbereiter Terroristen. Nun wo ist das Problem? Warum schmeißen die uns keine Bombe auf den Kopf? Unser "überagender" westlicher Geheimdienst mag vieleicht den ein oder anderen Anschlag ohne unser Wissen verhindert haben aber ich sehe vielmehr eie Psychologische Ursache.
Die Terroristen wissen, dass die Länder auf die sie es am meißten abgesehen haben selbe im besitz von A-Waffen sind und ein großteil dieser Länder würde sich nicht scheuen diese auch einzusetzen. Wie sagte man einst in Russland so schön ... Wenn die Tschetschenen eine A-Waffe gegen Moskau einsetzen, wird es kein Tschetschenien mehr geben. Dies dürfte ziemlich genau die Misere der Terroristen beschreiben. Dies gilt sichrlich nicht für alle Terroristen. Denn Fakt ist .. der Angriff mit einer schmutzigen Bombe würde einen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen, da ein großes Ballungszentrum über Jahre nicht mehr betreten werden könnte. Und somit wäre eine leicht herzustellende schmutzige Bombe das ideale Mittel für einen Terroristen.

(Weiteres würde hier den Rahmen sprengen)
Quelle: Atom Terror
Autor: Martin Schwarz, Heinz Erdmann
Verlag: Knaur
ISBN: 3-426-77753-3
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Dhe
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Re: Wenn sie wollten hätten sie ... oder ... Atomterror

17.03.2009 - 01:18

Nedlim hat geschrieben: Nun wo ist das Problem? Warum schmeißen die uns keine Bombe auf den Kopf?
Weil es nicht so leicht ist eine zu bauen, wie das immer dargestellt wird.
Ehrlich gesagt würde ich mir mehr Sorgen darum machen, daß irgendeine terroristische Organisation einen bereits Fertigen Sprengkopf kauft, als daß sie ihre Finger an spaltbares Material bekommt. Was weiß ich wo sie den herbekommen würden. Nordkorea vielleicht, obwohl selbst die vermutlich zweimal überlegen würden, bevor sie so ein Ding verkaufen.
Die Terroristen wissen, dass die Länder auf die sie es am meißten abgesehen haben selbe im besitz von A-Waffen sind und ein großteil dieser Länder würde sich nicht scheuen diese auch einzusetzen. Wie sagte man einst in Russland so schön ...
Dem würde ich widersprechen. Aus folgendem Grund: Ich habe neulich ein Interview mit Gwynne Dyer gehört. Sehr cleverer Mann übrigens. Darin hat er folgende Theorie geäußert: Al-Quida ging es bei den Anschlägen vom 11. September darum, die Amerikaner in einen großangelegt Krieg in Afghanistan zu locken. Und zwar deshalb, weil sie den vermutlich nicht hätten gewinnen können und sich die ganze Sache zu einem zweiten Vietnam entwickelt hätte. Sprich zu einem Debakel für die USA. Das liegt daran, daß Afghanistan von Militärstrategen gemieden wird wie das Weihwasser vom Teufel. Die Briten haben im 19.Jhd. drei Kriege dorten verloren, die Russen haben es jahrelang nicht geschafft das Land unter Kontrolle zu bringen usw. Es stand also zu erwarten, daß sich auch die USA in einen hoffnungslosen Guerillakrieg verwickelt worden wären. Ungefähr so, wie jetzt im Irak.
Was in diesem speziellen Fall passiert ist, und womit Al-Quaida vermutlich nicht gerechnet hat, war daß der damalige CIA-Cheff George Tenet, entgegem dem was Rumsfeld und die anderen Neokons wollten, auf einen asymetrischen Krieg asymetrisch reagiert hat. Sprich: Er hat nicht etwa tausende Bodentruppen ins Land geschickt, sondern wenige Spezialisten und der Krieg wurde im wesentlichen von den bereits bestehenden Warlords geführt. Ergebnis: Als Kabul fiel, waren weniger als 1000 Amerikaner im Land.

Was ich damit sagen will, ist, daß ich nicht glaube, daß sich eine Terrororganisation von der Gefahr eines nuklearen Gegenschlages abschrecken lassen würde. Im Gegenteil, vermutlich würden sie einen solchen begrüßen.

Konstruieren wir mal folgendes Beispiel: Angenommen die von mir (hoffentlich) frei erfundene Befreiungsfront von Marrokko, würde von einem zwielichtigen kasachischen Händler einen Nuklearsprengkopf kaufen, und würden damit Paris sprengen...
Die Franzosen wissen wer es war, und entschließen sich im Gegenzug Rabbat in die Luft zu sprengen.
Erschiene uns das fair? Nö, denn die Leute in Rabbat haben nicht zwangsläufig was mit der Befreiungsfront zu tun.
Erschiene das der islamischen Welt fair? Hell no!
Würde es Frankreich weltweit in Misskredit bringen? Aber hallo!
Wäre der Terrororganisation damit in die Hand gespielt? Und wie...

Wenn sich irgendein Staat, meinethalben eben der Iran, dazu entschließen würde Atomwaffen einzusetzen, würde ich dir Recht geben. Aber bei diesen Organisationen, die vielleicht mit irgendeinem Staat in Verbindung stehen und vorgeben sich für dieses oder jenes Volk einzusetzen, in letzter Konsequenz aber niemanden als sich selbst repräsentieren, ist der Fall anders gelagert.
Denn Fakt ist .. der Angriff mit einer schmutzigen Bombe würde einen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen, da ein großes Ballungszentrum über Jahre nicht mehr betreten werden könnte.
Ob das so Fakt ist, weiß ich nicht. Die Gefahr, die von tatsächlich gezündeten schmutzigen Bomben ausgeht, wird unterschiedlich bewertet. Hysterie, Panik usw. ist klar, aber wirklich unmittelbar mit Leib und Leben bedroht, würden wahrscheinlich nur diejenigen sein, die das Pech hätten, sie im unmittelbaren Explosionsradius aufzuhalten. Das können niemals mehr als ein paar Häuserblocks sein.
Das bedeutet aber nicht, daß das Gebiet nicht großflächig kontaminiert wäre. Nur erscheint es als unwahrscheinlich, daß eine große Zahl an Leuten direkt an der Strahlenkrankheit erkranken würde.
Sicherlich ist ihr Krebsrisiko auf Lebenszeit gerechnet signifikant gestiegen, aber das macht es im Sinne der von Terroristen erhofften Wirkung unpraktikabel. Interessiert ja keine Sau mehr, ob die 10 Jahre danach anfangen wie die Fliegen zu sterben...naja...jedenfalls nicht so sehr wie es interessieren würde, wenn sie 10 Minuten danach tot wären.
Übrigens ist es auch nicht ganz richtig, daß das Gebiet nicht mehr benutzbar wäre. Mit einigem Aufwand könnte man es wieder reinigen. Ich glaube das Problem ist mehr, daß dorten dann keiner mehr würde wohnen WOLLEN.

Ganz erlich? So eine schmutzige Bombe macht mir weniger Kopfschmerzen, als ein Szenario in dem Terroristen ihre Finger an große Mengen Sarin, Senfgas oder VX bekommen würden. Oder irgendwas ekelhaft Biologisches. Was weiß ich...Pocken, Tularämie, Pest, Malleus, Rizin oder irgendso ein Mist.

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Nedlim
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17.03.2009 - 09:24

Zum Thema schmutzige Bombe .... Wie ich bereits erwähnt habe ist es gar nicht mal so schwer an strahlendes Material zu kommen. Wir erinnern uns nur einmal an die Situation in diversen ex Ostblockstaaten.

So stellen wir uns mal vor die hoffentlich von dir erfundene Befreiungsfront bekommt durch zufall über undurchsichtige Kanäle eine größere Menge Radioaktiven Materials in die Hände ... blöd nur das grade kein Kernwaffentecniker in der nähe ist um eine Bombezu bauen ... naja nehmen wir einfach nen pr Kilo konventionellen Sprengstoff und wickeln da das Material drumherum. Das ganze lassen wir in einer schönen großen Stadt zur rush hour explodieren ....

London hat dieses Szenario einmal durchgespielt ... Eine schmutzige Bombe explodiert am Trafalga Square es sterben dabei 10 Menschen ... vergleichsweise wenig doch nun kommt das Problem ... Je nach verwendetem Material und menge würde innerhalb kürzester Zeit ganz London bis in die Vororte verstrahlt werden ... Eine ganze Stadt als Radioaktives Sperrgebiet ...
Ich zitiere mal aus dem Buch ...
Ein Team von Experten des Consulting-Unternehmen Enviros ersann im Februar 2003 eine Simulation, bei der eine schmutzige Bombe, bestehend aus Cheasiumchlorid und fünf Kilogramm Explosievstoff, am Trafalgar Square gezündet würde. Etwa 10 Menchen stürben ... an den unmittelbaren Folgender Explosion. Viele Meter würde das radioaktive Material in die Luft geschleudert werden, und die radioaktive Wolke hätte binnen einer halben Stunde auch die weiter entfernten Vororte Londons erreicht. ... In einem Umkreis von von einem Kilometer würde vorraussichtlich jeder 100 an Krebs erkranken. Wegen der Kontaminierung mit Caesium würden einige Gebiete der Stadt etwa zweihundert Jahre unbewohnbar bleiben.
Man sieht die Herrstellung ist gar nicht so schwer ... und an Radioaktives Material zu kommen ist für Zahlungskräftige Terroristen heutzutage ebenfalls kein Problem mehr. Der Schaden einer schmutzigen Bombe wäre immens. Hier geht es halt nicht um Personellen Schaden sondern um Wirtschaftlichen. Wenn eine Terrororganisation einer Regierung wirklich schaden will, wäre es für sie sicher Sinnvoller ein Ballungszentrum in eine Menschenleere Wüste zu verwandeln als z.B. ein par hundert Menschen durch eine konventionelle Explosion zu töten.

Das problem sind nicht die Staaten wie Nord Korea oder Iran .. sie wissen das sie von der Internationalen Atomenergiebehörde und der UN überwacht werden .... jegliche Ungereimtheit würde sofort in einem Konflikt enden und diese Staaten sind ja nunmal darauf bedacht ihren Status Quo aufrecht zu erhalten ... da passt ein Krieg nicht gut rein. Das problem sind die "freien" Händler. Wer sich einmal den desolaten Zustand einiger Russischer Atomwaffen Fabriken bzw. Lager angesehn hat kann sich ungefähr vorstellen wie einfach es für zahlungskräftige Privatpersonen sein kann an radioaktives Material zu kommen.

Kleines Beispiel gefällig?
An den Werften von Sewerodwinsk am Weißen Meer sind fast alle russischen Atom-U-Boote gebaut worden. Die einst stolze Kriegsflotte ist heute ein Schrotthaufen. Der Schiffsfriedhof birgt heute nicht weniger als 44 Atomreaktoren mit hochradioaktiven Brennelementen ... Noch schlimmer ist die Situation in der Andreeva-Bucht. Hier befindet sich die größte radioaktive Abfalldeponie der russischen Nordseeflotte. Es gibt hochradioaktive Brennstäbe aus U-Booten, die einfach herumliegen.
Jaja die netten Altlasten aus dem tollen kalten Krieg sorgen nun für eine neue heiße Phase auf diesem Planeten. Bild

Quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www. ... index.html
Hier die offizielle Hp der IAEA ... http://www.iaea.org/
Und von Wiki zur schmutzigen Bombe ... http://de.wikipedia.org/wiki/Radiologische_Waffe
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