Atomkraft

Politische Themen und Diskussionen


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Dhe
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Atomkraft

27.11.2007 - 02:13

Folgende Argumentation:

1. Der Verbrauch an Strom wird global gesehen aus mehreren Gründe in den nächsten Jahren vermehrt steigen
2. Kohle und Erdöl sind begrenzte Rohstoffe, die langsam zur Neige gehen und insofern eigentlich zu schade zur Stromerzeugung sind
3. Alternative Energiequellen, wie Wind, Erdwärme,Wasser und Sonne, können in den momentanen Anwendungsformen den Stromverbrauch weder lokal noch global decken. Eine effektivere Anwendungsform ist derzeit nicht in Sicht
4. Fissionsenergie ist fast CO2 neutral
5. Fissionsenergie ist bei korrekter und durchdachter Anwendung relativ sicher
6. Fissionsenergie ist (in Ermangelung von Kernfusion) das derzeit einzig praktikable Energieerzeugungssystem, daß den vorhandenen Bedarf decken könnte

Daher würde es Sinn machen, bei gleichzeitiger Reduzierung des Stromverbrauchs, die Energieerzuegung wieder vermehrt durch Atomkraftwerke zu betreiben und daneben die Forschung an der Kernfusion verstärkt zu unterstützen.

Diskutiert!

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Araex
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Re: Atomkraft

27.11.2007 - 09:55

Bin absolut dieser Meinung.

Es ist idiotisch was momentan läuft, besonders in der Schweiz. Mit der realistischen Einschätzung, - die wird von niemandem bestritten - dass wir in einen Energieengpass rasseln, ist Otto Normal Schweizer immer noch der Meinung, dass kein weiteres Atomkraftwerk nötig sei.

Mir ist und bleibt es unerklärlich wie solcher Schwachsinn der von den Grünen kommt überhaupt bestehen kann. Die Argumentation von den Gegner ist an der Haaren herbei gezogen und läuft immer, ausnahmslos immer, darauf hinaus, dass es gefährlich für Mensch und Umwelt sei und ein Ziel für Terrorattacken sein könnte. Natürlich totaler Schwachfug. AKWs sind mehr als nur Bomben sicher. Wortwörtlich! Was in Tschernobyl passiert ist, passierte unter sehr zweifelhaften Bedingungen. Es ist eine Technologie mit der man vorsichtig umgehen muss, aber gerade in fortschrittlichen Staaten mit strengen Richtlinien wie der Schweiz oder auch Deutschland stellen solche AKWs nicht im geringsten eine Gefahrenquelle dar. Einzig sehen die Kühltürme scheisse aus - das wars dann.

depeche
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27.11.2007 - 19:03

Bin absolut dieser Meinung.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Da ich die Politik zur Zeit eh kaum durchschaue was sie damit erreichen wollen.
Nat, ist die endlagerung ein Problem, aber sie haben ja im Gegenzug 28 neue Kohlekraftwerke geplant.

Von daher, danke für deine Aufforderung aber ich kann hier nur meine Zustimmung bekannt geben.
Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es


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Dhe
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Re: Atomkraft

27.11.2007 - 20:27

Araex hat geschrieben:Die Argumentation von den Gegner ist an der Haaren herbei gezogen und läuft immer, ausnahmslos immer, darauf hinaus, dass es gefährlich für Mensch und Umwelt sei und ein Ziel für Terrorattacken sein könnte.
Selbst wenn das so wäre, ist nicht ein guter Teil der schweizer AKW sowieso unterirdisch gebaut? Und wieso baut man die nicht generell unter der Erde?

Edit: Hab, was die Akw in der Schweiz angeht, selbst nachgeguckt...komisch wie ich darauf gekommen bin. Muß ich irgendwo mal aufgeschnappt haben.
Zuletzt geändert von Dhe am 27.11.2007 - 21:21, insgesamt 1-mal geändert.

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27.11.2007 - 20:46

Weiß jemand wie es mit den Deutschen Uranvorkommen Mengenmäßig aussieht?

Da soll ja welche geben, aber aus angeblich wirtschaftlichen Gründen werden die nicht genutzt.

Letztendlich denke ich das auch Uran unseren Enegiebedarf in den nächsten 100 Jahren nicht decken kann. Und wenn die Förderung im eigenen Land/der EU nicht ausreicht, ist man wieder von anderen Staaten abhängig.

Auf die Entwicklung einer wirtschaftlichen Kernfusion zu spekulieren, ist denke ich mal ein ziemliches Risiko-Spiel, zu mal daran doch sicher schon ne weile geforscht wurde.

Letztendlich führt meiner Meinung nichts an Erneuerbaren Energiequellen vorbei, ich würde ja vorschlagen, das die ganzen subventionierten Bauern mal was wirklich brauchbares auf ihren Feldern ziehen (Zucker->Ethanol oder Rapsöl), was man dann gleichzeitig auch als Treibstoff verwenden kann.

depeche
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27.11.2007 - 21:13

Letztendlich denke ich das auch Uran unseren Enegiebedarf in den nächsten 100 Jahren nicht decken kann
sehe ich auch so, aber es muss ja nicht auf langfristige Zeit verfolgt werden. Sondern einfach nur die nächsten 30-40 Jahre bis man mit der Technologie weiter ist und die erneuerbaren Energien besser nutzen kann.
das die ganzen subventionierten Bauern mal was wirklich brauchbares auf ihren Feldern ziehen (Zucker->Ethanol oder Rapsöl)

Dagegen. Wir bauen hier Mais an und verbrennen ihn damit wir Energie gewinnen.
Wo bekommen wir unseren Mais her -> Indien etc also aus Ländern die eh schon arm sind und die Bevölkerung nicht genug Nahrung hat.

Und das Mit dem Öko-Disel wie auch immer.
Ich glaube ein großteil wird aus irgendwelchen Palmwedeln hergestellt die in Brasilien angebaut werden, den Regenwald und den Lebenraum der Tiere dort wird so auch zestört.
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27.11.2007 - 23:26

Dagegen. Wir bauen hier Mais an und verbrennen ihn damit wir Energie gewinnen.
Wo bekommen wir unseren Mais her -> Indien etc also aus Ländern die eh schon arm sind und die Bevölkerung nicht genug Nahrung hat.
Ich sprach ja gezielt von unseren EU-subventionierten Bauern, diejenigen die praktisch vom Staat dafür bezahlt werden, das sie etwa Zucker zu Preisen unterhalb der Produktionskosten auf den Weltmarkt werfen und damit verhindern das Geld in die dritte Welt fliest.

Wenn diese künstlich verbilligten Überschüsse nicht mehr auf den Weltmarkt landen (weil wir etwa aus ihnen Treibstoff machen), können diese 'armen' Länder auch ihre eigenen Waren auf dem Weltmarkt verkaufen, was letztendlich Geld in die Kasse der dortigen Bauern bringt und so gegen die Armut wirkt.

Die Armut ist nämlich das eigentlich Problem, aus dem der Welthunger entstammt.

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alarich
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28.11.2007 - 03:06

So, ich stelle mich mal gegen die Atomkraft auch wenn ich mich damit in ein Haifischbecken begebe. Ich hoffe aber das wir hier eine faire und ernsthafte Diskussion führen können.
In zwei Punkten stimme ich euch zu.
1. Unsere Zukunft liegt nicht in Kohle/Öl und sonstigen Kraftwerken.

2.Einige Atomkraftgegner wissen gar nicht wovon sie reden und erzählen dauernd etwas von "Terrorgefahr". Sicher ist das durchaus auch ein Punkt der gegen Atomkraft spricht, aber nicht der Hauptgrund. Ich habe mal versucht die gängigsten Thesen welche für Atomkraft sprechen aufzustellen und zu wiederlegen.


These: Atomkraft ist umweltfreundlich

Zwar stoßen Atomkraftwerke kein CO2 aus, aber sie produzieren trotzdem welches: Brennstoffe müssen gewonnen werden und der Atommüll muss ja auch wieder raus. Beim Transport wird wieder CO2 produziert.
Ausserdem bleibt das leidige Thema mit dem Abfall. Niemand weiß was aus dem Atommüll werden soll. Wir können ja nicht auf Dauer den Untergrund vollstopfen, oder? Und das Zeug hällt sich immerhin über mehrere hundertausend Jahre.

These: Atomkraft kann uns umweltfreundlich mit Energie versorgen.

Sorry, aber das ist der größte Unsinn denn es gibt. Derzeit gibt es weiltweit 435 Atomkraftwerke, welche ca 2-2,5% nach (IAEA) des Weltbedarfs an Strom decken. Nicht gerade beeindruckend für eine Technologie die in den letzten 50 Jahren über 70% der Energieforschungsmittel floßen, oder? Für eine 100% Deckung bräuchte man also 2170 neue Atomkraftwerke. Aber selbst für 50& müssten es noch über 1000 sein. Das hieße also der Neubau von 1000 Atomkraftwerken, Anlieferung von Material, Bau usw. würde wieder massenweise CO2 produzieren. Aber das ist nicht einmal das größte Problem. Das größte Problem ist das man dann zwar die Kraftwerke hätte, aber nichts damit anfangen könnte. Denn man braucht zum betreiben Uran und davon gibt es einfach nicht genug.
Und selbst wenn: Das Entsorgungsproblem würde sich verzehn ja verhundertfachen. Wohin mit dem Atommüll?
Atomkraftwerke können uns also weder lang, noch kurzfristig mit der benötigten Energie versorgen.


These: Atomkraft ist sicher.

Und schon wieder falsch. Was passieren kann wenn so ein Werk sich mal verabschiedet haben wir in Tschernobyl gesehen. Und das ist keineswegs etwas, was nicht wieder passieren kann.
Das es immer noch zu "Störfällen" kommt zeigt diese Liste.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_ ... gen#2000er

Wer jetzt sagt: "So lang ist die gar nicht" Der sollte bedenke das da nur Unfälle verzeichnet sind. Störungen, welche quasi noch einmal gut gegangen sind, sind nicht verzeichnet. Ein Supergau kann auch heute jederzeit passieren. Es ist so als ob man ein Kind mit Streichhölzern spielen lässt. 99 mal reißt es eins an und es erlischt wieder ohne irgend einen Schaden anzurichten. Aber beim 100ersten Mal bricht ein Brand aus.
Also: Wenn so ein Windrad umfällt, dann zertrümmert es vielleicht ein Auto. Im schlimmsten Fall sitzten da Insassen drinne, was zwar bedauerlich wäre, aber nicht zu vergleichen mit dem was passiert wenn ein Atomkraftwerk aus den Rudern gerät.


Also was bleibt: Atomkraft ist weder sicher, noch sauber noch effektiv. Es bringt nichts großangelegt neue Atomkraftwerke zu bauen, da sie weder über 100 noch über 40 Jahre unseren Energiebedarf decken können.

Man muss der Welt vorwerfen, das sie schon seid 20 Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien setzten sollte. Ich stimme zu, das die derzeitigen Möglichkeiten nicht ausreichen um die Welt mit regenerativer Energie flächendeckend zu versorgen. Aber die Ressourcen, welche in den Neubau von Atomkraftwerken gesteckt werden, wären doch besser in der Forschung nach verbesseren Wind/Sonne und Wasserkraftwerken investiert. Und ganz nebenbei: Knapp 12% des Weltenergiebedarfs werden durch eben diese erneuerbaren Energien gedeckt. Ohne rauchende Schonrsteine und radioaktiven Müll. Das ist knapp 6 mal so viel wie wir von der Atomkraft kriegen. Einleuchtende Rechung, oder?
Seht es mal so. Wir haben da oben am Himmel einen riesigen Energieball, welcher uns kostenlos Energie liefert. Wäre doch irrsinnig wenn wir denn nciht nutzen würden, oder?


Soweit zur Atomkraft und nun zur Fusionsenergie:
Fusionsenergie ist für mich so etwas wie die Fruchtbäume des Tantolos. Wir strecken uns und strecken uns und kommen trotzdem nciht heran. Vor 50 Jahren hat man noch groß getönt, das es in 50 Jahren soweit sein soll. Und was haben wir? Faktisch nichts. Und wir werden wieder vertröstet das es in 50 Jahren soweit ist.
Wie oben schon angsprochen hat man darin weltweit investiert, mehr als in jede andere Energiesparte, in der Hoffnung eine eierlegende Wollmilchsau zu bekommen. Und heute hat man faktisch nichts auf der Hand, ausser ein paar schöne Versprechungen für die Zukunft. Wenn ihr davon redet noch mehr Geld in die Forschung darein zu investieren, dann frage ich mich wieviel ihr da noch rein pumpen wollt.

Und jetzt kommt der finale Schlag. Was genau spricht eigentlich dagegen das Geld was ihr in Atomkraft und Fusionsenergie stecken wollt in erneuerbare Energien zu stecken, die billiger, sauberer, sicherer und vor allem schon jetzt effektiver sind?
Ich hoffe die 1 1/2 Stunden, welche ich an diesem Text geschrieben habe, haben etwas genützt und ihr seht das 1. nicht alle Atomkraftgegner Spinner ohne schlagende Argumente sind und 2. das Atomkraft eben doch nicht sooo toll ist.
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Dhe
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28.11.2007 - 23:13

alarich hat geschrieben: These: Atomkraft ist umweltfreundlich

Zwar stoßen Atomkraftwerke kein CO2 aus, aber sie produzieren trotzdem welches: Brennstoffe müssen gewonnen werden und der Atommüll muss ja auch wieder raus. Beim Transport wird wieder CO2 produziert.
Deshalb habe ich ja "fast CO2 neutral" geschrieben. Ansonsten ist der Punkt insofern richtig. Nur gilt das in ähnlicher Form für alle Energieformen. Auch Stahl für das Windrad muß aus der Erde gebuddelt werden, Gezeitenkraftwerke müssen ab und an gewartet werden usw.

Wenn man also den CO2 Ausstoß in Relation zur Energieausbeute setzt, würde ich fast sagen, daß Atomkraftwerke zumindest in einem pragmatischen Rahmen, dabei am besten dastehen.
Derzeit gibt es weiltweit 435 Atomkraftwerke, welche ca 2-2,5% nach (IAEA) des Weltbedarfs an Strom decken.
Nach den Zahlen, die mir vorliegen, gibt es (2007) 431 Reaktorblöcke, die für 16% des weltweit produzierten Stroms verantwortlich zeichnen. Das finde ich allerdings beeindruckend, vor allem, wenn man es mit der Zahl von Öl, Kohle und Gaskraftwerken gegenrechnet.
Für eine 100% Deckung bräuchte man also 2170 neue Atomkraftwerke.
In Deutschland produzieren 197 (bei vorsichtiger Zählung) konventionelle Kraftwerke 75% des Stroms. Dabei sind auch schon regenerative Energiequellen mitgerechnet.

Demgegenüber können 17 atomare Reaktorblöcke 24% des Stroms erzeugen. (Quelle)

Ich will ja nicht überheblich sein, aber in meinen Augen heißt das ungefähr, daß Atomkraftwerke bisherigen konventionellen Kraftwerken allein bei der Stromerzeugung mindestens im Verhältnis 1:3 überlegen sind.

Insofern würde ich also 2170 (die ja auf deinen Zahlen basieren) neue Atomkraftwerke um den derzeitigen Bedarf an Strom weltweit zu decken, als relativ wenig sehen. Vor allem wenn man überlegt, was an konventionellen Kraftwerken - wozu ich wie gesagt auch Solar, Wind und Wasser rechne - gebaut werden müßte um den gleichen Effekt zu erzielen.
Das größte Problem ist das man dann zwar die Kraftwerke hätte, aber nichts damit anfangen könnte. Denn man braucht zum betreiben Uran und davon gibt es einfach nicht genug.
Na, Uran haben wir noch viel und selbst wenn das alle ist, könnten wir immernoch Thorium nehmen. Davon abgesehen, hat Uran im Gegensatz zu Kohle, Öl und Gas den Vorteil, daß man es nicht von instabilen oder unangenehmen Ländern kaufen muß, sondern jederzeit zu den freundlichen Kanadiern oder Australiern gehen kann.
Atomkraftwerke können uns also weder lang, noch kurzfristig mit der benötigten Energie versorgen.
Ich stimme dir insofern zu, daß Atomkraftwerke keine langfristige Lösung sein können. Dafür ist die von dir angesprochene Atommüllproblematik zu ernst. Mittelfristig ist Atomkraft allerdings die einzige Lösung die ich sehe um der Energiekrise, in die wir in spätestens 80 Jahren einfach zwangsläufig reinrasseln werden, entgegen zu wirken.

Selbst wenn man den Energieverbrauch in der westlichen Welt senken könnte, bezweifle ich, daß die jetztigen Schwellenländer zu einer freiwillgen Selbstbeschränkung bereit wären.

Auch die alternativen Energien sehe ich nicht als Lösung. Denn selbst wenn man den Wirkungsgrad der jetzigen Anlagen technisch erhöhen könnte, würde das nichts an der Tatsache ändern, daß die Sonne auf einen Quadratmeter Erde nur soundsoviel Energie schickt, Flüsse nur soundsoschnell fließen und der Wind nur soundsoschnell weht - wenn er überhaupt weht . Alle drei Zahlen würden selbst heute nicht ausreichen um den Energiebedarf zu decken, selbst wenn man praktisch jeden Quadratmeter Boden zupflastern würde.
Was passieren kann wenn so ein Werk sich mal verabschiedet haben wir in Tschernobyl gesehen. Und das ist keineswegs etwas, was nicht wieder passieren kann.
Tschernobyl war ein graphitmoderierter Reaktor ohne Containment. Mit anderen Worten: Bereits konzeptionell ein Scheisskraftwerk.

Große Teile des Unfalls in Tschernobyl gehen auf das Konto der RBMK-Bauart, die nunmal Schwachsinn war/ist.

Dazu kam noch eine laxe Auslegen der Sicherheitsvorschriften und in bedingtem Ausmaß menschliches Versagen.

In einem Candureaktor oder einem Siede- bzw. Druckwasserreaktor westlicher Art, ist ein Unfall nach dem Muster wie er sich in Tschernobyl abgespielt hat, bauartbedingt nicht nur unwahrscheinlich sondern ausgeschlossen.

Trotzdem können Störfälle natürlich nicht ausgeschlossen werden, wie deine Liste belegt.

Allerdings muß man hier, auch wenns technokratisch ist, wieder darauf hinweisen, daß es mit Ausnahme von Tschernobyl und Majak (das kein AKW war), wissenschaftlich streitbar ist, ob schon jemals Personen außerhalb von Atomkraftwerken durch von AKWs verursachte Strahlung zu Schaden gekommen sind.
Also: Wenn so ein Windrad umfällt, dann zertrümmert es vielleicht ein Auto. Im schlimmsten Fall sitzten da Insassen drinne, was zwar bedauerlich wäre, aber nicht zu vergleichen mit dem was passiert wenn ein Atomkraftwerk aus den Rudern gerät.
Die Frage, ob ein Atomkraftwerk sicher oder unsicher ist, hängt meines Erachtens mit der Bauart, der Ausbildung der Mitarbeiter und dem Wartungszustand zusammen. Das sind drei Faktoren, die - absolute Ernsthaftigkeit und Unabhänigkeit vorrausgesetzt - von staatlicher Seite relativ gut kontrolliert werden können.
Fusionsenergie ist für mich so etwas wie die Fruchtbäume des Tantolos. Wir strecken uns und strecken uns und kommen trotzdem nciht heran. Vor 50 Jahren hat man noch groß getönt, das es in 50 Jahren soweit sein soll. Und was haben wir?
ITER. Mal sehen, wie es weitergeht.

Außerdem ist die Frage, wieviel Geld wirklich in die Fusionsenergie gesteckt wurde. Immerhin ist man ja wirklich erst in der Ölkrise der 70er auf den Schuh gekommen, daß uns irgendwann der Strom ausgehen könnte.
Und jetzt kommt der finale Schlag. Was genau spricht eigentlich dagegen das Geld was ihr in Atomkraft und Fusionsenergie stecken wollt in erneuerbare Energien zu stecken, die billiger, sauberer, sicherer und vor allem schon jetzt effektiver sind?
Ich habe es bereits angedeutet. Die Menge an Energie, die uns alternative Quellen liefern können ist einfach begrenzt. Mag sein, daß ich mich geirrt habe und man den momentanen Bedarf vielleicht noch decken könnte, aber du darfst nicht vergessen, daß bereits heute 2,7 Mrd. Chinesen, Inder und Brasilianer in den Startlöchern stehen und sich auf ihren 30" HDTV-Fernseher mit 7.1 DolbyDigital freuen. Und das wollen wir ihnen doch nicht absprechen...

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Araex
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29.11.2007 - 10:06

alarich hat geschrieben: Zwar stoßen Atomkraftwerke kein CO2 aus, aber sie produzieren trotzdem welches: Brennstoffe müssen gewonnen werden und der Atommüll muss ja auch wieder raus. Beim Transport wird wieder CO2 produziert.
Das ist Erbsenzählerei! Man kann natürlich die Bauzeit, LKW Transporte von Brennstäben, Reaktor bauen und alles dazu rechnen. Nur vergleich das ganze jetzt einfach mal mit dem Gegenüber. Braunkohle - Lachhaft. Ich hab keine Zahlen vorliegen, aber ich mach jede Wette, dass ein Braunkohlekraftwerk zum Bau fast gleichviel, und dann jeden Tag, jede Stunde und jede Minute weiter macht. Auch ein Windrad stösst CO2 auf, einer muss es schliesslich bauen! Und um gleichviele Windräder aufzustellen, um nur 1AKW abzudecken. Ich glaube kaum, dass da viel weniger CO2 zusammenkommt.
Ausserdem bleibt das leidige Thema mit dem Abfall. Niemand weiß was aus dem Atommüll werden soll. Wir können ja nicht auf Dauer den Untergrund vollstopfen, oder? Und das Zeug hällt sich immerhin über mehrere hundertausend Jahre.
Auch das stimmt nur bedingt. Man hat Methoden um eine Endlagerung sinnvoll um zu setzen. Das Problem ist eher der Standort. Denn auch gegen wissenschaftliche Studien, Experimente und Dokumente kommt man nicht gegen die Einwohner eines Gebietes an, die keinen Atommüll unter ihrer Stadt wollen.

Es gibt, gut durchdachte, Konzepte von komplexen unterirdischen Anlagen die eine Lagerung von weit über 1'000 Jahren ermöglichen. Ich muss eingestehen, dass es sich wirklich nur um eine Endlagerung handelt. Es ist keine Lösung als solches, sondern einfach eine Möglichkeit, dieses Material so zu lagern, dass keine Schäden entstehen mit der Möglichkeit, das Material wieder zu bergen im Falle, dass eine Technologie gefunden wird, mit der man etwas sinnvolles mit diesem Abfall machen kann.
Sorry, aber das ist der größte Unsinn denn es gibt. Derzeit gibt es weiltweit 435 Atomkraftwerke, welche ca 2-2,5% nach (IAEA) des Weltbedarfs an Strom decken. Nicht gerade beeindruckend für eine Technologie die in den letzten 50 Jahren über 70% der Energieforschungsmittel floßen, oder?
Das ist einfach Unsinn. Der Reaktor vom KKLeibstadt hat eine Leistung von ~1200MW. 1Reaktor! Vielleicht im Vergleich, die Richtigen Dicken Windräder - WIRKLICH grossen (100m+ Rotordurchmesser) haben eine eine Nennleistung von etwa 5MW. Ein Braunkohlekraftwerk kann man nicht ohne weiteres Vergleichen, aber nur wenige kommen über 1MW hinaus und die haben Standardmässig mehrere Kraftwerkblöcke.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_ ... gen#2000er

Wer jetzt sagt: "So lang ist die gar nicht" Der sollte bedenke das da nur Unfälle verzeichnet sind. Störungen, welche quasi noch einmal gut gegangen sind, sind nicht verzeichnet.
Das stimmt nicht, das sind alle. Was ist denn ein Unfall für dich? Dort ist die Kernschmelze in Lucens aufgelistet! In Lucens ist das gleiche passiert wie in Tschernobyl, aber es ging gut weil das Personal geschult und der Ernstfall geübt worden ist. Klar, es war eine Katastrophe. Aber kein Mensch ist gestorben, kein Gebiet verstrahlt worden.

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29.11.2007 - 15:43

in Anbetracht der widersprüchlichen Zahlen die euch und mir vorliegen, werde ich noch intensiver recherchieren und meine Ergebnisse im Laufe des Wochenendes zur Verfügung stellen.
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03.12.2007 - 22:29

So, hat zwar ein bissel länger gedauert aber ich habe noch einiges heraus gefunden.
Zuerst einmal die Zahlen der Energiedeckung. Nach ausführlicher Recherche habe ich heraus gefunden das sowohl Dhes als auch meine Zahlen richtig sind. Nur meine sind etwas richtiger ;)
Atomstrom trug im Jahr 2002 16,6 % zur weltweiten Elektrizitätserzeugung bei. Der Anteil der Elektrizität an der Deckung des Energiebedarfs betrug 16,1 %, Atomstrom deckte somit nur 2,7% des weltweiten (End-)Energiebedarfs
Quelle: http://www.nuclear-free.com/deutsch/traube3.htm


DHE:
Na, Uran haben wir noch viel und selbst wenn das alle ist, könnten wir immernoch Thorium nehmen. Davon abgesehen, hat Uran im Gegensatz zu Kohle, Öl und Gas den Vorteil, daß man es nicht von instabilen oder unangenehmen Ländern kaufen muß, sondern jederzeit zu den freundlichen Kanadiern oder Australiern gehen kann.
Wenn du es so siehst: Sonne und Wind brauchen wir gar nicht kaufen.



Ich habe es bereits angedeutet. Die Menge an Energie, die uns alternative Quellen liefern können ist einfach begrenzt. Mag sein, daß ich mich geirrt habe und man den momentanen Bedarf vielleicht noch decken könnte, aber du darfst nicht vergessen, daß bereits heute 2,7 Mrd. Chinesen, Inder und Brasilianer in den Startlöchern stehen und sich auf ihren 30" HDTV-Fernseher mit 7.1 DolbyDigital freuen. Und das wollen wir ihnen doch nicht absprechen..
Auch die alternativen Energien sehe ich nicht als Lösung. Denn selbst wenn man den Wirkungsgrad der jetzigen Anlagen technisch erhöhen könnte, würde das nichts an der Tatsache ändern, daß die Sonne auf einen Quadratmeter Erde nur soundsoviel Energie schickt, Flüsse nur soundsoschnell fließen und der Wind nur soundsoschnell weht - wenn er überhaupt weht . Alle drei Zahlen würden selbst heute nicht ausreichen um den Energiebedarf zu decken, selbst wenn man praktisch jeden Quadratmeter Boden zupflastern würde.
So gesehen ist alles begrenzt. Atomkraftwerke können auch nur einen bestimmten Betrag an Energie liefern. Ich sehe die Sache da halt ein bissel anders. Meiner Meinung nach können regenerative Energien (welche ja nicht nur aus Wind, Wasser und Sonnenkraftwerken besten (es gibt ja noch die sog. Biomasse, Gezeitenkraftwerke (okay, die kann man noch unter Wasserkraft verbuchen) und Geothermie. Letzteres ist derzeit noch eine ziemlich trickige Sache, hat aber enormes Potential. Meiner Meinung nach würde diese Energie ausreichen um die ganze Welt auch in Zukunft noch mit Energie zu versorgen. Selbst wenn die Chinesen mit ihren Hifi-Stereoanlagen kommen.

ARAEX
Es gibt, gut durchdachte, Konzepte von komplexen unterirdischen Anlagen die eine Lagerung von weit über 1'000 Jahren ermöglichen. Ich muss eingestehen, dass es sich wirklich nur um eine Endlagerung handelt. Es ist keine Lösung als solches, sondern einfach eine Möglichkeit, dieses Material so zu lagern, dass keine Schäden entstehen mit der Möglichkeit, das Material wieder zu bergen im Falle, dass eine Technologie gefunden wird, mit der man etwas sinnvolles mit diesem Abfall machen kann.
Lass es mich so ausdrücken. Der Mensch scheißt seid seiner Enstehung und bis jetzt kann man noch nichts nützliches mit den Exkrementen anfangen. Ich denke auch das Uranabfälle genauso nutzlos sind. Und auf ewig kannst du den Untergrund ja nicht vollstopfen.


Und noch mal die Sache mit den Unfällen. Mag sein das vielleicht in Deutschland die Sicherheitsstandards hoch genug sind das ein Unfall unwahrscheinlich wird (auszuschließen ist er nie und schon allein das spricht gegen Atomkraft.)
Aber nehmen wir mal an das Afrika usw. auch anfangen Atomkraftwerke zu bauen. Dort gibt es dann kaum oder keine staatlichen Kontrollen. Denn man muss ja Geld sparen. Dort entsteht dann ziemlich schnell ein neues Tschernobyl.
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