Die Palmblattbibliotheken und ihre Prophezeiungen

Naturkatastrophen und Überbevölkerung sowie Umweltverschmutzung. Wo liegt die größte Gefahr für die Menschheit? Wie können die Gefahren verhindert werden? Diskutiert werden Katastrophen wie Vulkanausbruch, Überschwemmungen und Erdbeben sowie Tsunamis. Außerdem Umweltkatastrophen wie Waldsterben, Luftverschmutzung und Treibhauseffekt.


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Die Palmblattbibliotheken und ihre Prophezeiungen

23.07.2007 - 23:39

Zu Thomas Ritters Buch „Die Palmblattbibliotheken und ihre Prophezeiungen zur Zukunft Europas“.

Folgende Zusammenfassung stammt von Armin Risi:

Die Diskussion um die Frage, ob diese Palmblatt-Prophezeiungen, die Thomas Ritter in seinem Buch (Januar 2006) veröffentlichte, echt oder gefälscht sind, wird vielerorts sehr emotional geführt, und es geschieht schnell, dass dabei die Fakten untergehen oder nicht einmal genannt werden. Die Verdachtspunkte, die auf eine Fälschung hinweisen, haben sich leider bestätigt, insbesondere seit in der Zeitschrift "mysteries" (Mai/Juni 2007) nachgewiesen wurde, dass sich in den angeblichen Prophezeiungen wörtliche Übereinstimmungen mit einem Spiegel-Artikel finden.

Uns allen wäre es lieber, wenn diese Story wahr gewesen wäre, aber das ist sie anscheinend nicht. Damit die Diskussionen sachlich bleiben können, sollen hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst werden:




>Fakt 1: Die lange WÖRTLICHE Übereinstimmung von Thomas Ritters „Prophezeiungen“ aus dem Jahr 2005 mit einem „Spiegel-Online“-Artikel vom 22. Februar 2004. Die Zeitschrift „mysteries“ kommentierte diesen Fakt mit folgender Überschrift: „Klima-Prophezeiung bei ‚Spiegel’ abgeschrieben“. Die beiden Textstellen werden weiter unten zitiert und gegenübergestellt.

>Fakt 2: Der Bauer „Anandh Ramesh“, von dem Thomas Ritter 1998 die angeblichen Palmblattmanuskripte gekauft haben will, ist heute in seinem Heimatdorf unbekannt, wie auch Thomas Ritter selber zugeben muß (mit einer unglaubwürdigen Erklärung; siehe unten).

>Fakt 3: Der angebliche Übersetzer „Ganeshbabu Shastri“ von Kanchipuram ist in und um Kanchipuram, wo er gelebt haben soll, nirgendwo bekannt. Thomas Ritters Erklärung hierfür ist ebenfalls unglaubwürdig (siehe unten).

>Fakt 4: Manuskriptabgabe war der Juni 2005. Genau bis zu diesem Zeitpunkt sind die Beschreibungen der bereits geschehenen Ereignisse, als Prophezeiung formuliert, detailliert, meist sogar mit der taggenauen Nennung des Datums. Die Manuskriptabgabe markiert einen tiefen Einschnitt, denn nach dem Juni 2005 kommen nur noch vage oder im Juni 2005 bereits bekannte Angaben, andere waren rundweg falsch.




Thomas Ritters Antworten auf diese Fakten sind Ausflüchte oder dann persönliche Angriffe auf mich, wie wenn ich der einzige wäre, dem diese Widersprüche aufgefallen wären.

Im weiteren folgen nähere Ausführungen zu den oben zusammengefassten vier Fakten.




>Fakt 1: Im Internet abgeschrieben

Die angeblichen Prophezeiungen umfassen nur rund 20 Seiten im Buch. (Das ist eine richtige Angabe, obwohl Thomas Ritter in seiner Stellungnahme behauptet, sie sei falsch. Natürlich erstrecken sich die Prophezeiungskapitel über mehr als zwanzig Seiten, aber diese Kapitel enthalten viele Kommentare und andere Zitate. Die reinen Texte der angeblichen Prophezeiungen umfassen tatsächlich nur rund 20 Seiten.)



In der Ausgabe von „mysteries“ (Nr. 21, Mai/Juni 2007) wurde aufgedeckt, daß fast eine ganze Buchseite wörtlich einem Artikel von „Spiegel Online“ entspricht:

„Klima-Prophezeiung beim ‹Spiegel› abgeschrieben“!



Hierbei handelt es sich um folgenden Artikel:

„Pentagon-Studie: Yodas apokalpytische Visionen“,

Spiegel Online, 22. Februar 2004.



In diesem Artikel finden sich folgende Formulierungen:



„Der Golfstrom, der wie eine riesige Warmwasserheizung Milliarden Liter von Tropen-Wasser in den Norden pumpt, verliert an Kraft, ändert seine Richtung und kollabiert plötzlich ganz. Eisige Winde brausen über Nordeuropa hinweg, verheerende Stürme und Fluten verwüsten die Küsten. Die Wälder sterben ab, die Ebenen an Nord- und Ostsee gefrieren zur Tundra./ Die dramatischen Klimaänderungen bringen Menschen und Regierungen in Not. Öl wird knapp, die friedenssichernden Bündnisse erodieren. Blutige Konflikte brechen aus, Kriege um Rohstoffe und Nahrung verwüsten die Kontinente. Innerhalb weniger Jahre gerät die Welt an den Rand der totalen Anarchie.

(...) Durch die enormen Süßwassermengen, die von schmelzenden Gletschern und Polareis freigesetzt werden, könnte der Golfstrom schon in den nächsten Jahren an Kraft verlieren. Die Folge wären verheerende Dürren im Süden der USA, Überschwemmungen in China. Skandinavien würde sich in eine Eiswüste verwandeln, dicht besiedelte Küstenstaaten wie Holland oder Bangladesh würden

überflutet. Millionen hungernder Flüchtlinge würden ihre Heimat verlassen und in die reichen Länder drängen./ Länder mit labiler Regierung wie Pakistan oder Russland könnten versucht sein, ihr Nukleararsenal einzusetzen, um sich Nahrung oder Rohstoffe zu erkämpfen.“



Dieselben Formulierungen, nur in einer etwas veränderten Reihenfolge, finden sich in Thomas Ritters „Prophezeiungen“ auf S. 189:



„Die jährlichen Durchschnittstemperaturen steigen weiter. Dadurch wird der Golfstrom, der Milliarden Liter von Tropen-Wasser in den Norden pumpt, an Kraft verlieren, seine Richtung ändern und plötzlich ganz kollabieren. Durch die enormen Süßwassermengen, die von schmelzenden Gletschern und Polar-Eis freigesetzt werden, verliert der Golfstrom innerhalb einiger weniger Jahre deutlich an Kraft. Die Folge werden verheerende Dürren im Süden der USA und Überschwemmungen in China sein. Skandinavien wird sich in eine Eiswüste verwandeln, dicht besiedelte Küstenstaaten wie Holland oder Bangladesch werden überflutet. Millionen hungernder Flüchtlinge werden ihre Heimat verlassen und in die reichen Länder drängen. [...] Eisige Winde brausen dann über Nordeuropa hinweg, verheerende Stürme und Fluten verwüsten die Küsten. Die Wälder sterben ab, die Ebenen an Nord- und Ostsee gefrieren zur Tundra./ Die dramatischen Klimaänderungen bringen Menschen und Regierungen in Not. Brennstoffe werden knapp, die wenigen noch vorhandenen friedenssichernden Bündnisse erodieren. Blutige Konflikte brechen aus, Kriege um Rohstoffe und Nahrung verwüsten die Kontinente. Innerhalb weniger Jahre wird die Welt an den Rand der totalen Anarchie geraten. Länder mit labiler Regierung wie Pakistan und Russland werden versucht sein, ihr Nukleararsenal einzusetzen, um sich Nahrung oder Rohstoffe zu erkämpfen."

Bis zum 10. Mai 2007 sandte ich vier Anfragen an Thomas Ritter, um seine Erklärung für diese Übereinstimmung zu bekommen. Dann gab ich auf, denn Thomas Ritter wollte keine Erklärung abgeben, außer daß er auf seine Antwort im Interview mit „mysteries“ verwies. Dort hatte er gesagt: „Eine ,wörtliche Übereinstimmung’ vermag ich hier allerdings nicht zu entdecken.“ (!!!)

Als sein Verleger, Jochen Kopp, und der Chefredaktor von „mysteries, Luc Bürgin, Druck machten und eine Erklärung verlangten, präsentierte er plötzlich, ein Monat nach der Enthüllung in „mysteries“, sechs handschriftliche Seiten in englischer Sprache, die angeblich von seinem indischen Übersetzer stammen, und zwar genau jene Seiten, die die Abschnitte enthalten, die dem Spiegel-Artikel entsprechen.

Damit behauptet Thomas Ritter also, die abschnittlange wörtliche Übereinsstimmung mit dem Spiegel-Artikel sei purer Zufall!

Anfang 2007 hatte ich Thomas Ritter zweimal gefragt, warum er keine einzige Seite der englischen Handschriften veröffentlicht habe. Seine damalige Antwort lautete beide Male: Weil die Texte unleserlich seien! (Unleserlich, aber Ritter konnte sie lesen und übersetzen ...)

Die handschriftlichen Texte, die er jetzt vorlegte, sind alle durchaus lesbar. Dazu kommt, daß ein Vergleich dieser Briefe mit Ritters persönlicher Handschrift eine auffällige Ähnlichkeit bis Übereinstimmung zeigt, wie auch Luc Bürgin von „mysteries“ mir gegenüber bestätigte. Insbesondere das große A (mit Aufstrich am Anfang) sowie das große T (mit schräg nach oben verlaufendem Balken) decken sich praktisch hundertprozentig mit Ritters eigener Handschrift. Beispiele von Thomas Ritters Handschrift sind viele vorhanden (Signierungen, Buchwidmungen usw.).

Wäre dieser englische Text das Original gewesen, wären in der deutschen Übersetzung niemals diese „Spiegel-Online“-Formulierungen herausgekommen, denn die von Ritter vorgelegten englischen Texte imitieren die typisch einfachen und z.T. falschen englischen Formulierungen eines Inders. Aber sowieso ist es absurd anzunehmen, die oben dargestellte wörtliche Übereinstimmung sei zufällig zustande gekommen.

Die abschnittlange Übereinstimmung mit dem Spiegel-Online-Artikel ist unbestreitbar, und eine zufällig gleichlautende Formulierung ist ausgeschlossen.

Ein neuer Erklärungsversuch lieferte Thomas Ritter im Regentreff-Internetforum am 20. Juli. Er spricht - ohne Begründung - von einem "unqualifizierten Angriff" und schlägt vor, man solle vielleicht "in Betracht ziehen, daß jener mysteriöse 'Yoda', auf den sich der Spiegel-Artikel bezieht, möglicherweise aus ähnlichen Quellen schöpfte wie ich".


Man muss tatsächlich jede mögliche Erklärung in Betracht ziehen, aber auch dieser Erklärungsversuch ist unglaubwürdig. Wie im besagten Spiegel-Artikel deutlich gemacht wird, handelt es sich bei Yoda um einen Experten des Pentagon, der einen Bericht in ENGLISCHER Sprache vorlegte. Die wörtlichen Übereinstimmungen beziehen sich jedoch nicht auf den englischen Bericht, sondern auf Thomas Ritters DEUTSCHE Formulierung, die wörtlich den DEUTSCHEN Formulierungen des Spiegel-Artikels entsprechen.


Die einzige Erklärung ist die naheliegendste, nämlich daß hier abgeschrieben wurde.





>Fakt 2: Zum angeblichen Palmblattverkäufer.

Thomas Ritter schreibt in seinem Buch (S. 149), er habe die alten Palmblattmanuskripte 1998 von einem armen Bauern namens „Anandh Ramesh“ im südindischen Dorf Kadambhodi abgekauft. Dieser Bauer habe sich „autodidaktisch einige der alten drawidischen Sprachen beigebracht“! „Er las und sprach unter anderem Alt-Tamil, Malayam, Grantha und Pali.“ Und weiter (S. 150): „Zwar war er ein Pandit (altindischer Schriftgelehrter), aber kein Astrologe oder Palmblattleser; er nutzte die Palmblattbücher nur zu seinem Vergnügen. Kein Wunder, daß ihn manche seiner Familienangehörigen, wie auch die Mehrzahl der Dorfbewohner, für ein wenig verrückt hielten.“

Nachforschungen in Kadambhodi, einem bekannten, aber kleinen Pilgerdorf in Südindien, in den Jahren 2006 und insbesondere im Februar 2007 ergaben, daß dort niemand einen solchen Bauern kennt.

In seinen Antworten, die in der Zeitschrift „mysteries“ (Nr. 21, Mai/Juni 2007) veröffentlicht wurden, gab Ritter diesen Sachverhalt zu und erklärte, der Bauer sei 1999 gestorben und seine Familie habe 2001 diesen Ort verlassen; das sei der Grund, warum man ihn dort nicht mehr kenne.

Aber das ist nicht glaubwürdig: Hätte es dieses geniale Unikum tatsächlich gegeben, würde man sich in seinem Dorf auch acht Jahre nach seinem Tod noch an ihn erinnern.

Das bedeutet: Diesen Bauern hat es nie gegeben.





>Fakt 3: Zum angeblichen Palmblattübersetzer.

Ebenso ist der von Thomas Ritter erwähnte Palmblattleser und -übersetzer „Ganeshbabu Shastri“ (angeblich aus Kanchipuram oder aus einem Vorort von Kanchipuram) in den dortigen Palmblattbibliotheken völlig unbekannt. Niemand dort kennt diesen Namen, und niemand kennt den Mann auf dem Foto, das Ritter im Buch veröffentlicht hat und von dem er sagt, es zeige „Ganeshbabu Shastri“.

Auf Anfrage bestritt Thomas Ritter auch diesen Fakt nicht und erklärte, „Ganeshbabu Shastri“ sei in diesen Palmblattbibliotheken nicht bekannt, weil er nie dort gearbeitet habe.

Im Buch (S. 162) steht aber: „ ... da Ganeshbabu Shastri in seiner Bibliothek bei Kanchipuram weder über ein Telefon noch andere moderne Kommunikationseinrichtungen verfügte.“

Hätte es diesen „Ganeshbabu Shastri“ gegeben (laut Angabe im Buch, S. 177, ist er im „März 2004“ im „Vaikuntha Perumala Tempel in Kanchipuram“ gestorben) und hätte er „bei Kanchipuram“ eine tatsächlich eine „Bibliothek“ geführt, müßte er den anderen Bibliothekbesitzern zumindest dem Namen nach bekannt sein. Dies ist aber, wie Thomas Ritter selbst sagt, nicht der Fall, und seine Erklärung für diesen doch erstaunlichen Sachverhalt ist unglaubwürdig.





>Fakt 4: Zu den angeblichen Prophezeiungen

Auch die Prophezeiungen selbst sind fragwürdig. Wie im Buch erwähnt, war der Juni 2005 Abgabetermin des Manuskripts. Und genau bis zum Juni 2005 sind die "Prophezeiungen" tagesgenaue Beschreibungen der bereits geschehenen Ereignisse. Ab dem Juni 2005 werden die Angaben schlagartig vage und allgemein, und das wenige, was für die nachfolgenden zwei Jahre konkret vorausgesagt wurde, war falsch – oder leicht vorhersehbar bzw. schon vor dem Juni 2005 bekannt, z.B. daß im Herbst 2005 in Deutschland vorgezogene Wahlen stattfinden werden.



Schlußfolgerung:

Die einfachste Erklärung all dieser Unstimmigkeiten wäre, daß Thomas Ritter die Prophezeiungstexte selber verfaßte und dazu eine Rahmengeschichte mit nichtexistierenden Personen („Anandh Ramesh“ und „Ganeshbabu Shastri“) erfand und nun nachträglich auch diese Handschriften anfertigte.

Niemand zieht diese Schlußfolgerung gerne – aber sie drängt sich angesichts der genannten Fakten leider auf.




Weitere Informationen:

Eine ausführliche Zusammenfassung aller Kritikpunkte zu Thomas Ritters „Palmblattprophezeiungen“ (inkl. seine Antworten)

findet sich auf der Website www.armin-risi.ch (unter «Artikel / Sonstiges»).
@rea51.de Forum - Mystery - Esoterik - Paranormales

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Eine Ergänzung von Armin Risi:
Die Frage, ob die Prophezeiungen in Thomas Ritters Buch über die
Palmblattbibliotheken echt oder gefälscht sind, läßt sich mittlerweile ohne
Zweifel beantworten: leider eine Fälschung. Der wichtigste Beweispunkt ist,
dass fast eine Seite der angeblichen Prophezeiungen wörtlich aus
einem Spiegel-Online-Artikel abgeschrieben wurde.


Nun wurde in diesem Buch eine weitere Stelle entdeckt, die Thomas Ritter
abgeschrieben hat, und zwar zwei ganze Buchseiten. Es handelt sich um
einen Bericht aus Afrika, den Thomas Ritter weitgehend wörtlich abschrieb
(mit nur geringfügigen Änderungen). Er versetzt diesen Bericht jedoch nach
Indien und präsentiert ihn als SEINEN Report.


Die Stelle, von der abgeschrieben wurde, findet sich im Buch
Unglaublich aber wahr - Erstaunliche Tatsachen und merkwürdige
Begebenheiten aus aller Welt, Verlag DAS BESTE, Stuttgart 1989


Thomas Ritter kennt dieses Buch, denn er nennt es in seinem Literaturverzeichnis
(auf S. 217 unten), allerdings in bezug auf ein anderes Kapitel aus diesem Buch:


Taylor, Prof. John: "Eine Schlacht in der Zeit festgebannt?" in: Unglaublich - aber wahr,
Verlag DAS BESTE OF READERS DIGEST, Stuttgart 1989


Der Originaltext im Buch Unglaublich - aber wahr (S. 416 f.) lautet:


Titel: "Die große 'Medizin' - Rätselhafter Krankheitszauber in Afrika"


... in den 1950er Jahren (war) ein französischen Arzt nach Togo gekommen, um an
einem abgelegenen Landkrankenhaus seinen Dienst zu tun. Von übersinnlichen
Mächten hielt er, der zu wissenschaftlichem Denken erzogen war, nicht viel ... Dies
sollte sich bald ändern, an dem Tag nämlich, als er dringend zu einer Gebärenden
im Nachbardorf gerufen wurde, die sich in einer bedrohlichen Situation befand. Da
der Krankenwagen wieder einmal eine Panne hatte, mußte sich der Arzt wohl oder übel
mit dem Fahrrad auf den Weg machen und die Mühen der holprigen Straße, den
lästigen Staub und die sengende Hitze auf sich nehmen./ ... Er mochte die Hälfte
der Strecke zurückgelegt haben, als er eine Gruppe von Afrikanern vor sich sah,
die ihm mit tanzenden Schritten langsam entgegenzogen. Bis auf den Anführer
waren die Gesichter der Männer mit Masken bedeckt. Um die Fuß- und
Handgelenke trugen sie kleine Glöckchen, die rhythmisch zu den tanzenden
Bewegungen klingelten./ Mitglieder eines Geheimbundes waren hier auf
dem Weg zu einem Totenfest. Die Sitte will es, daß man die Begegnung
mit einem solchen Zug vermeidet. Läßt sie sich nicht verhindern, so bleibt man
stehen und wartet, bis sich die Gesellschaft irgendwann in die Büsche schlägt
und den Weg freigibt./ Das alles war dem französischen Arzt unbekannt. Zu einer andern
Zeit hätte ihn vielleicht das ungewohnte Schauspiel veranlaßt abzusteigen - nicht jedoch
in diesem Augenblick, in dem seine Gedanken bei jener Frau waren, die seiner Hilfe
so dringend bedurfte./ Rascher trat der Arzt deshalb in die Pedale, um schnell an den
unheimlich anmutenden Gesellen vorbeizukommen. Aber er wurde von dem Medizinmann
angehalten - der übrigens landauf, landab bekannt war und ob seiner Fähigkeiten
von den Einheimischen gerühmt wurde./ Ärgerlich über den unliebsamen Aufenthalt,
hörte der Arzt nicht auf die Mahnung des Mannes, die Sitte zu achten und eine
kleine Weile zu verharren. Schließlich ergriff der Medizinmann das rechte Handgelenk
des Ungeduldigen und rief: 'Fahr zu; du wirst es aber bereuen.'/
Der Arzt zuckte die Schultern, und vom Murren der Tänzer begleitet, die ärgerlich
ihre Glöckchen schüttelten, radelte er davon. Rechtzeitig brachte er der Gebärenden
Hilfe. Ohne Zweifel hatte er sie vor dem Tod bewahrt./
Zwei Tage vergingen, der Vorfall war bereits vergessen, als der Arzt eine zunehmende
Erschlaffung des rechten Armes verspürte. Bald vermochte er ihn nicht mehr zu bewegen.
Nicht genug damit, auch ein Ausschlag von kleinen Bläschen bildete sich, der
ausschließlich den gelähmten Arm bedeckte. Eine Krankheit mit diesen eigenartigen
Symptomen war dem Franzosen unbekannt, und da er keine Diagnose stellen konnte,
suchte er einen befreundeten Kollegen in der Hauptstadt Lome auf./ Auch diesem war
die rätselhafte Krankheit nie begegnet. Als er aber nebenbei von der Verwünschung
des Medizinmannes hörte, riet er - der sich schon lange im Lande aufhielt - seinem
Kollegen, unverzüglich den Afrikaner aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten./
"Lachen Sie nicht", sagte er beim Abschied. "Mit diesen Leuten ist nicht zu
spaßen. Die Geschichte kann ärgerliche Folgen haben."/
Dem Franzosen blieb keine andere Wahl. Widerwillig suchte er den Medizinmann
auf. Er erklärte ihm, daß er die Tabus des Geheimbundes nicht habe verletzen wollen,
daß er aber, seinem ärztlichen Gewissen folgend, nicht anders habe handeln können./
Seine Worte waren überzeugend. Der Afrikaner fuhr mit streichelnden Bewegungen
über den gelähmten Arm und gab dem Franzosen schließlich eine kleine Flasche,
die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt war. 'Nimm jeden Morgen zwei Schlückchen
von dieser Medizin', sagte er, 'und in einer Woche wird dein Arm gesund sein.'/
Ohne zu widersprechen, gehorchte der Arzt. Seine Freude war groß, als langsam
die Kraft in den Arm zurückkehrte. Nach einer Woche konnte er ihn wie gewohnt
bewegen, und auch der Ausschlag war verschwunden. Die Bläschen waren
eingetrocknet und unter Narbenbildung abgeheilt./
Natürlich interessierte den Arzt die Zusammensetzung der Medizin, die er von
dem Medizinmann erhalten hatte. Die klare Flüssigkeit hatte zwar keinen
besonderen Geschmack gehabt; sie mußte aber doch wohl einen Wirkstoff
enthalten, der eine so rasche Heilung bewirkt hatte. So schickte er den Rest
an ein Pariser Institut. Das Ergebnis der Analyse war verblüffend. Die 'Medizin'
war - Wasser, sonst nichts.


= = = = = = = = = = = = = = =


Soweit der Originalbericht aus dem Buch von 1989.


Thomas Ritter übernimmt diesen Bericht in seinem Buch und ändert einfach den Handlungsort
(Indien statt Afrika) und stellt ihn als SEINEN Report dar.
Er schreibt: "Ein junger Arzt berichtete unter dem Siegel der Vertraulichkeit, daß er
Ende 1980 selbst schon einmal mit magischen Praktiken recht unangenehme Bekanntschaft
schloß." -- Und was folgt, ist die obige Geschichte, weitgehend wörtlich abgeschrieben,
einfach nach Indien versetzt:


"Er stand damals erst ganz am Anfang seiner Karriere und hatte sich entschieden, in einem
abgelegenen Landkrankenhaus im Distrikt Belgaum Dienst zu tun. Erzogen im Sinn
wissenschaftlichem Denkens, hielt er nicht allzu viel von übersinnlichen Mächten. Doch das
sollte sich ändern. Eines Tages wurde er zu einer Gebärenden in einem der Dörfer
der Umgebung Belgaums gerufen, die sich in einer lebensgefährlichen Situation befand.
Da der Krankenwagen anderweitig im Einsatz war, mußte der Arzt sich mit dem Fahrrad
auf den Weg machen und die holprigen Wege, die sengende Sonne und den Staub
in Kauf nehmen./ Er mochte etwa ein Drittel der Strecke bis zu seinem Ziel zurückgelegt
haben, als er eine Gruppe von Sannyasins ... sah. die ihm mit langsamen, tanzenden
Schritten entgegenkamen. Bis auf den Anführer der Gruppe verbargen die Männer ihre
Gesichter mit Masken. An Hand- und Fußgelenken trugen sie kleine Messingglöckchen,
die rhythmisch zu den Tanzbewegungen klingelten./ Mitglieder eines uralten
Geheimbundes waren hier auf dem Weg zu einem Totenfest. Die Sitte will es, daß man
die Begegnung mit solch einem Zug meidet. Läßt sie sich doch einmal nicht umgehen,
so bleibt man am Wegesrand so lange stehen, bis der Zug vorüberdefiliert ist
oder den Weg freigibt. Das alles war unserem jungen Arzt wohl nicht unbekannt, doch
in diesem Moment hatte er anderes zu tun, als auch nur einen Gedanken auf die Tradition
und die Macht alter Geheimbünde zu verwenden. Er dachte an jene Frau, die seiner Hilfe
so dringend bedurfte. Deshalb beeilte er sich, an den finster anmutenden Gesellen
vorbeizukommen. Doch der Anführer hielt ihn an - er war ein Heiler und Magier, dessen Kräfte
von den Bewohnern des Distriktes Belgaum landauf, landab gerühmt wurden.
Verärgert über den unliebsamen Aufenthalt, beachtete der Mann nicht die Mahnung
des Fremden, die Sitte zu achten und eine kleine Weile zu verharren. Schließlich
ergriff der Anführer das Handgelenk des Ungeduldigen und sagte: 'Fahr los;
aber Du wirst es bereuen!'
Der Arzt zuckte nur die Schultern und radelte davon. Das Murren der Tänzer des
Geheimbundes begleitete ihn. Rechtzeitig brachte er der Gebärenden
Hilfe, und ohne Zweifel hatte er ihr das Leben gerettet. Doch seine Tat sollte
wirklich noch ein unangenehmes Nachspiel für ihn haben.
Zwei Tage waren vergangen, und der Arzt hatte den Vorfall schon vergessen,
als er eine zunehmende Erschlaffung seines rechten Armes verspürte. Bald vermochte
er ihn überhaupt nicht mehr zu bewegen. Dazu entwickelte sich an dem gelähmten Arm
ein stark nässender, bläschenförmiger Ausschlag. Eine Krankheit mit solch eigenartigen
Symptomen war dem jungen Arzt noch nie begegnet. Er konnte keinerlei Diagnose stellen
und suchte deshalb einen befreundeten Kollegen in Bangalore auf. Auch diesem war
die seltsame Krankheit noch nie begegnet. Als er aber von der Verwünschung durch
den Magier erfuhr, riet er dem jungen Arzt, unverzüglich den Zauberer aufzusuchen und
ihn um Hilfe zu bitten./ "Nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter", meinte er beim
Abschied. "Die Sache kann recht schlimme Folgen haben. Mit solchen Leuten ist nicht zu
spaßen."/
Dem jungen Arzt blieb keine andere Wahl. Ziemlich widerwillig suchte er den Magier
auf. Er erklärte ihm, daß er die Tabus des Geheimbundes nicht verletzen wollte, aber
nicht anders handeln konnte, weil er seinem ärztlichen Gewissen folgen mußte.
Seine Worte überzeugten offenbar den Anführer des Geheimbundes. Der Zauberer
fuhr mit langsamen streichelnden Bewegungen über den gelähmten Arm und gab ihm
zum Schluß noch eine kleine Flasche, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt war.
'Nimm jeden Morgen ein paar Tropfen von dieser Medizin', riet er. 'In einer Woche
wird Dein Arm gesund sein.'/ Der Arzt gehorchte ohne Widerspruch. Er freute sich
ungemein, als langsam die Kraft wieder in seinen Arm zurückkehrte. Nach einer
Woche konnte er seinen Arm wieder wie gewohnt gebrauchen, und der Ausschlag
war verschwunden. Die Bläschen trockneten ein und heilten unter Narbenbildung ab.
Der junge Mediziner war natürlich an der Zusammensetzung der Arznei interessiert, die ihm
so rasch seine Gesundheit zurückgegeben hatte. Die klare Flüssigkeit hatte zwar keinen
besonderen Geschmack, doch mußte sie ja einen Wirkstoff enthalten, der eine so
schnelle Heilung ermöglicht hatte. Er schickte den verbliebenen Rest an ein Institut
in Delhi. Das Ergebnis der Analyse war ein völlig anderes als erwartet. Die 'Medizin'
bestand aus purem Wasser, sonst nichts ...


= = = = = = = = = = = = = = =


Ende des Zitats aus Thomas Ritters Buch.
Der Nachweis dieses vielfachen Abschreibens (= Plagiat, Fälschung) ist ein
weiterer deutlicher Hinweis darauf, was von den angeblichen Prophezeiungen
in diesem Buch zu halten sind.


Leider ist der genannte Autor in keiner Weise einsichtig und streitet weiterhin
alles ab oder beantwortet Mails mit entsprechenden Anfragen einfach nicht.
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