Japan Atomkraftwerk Katastrophe nach Erdbeben

Naturkatastrophen und Überbevölkerung sowie Umweltverschmutzung. Wo liegt die größte Gefahr für die Menschheit? Wie können die Gefahren verhindert werden? Diskutiert werden Katastrophen wie Vulkanausbruch, Überschwemmungen und Erdbeben sowie Tsunamis. Außerdem Umweltkatastrophen wie Waldsterben, Luftverschmutzung und Treibhauseffekt.


Benutzeravatar
Jennifer
B'nai B'rith
B'nai B'rith
Beiträge: 256
Registriert: 08.10.2005 - 16:17

Japan Atomkraftwerk Katastrophe nach Erdbeben

13.03.2011 - 18:24

Was denkt ihr? Droht uns nach dem Erdbeben in Japan ein zweites Tschernobyl? Ich glaube die japanische Regierung weiß selbst nicht genau was im Atomkraftwerk Fukushima vor sich geht bzw. vertuscht relevante Informationen.
Radioaktivität ist ja bereits ausgetreten.

Das AKW hat in der Vergangenheit schon Probleme gemacht. Die Firma Tepco, Betreiber, soll diese Störfälle vertuscht haben und die Regierung davon gewußt haben.

Hier noch ein Video zur Situation in Japan, dem Erdbeben und dem Atomkraftwerk in Fukushima.

<object width="480" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NifQVMdirAI?fs ... ram><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NifQVMdirAI?fs ... e_DE&rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="300"></embed></object>

<object width="480" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ZCggmqGT6gM?fs ... ram><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ZCggmqGT6gM?fs ... e_DE&rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="300"></embed></object>

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

13.03.2011 - 19:17

Situation ist ganz einfach: Eine Kernschmelze ist in Block I und vermutlich auch in Block III von Fukushima schon im Gang, worüber sich die Regierung auch im Klaren ist.

Die Frage ist, ob der Containmentbehälter hält oder nicht. Es heißt, daß das Containment in einem AKW westlicher Bauart auch katastrophalen Kernschmelzen standhalten kann, was bisher weitestgehend gestimmt hat. Ob das auch in hier der Fall ist, wird sich zeigen.

Wenn das Containment schmilzt, richten sich die Auswirkungen danach ob es zu einem Brand kommt (was zu erwarten wäre) und wie hoch der Druck im Inneren war. Wenn es wie kolportiert wurde tatsächlich nur der zweifache Normaldruck (also in einem Siedewasserreaktore dann 2 Atmosphären) sind, könnte es glimpflich ausgehen. Ich bezweifle das aber, weil ansonsten die Hochdruckkühlung weiterhin möglich wäre, was sie nicht ist. Manche gehen sogar davon aus, dass am Samstag nicht das Reaktorgebäude, sondern bereits das Containment in Block I explodiert ist.

Was im Schlimmsten Fall passiert bleibt wie gesagt abzuwarten. Hoffentlich hat die japanische Regierung eine bessere Idee als 100000 Liquidatoren zu verheizen wie seinerzeit die Russen.

Benutzeravatar
Morbid-Fascination
Mystic-Man
Mystic-Man
Beiträge: 127
Registriert: 26.09.2010 - 14:08
Kontaktdaten:

14.03.2011 - 14:52

und das, wenn es zu einem brand kommen sollte, nicht wieder 2 wochen benötigt werden um das feuer zu löschen.

Benutzeravatar
Morbid-Fascination
Mystic-Man
Mystic-Man
Beiträge: 127
Registriert: 26.09.2010 - 14:08
Kontaktdaten:

14.03.2011 - 14:55


Djehuti
Space-Cowboy
Space-Cowboy
Beiträge: 62
Registriert: 16.03.2010 - 20:53

14.03.2011 - 18:08

In Reaktor Nr 3 der Fukushima Anlage wird MOX Brennstoff "verheizt". Vorrausehbar und Unglaublich unverantwortlich Atom Reaktoren direkt am Meer zu bauen :-(......Tsunami ist doch ein japanischer Begriff...
MOX fuel loaded into Tokyo Electric's old Fukushima reactor
Sunday 22nd August, 05:36 AM JST

FUKUSHIMA —
Tokyo Electric Power Co loaded plutonium-uranium mixed oxide fuel Saturday into a reactor at its nuclear power plant in Fukushima Prefecture in preparation for the largest Japanese utility’s first plutonium-thermal power generation.

The No. 3 reactor at the Fukushima No. 1 plant would be the third in Japan to be used for the so-called pluthermal generation, but the only one among the three to have been subjected to antiaging treatment with 34 years since its launch. Pluthermal output has already begun at the No. 3 reactor of Kyushu Electric Power Co’s Genkai plant in Saga Prefecture and the No. 3 reactor of Shikoku Electric Power Co’s Ikata plant in Ehime Prefecture.
Begriff der Woche: MOX-Brennelement

MOX ist die Abkürzung für Mischoxid und bezeichnet einen Stoff, der aus den Oxiden Urandioxid (UO2) und Plutoniumdioxid (PuO2) zusammengesetzt ist.
Beim Einsatz von MOX-Brennstoff in Leichtwasserreaktoren tragen die Plutoniumisotope Plutonium 239 und Plutonium 241 zur Energieerzeugung durch Spaltung bei. Dabei reduziert sich die ursprünglich eingesetzte Plutoniummenge im MOX-Brennelement beim Reaktoreinsatz um etwa 30 %, d.h. Plutonium wird effektiver verbraucht.

Einsatz von MOX-Brennelementen
Das in MOX-Brennelementen verwendete Plutonium stammt aus abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken. In Wiederaufarbeitungsanlagen wird es über chemische Verfahren vom bestrahlten Kernbrennstoff abgetrennt und in Form der MOX-Brennelemente wieder verwendet.

..............usw.....
Sicherheitstechnische Faktoren beim Einsatz von MOX-Brennstoff
Den veränderten Eigenschaften im Reaktorverhalten beim Einsatz von MOX-Brennstoff wird bei der Brennelement- und Kernauslegung Rechnung getragen, so dass ein sicherer Reaktorbetrieb gewährleistet ist. Die MOX-Brennelemente werden in deutschen Reaktoren immer zusammen mit Urandioxid-Brennelementen bis zu einem MOX-Anteil von typischerweise ca. 30 % verwendet. Außerdem gleichen sich die Eigenschaften beider Brennstoffe mit zunehmender Einsatzzeit zum Teil an.
Beim Betrieb von Kernkraftwerken hat MOX-Brennstoff in sicherheitstechnischer Hinsicht dennoch einige ungünstigere Eigenschaften gegenüber UO2-Brennstoff wie z.B.:
• erhöhte Faktoren für Leistungsspitzen in den MOX-Brennelementen
• erhöhter Innendruck in den Brennstäben durch höhere Spaltgasfreisetzung und
• ein schnelleres Reagieren bei Änderungen des Reaktorzustands.
http://www.grs.de/content/begriff-der-w ... ennelement
Erwähnt sei auch noch, dass Greenpeace darauf aufmerksam macht, dass die Lage in Block 3 in Fukushima sehr bedenklich ist, in dem sich die letzte Explosion ereignet. Die Umweltorganisation erklärt, in diesem Block würden Brennstäbe eingesetzt, die auch Plutonium enthalten. Es handele sich um eine Plutonium-Uran-Mischung, so genanntes MOX. Das würde nicht nur die Folgen eines GAUs deutlich verschlimmern, sondern macht ihn auch wahrscheinlicher. MOX habe einen niedrigeren Schmelzpunkt und demnach kann eine Kernschmelze bei bereits niedrigeren Temperaturen beginnen. Zudem sei der Block 3 um zwei Drittel größer als Block 1, weshalb eine höhere Restwärme im Reaktor abzuführen sei.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34344/1.html

gruss
Djehuti

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

14.03.2011 - 21:42

@Dhe

Ich könnte jetzt mal ganz lästerlich fragen ob du immer noch so begeistert von der Atomkraft bist. Das Tschernobyl-Argument hat ja bei dir nicht gezogen, doch nun passiert das ganze in einem der technisch fortgeschrittensten Länder der Welt.

Wenn du ganze Sache was Gutes hat, dann vielleicht das das die Welt endlich erkennt das Atomkraft weder mittel- noch langfristig eine geeignete Lösung ist und endlich mal der Arsch hochkommt und auf regenerative Energien umgesattelt wird.
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

16.03.2011 - 00:52

alarich hat geschrieben:@Dhe
Ich könnte jetzt mal ganz lästerlich fragen ob du immer noch so begeistert von der Atomkraft bist.
Wenn ich das wäre, würde ich es momentan sicherlich nicht auf den Tisch legen.

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

16.03.2011 - 22:29

Das ich den Tag mal erlebe an dem ich eine Argumentation gegen dich gewinne hätte ich auch nicht gedacht.

Tja, auf jeden Fall ist das ein historisches Ereigniss. Ich glaube dieses Mal hält die ganze Welt kurz den Atem an und nicht wie damals in Tschernobyl.
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

Djehuti
Space-Cowboy
Space-Cowboy
Beiträge: 62
Registriert: 16.03.2010 - 20:53

21.03.2011 - 16:53

Kurz vor der Reaktorkatastrophe war die Israelische Sicherheitsfirma "Magna" für die Reaktoren in Fukushima verantwortlich. Die haben doch hoffentlich nicht ihr USB Sticks samt Stuxnet Virus dort benutzt?

http://www.haaretz.com/print-edition/ne ... e-1.349897

New cybervirus found in Japan / Stuxnet designed to attack off-line servers via USB memory sticks
According to the security company, the virus is designed to target a German-made program often used in systems managing water, gas and oil pipelines. The program is used at public utilities around the world, including in Japan.
http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T101004003493.htm
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 64,00.html

gruss
Djehuti

Benutzeravatar
PAWFanatics
Komitee der 300
Komitee der 300
Beiträge: 441
Registriert: 15.03.2008 - 02:06

21.03.2011 - 17:56

Interessanter finde ich gerade die Frage was mit unseren AKWs im falle eines Erdbeben mit der Stärke 5,4 oder stärker (wie 1356) passiert. Damals ging halb Basel drauf und das nächste AKW steht nur 30km weiter in Frankreich oder in Wangen bei Olten...

Das Erdbebengebiet Basel liegt am Oberrheingraben, einem der aktivsten Erdbebengebieten im deutschsprachigen Raum.

Zuletzt wurde am 5. Dezember 2004 ein Beben der Stärke 5,4 (Richterskala) gemessen. Das Epizentrum lag zwischen Waldkirch und St. Peter am Kandel auf deutschem Gebiet.
(Wiki)

Eigentlich nur ne Frage der Zeit...
Nein!

Benutzeravatar
Morbid-Fascination
Mystic-Man
Mystic-Man
Beiträge: 127
Registriert: 26.09.2010 - 14:08
Kontaktdaten:

24.03.2011 - 23:01

hey, das habe ich ja noch gar nicht gewusst, interessant! uns wird ja schließlich immer eingetrichtert, dass das thema erdbeben bei uns "uninteressant" wäre!

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

26.03.2011 - 05:40

alarich hat geschrieben:Das ich den Tag mal erlebe an dem ich eine Argumentation gegen dich gewinne hätte ich auch nicht gedacht.
Ich auch nicht. Wenn es soweit ist, sag Bescheid.

Was ich sagen wollte ist, dass ich mir meine Meinung vorbehalte bis endgültige Informationen da sind.

Alles was bisher auf dem Tisch liegt sind in die eine oder andere Richtung eingefärbte Wischiwaschi-Informationen.

Beispiel: Möglicherweise könnte es eventuell unter Umständen zu einer Kernschmelze kommen...
Der Kern bzw. die Kerne sind geschmolzen: Die Frage ist uninteressant. Wesentlicher ist die Frage ob das Containment gehalten hat. Allem Anschein nach ist das wohl bisher der Fall. Dass man mit Feuerwehrspritzen Wasser in den Reaktor pumpen kann deutet darauf hin, dass das Druckniveau vertretbar ist, was darauf schließen läßt, dass die Reaktoren auch eher nicht mehr in die Luft fliegen werden.

Nächstes Beispiel: Arbeiter standen wurden hoch radioaktivem Wasser ausgesetzt und wurden ins Krankenhaus eingliefert...
Laut ihrem Dosimeter haben sie 150 mSv abbekommen. Das ist nicht schön, aber auch nur mit Blick auf die Langzeitfolgen.
Am Montag sollen sie wieder entlassen werden und stehen bis dahin unter Beobachtung.

Was ich sagen will, ist das die Debatte größtenteils emotional geführt wird, von Leuten ohne Sachverstand (mich eingeschlossen) und auf Grundlage von nebulösen Pseudoinformationen. Wie clever das ist mag man im Einzelnen selbst entscheiden, die nächste Stromrechnung kommt aber bestimmt.
hey, das habe ich ja noch gar nicht gewusst, interessant! uns wird ja schließlich immer eingetrichtert, dass das thema erdbeben bei uns "uninteressant" wäre!
Ich möchte nur mal anmerken, dass das Erbeben das viertstärkste jemals gemessene war und nicht das Beben, sondern die Flutwelle die Reaktoren kaputt gemacht hat.

Ich glaube nicht, dass die Schweiz von einem Tsunami aus dem Mittelmeer oder dem Atlantik bedroht ist und wenn doch, dann wären die Ursachen dafür ernsthafter als ein GAU im AKW.

Benutzeravatar
Morbid-Fascination
Mystic-Man
Mystic-Man
Beiträge: 127
Registriert: 26.09.2010 - 14:08
Kontaktdaten:

27.03.2011 - 11:57

ja aber möglicherweise sind UNSERE akw´s nicht gegen erdbeben gewappnet. in japan sollte man das ja erwarten, und wie da ja klar gestellt hast haben diese auch nicht den schaden angerichtet. aber was bei uns bei einem erdbeben in unmittelbarer akw nähe passiert, weiß man nicht oder?

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

27.03.2011 - 13:38

@dhe

Oh ich bin immer noch der Meinung das die AKW-Diskussion zu meinen Gunsten ausgegangen ist. Denn sehen wir es mal wie es ist: Mit ein paar hübschen Windrädern wäre das nicht passiert.

Wichtig für mich ist eigentlich auch nicht ob nun die Arbeiter oder die Bevölkerung schon morgen an der verstrahlung stirbt oder sich das erst in Langzeitfolgen niederschlagen wird.
Was für mich zählt ist der Punkt das Tschernobyl eben nicht nur eine Ausnahme war die aufgrund veralteter Technik usw. passiert ist und heute nicht mehr vorkommen kann. Es hat sich hier gezeigt das Kernkraft keineswegs sicher ist, von den enormen Kosten die jetzt entstehen will ich gar nicht reden.

Niemand hätte in Japan damit gerechnet das ihnen das mal passieren würde und es ist trotzdem passiert. Genauso kann es auch mal in Deutschland oder sonst wo auf der Welt kommen, vielleicht nicht durch eine Flutwelle aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten. (ich kann ja mal den Terror-Holzhammer schwingen)
Man kann sich einfach keine Atombombe in den Hinterhof stellen und sich dann wundern wenn das Ding mal hoch geht.
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

XBZATU
Rat der 33
Rat der 33
Beiträge: 527
Registriert: 25.10.2008 - 23:54

27.03.2011 - 15:11

alarich hat geschrieben:Oh ich bin immer noch der Meinung das die AKW-Diskussion zu meinen Gunsten ausgegangen ist. Denn sehen wir es mal wie es ist: Mit ein paar hübschen Windrädern wäre das nicht passiert.
Das Problem ist, dass Windkrafträder im Augenblick einen Beitrag zur Stromversorgung leisten, der sich an einer Hand abzählen lässt. Regenerative Energien schön und gut, aber wie kann es sein, dass man sich auf die Straße stellt und Sätze wie "Ausstieg, jetzt!" auf seine Flaggen schreibt und diese hisst, ohne sich Gedanken darum zu machen, wo wir sonst noch unseren Strom herbekommen sollen.

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

27.03.2011 - 16:57

Mir geht es nicht darum das du von heute auf morgen alle AKWs herunter fährst, aber wir müssen kurz- bis mittelfristig aus der Atomenergie raus. (so bald wie möglich)
Ich hatte das schon einmal in einem anderen Thread erwähnt, in den letzten 50 Jahren wurde massenweise Geld in die Atomenergie gesteckt. In den 50ern glaubte man noch das man damit schnell eine billige und sichere Energiequelle findet mit der man den gesamten Energiebedarf der Welt abdecken kann und das innerhalb der nächsten 30 Jahre. Nun ist es 2011 und der Traum ist immer noch nicht wahr geworden (jetzt träumen alle von Fusionsenergie) Regenerative Energien stecken noch in den Kinderschuhen aber schon jetzt entwickelt sich ihre Effektivität schneller als die der Atomenergie. Man hat Sonne, Wind und Wasser welches kostenslos Energie liefert und brauch sich keine Sorgen damit zu machen wo man den Müll bunkert. Und wenn ein Sonnenkraftwerk mal in die Luft fliegt dann bumst es zwar ein bisschen aber es gibt keine so üble Katastrophe wie in Japan.
Alles was ich fordere ist das man aufhört das Geld in die Atomenergie zu stecken um sie weiter zu entwickeln oder neue Kraftwerke zu bauen oder um die Atomkraftwerke so lange zu sanieren bis man sie weiter laufen lassen kann sondern das Geld lieber in regenerative Energien steckt so das man die Atomkraftwerke bald still legen kann.
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

27.03.2011 - 21:15

alarich hat geschrieben:Was für mich zählt ist der Punkt das Tschernobyl eben nicht nur eine Ausnahme war die aufgrund veralteter Technik usw. passiert ist und heute nicht mehr vorkommen kann. Es hat sich hier gezeigt das Kernkraft keineswegs sicher ist, von den enormen Kosten die jetzt entstehen will ich gar nicht reden.
Das ist mein Punkt: Welche Folgen das hat ist unbekannt. Wenn in 25 Jahren die Menschen anfangen wie die Fliegen zu sterben dann magst du Recht haben...

Der Hinweis sei aber erlaubt, dass die Anzahl der Krebserkrankungen auch 25 Jahren nach Tschernobyl (mit Ausnahme von Schilddrüsenkrebs bei Leuten die zum damaligen Zeitpunkt Kinder waren) innerhalb der Normalbevölkerung der Ukraine nicht signifikant gestiegen ist.
Was für mich zählt ist der Punkt das Tschernobyl eben nicht nur eine Ausnahme war die aufgrund veralteter Technik usw. passiert ist und heute nicht mehr vorkommen kann.
Der Vergleich hinkt (schon allein weil die Reaktoren in Fukushima älter waren).

Nochmal: Tschernobyl war ein graphitmoderiter Reaktor ohne Containment. Das heißt vereinfacht gesagt, dass der Reaktor frei lag und von gut brennbarer Kohle umgeben war. Dass das Schwachsinn ist, stellt niemand guten Gewissens in Abrede.
Wenn du Ereignisse vergleichen möchtest dann ist der Unfall von Three Mile Island zumindest von Seiten der Bauart näher liegend (auch wenn das ein Druckwasserreaktor war).
Mir geht es nicht darum das du von heute auf morgen alle AKWs herunter fährst, aber wir müssen kurz- bis mittelfristig aus der Atomenergie raus.
Auch das habe ich nie in Abrede gestellt. Allein, dass Alternativen vorhanden sind.
In den 50ern glaubte man noch das man damit schnell eine billige und sichere Energiequelle findet mit der man den gesamten Energiebedarf der Welt abdecken kann und das innerhalb der nächsten 30 Jahre.
Die Strompreise in Frankreich sind um 30%, in Belgien um 20% niedriger als in Deutschland.
Nun ist es 2011 und der Traum ist immer noch nicht wahr geworden (jetzt träumen alle von Fusionsenergie)
Wenn keine AKW gebaut werden ist das schwerlich ein Fehler der AKW. Ähnlich verhält es sich mit Fusionskraftwerken.

Das eigentliche Problem ist, dass richtig billige Energie (Kohle) immer noch leichter zu erreichen ist.
Regenerative Energien stecken noch in den Kinderschuhen aber schon jetzt entwickelt sich ihre Effektivität schneller als die der Atomenergie.
Ach komm. Windkrafträder, Solarenergieanlagen und Wasserkraftwerke sind konzeptionell wie praktisch genauso alt wie Atomkraftwerke. Im Fall von Staudämmen und so weiter sogar wesentlich älter. Wie definierst du "effektiv"? Und warum wurde seit Jahrzehnten Geld in die Nuklearenergie aber nicht in sogn. alternative Energien gepumpt? Vielleicht gibt es dafür gute Gründe?

Das PS10 Kraftwerk in Spanien hat 35 Millionen Euro gekostet und liefert 11 MW (wenn die Sonne scheint und die Spiegel sauber sind).

Der Bau eines modernen AKWs kostet ungefähr 10 Milliarden Euro mit einer Leistung von ungefähr 2000MW (auch wenn es regnet).

Mit anderen Worten: Wenn man mit einem einigermaßen modernen Sonnenkraftwerk die gleiche Leistung wie mit einem Atomkraftwerk haben will, zahlt man effektiv den gleichen Preis, muß aber die 200-fache Fläche verbrauchen und hat keinerlei Lastgarantie. D.h. wenn die Einstrahlung der Sonne nur um 10% fällt sinkt die Leistung um fast 50%...nicht gut.

Iterum: Es geht nicht darum zu sagen, dass die Atomkraft das non plus ultra wäre. Das ist sie nicht. Sie ist nur bedauerlicherweise die einzige echte CO2-neutrale Alternative für Industriegesellschaften und mehr noch für sich entwickelnde Industriegesellschaften, also Indien, Brasilien und China.

Zu glauben, dass Wind, Wasser, Sonne usw. echte Alternativen sind, können wir uns erlauben, weil wir in Wohlstandsgesellschaften wohnen, in denen der Strom aus Löchern in der Wand fließt und Angst zu haben und sich nach einer kuscheligen Welt zu sehnen Modeerscheinungen sind.

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

27.03.2011 - 23:11

Ach komm. Windkrafträder, Solarenergieanlagen und Wasserkraftwerke sind konzeptionell wie praktisch genauso alt wie Atomkraftwerke. Im Fall von Staudämmen und so weiter sogar wesentlich älter. Wie definierst du "effektiv"? Und warum wurde seit Jahrzehnten Geld in die Nuklearenergie aber nicht in sogn. alternative Energien gepumpt? Vielleicht gibt es dafür gute Gründe?
Ich bin ja keiner der irgendwelche Verschwörungstheorien herbei zaubert, jedoch denke ich durchaus das hier die Atomlobby ihren Finger drauf hatte. Das ist für mich der Grund wieso regenerative Energien so stiefmütterlich behandelt wurden. Stell dir mal vor es hätte niemals Atomenergie gegeben und wir hätten statt dessen bereits in den 50ern angefangen intensiv an Solar- Wasser- Wind- und Geothermalkraftwerken geforscht. Meinst du nicht das wir dann zumindest eine ähnliche Effizent, wenn nicht sogar eine gleich große oder höhere wie bei Atomkraftwerken? Und das alles ohne den ganzen, hässlichen Beifang denn wir durch die Atomkraft haben?
In den 80er Jahren wurden gerade mal 4% der deutschen Energie mit erneuerbaren Energien gedeckt, inzwischen sind es 17%. Das ist doch ganz gut aufgeholt, oder? Wir haben jetzt schon eine Effektivität welche erst für 2020 prophezeit wurde.
Und gerade 3. Welt Länder könnten von erneuerbaren Energien profitieren. Gerade Brasilien könnte mit seinen Dürregebieten hier anständig etwas anfangen wenn es da Solarkraftwerke hin ballert. Nur mal als Beispiel, mit der Sahara komm ich erst gar nicht da ich einsehe das Afrika noch weit davon entfernt ist sich so weit zu entwickeln. Und China ballert ja schon massenweise Geld in die Entwicklung von erneuerbaren Energien.
Das ist sie nicht. Sie ist nur bedauerlicherweise die einzige echte CO2-neutrale Alternative für Industriegesellschaften und mehr noch für sich entwickelnde Industriegesellschaften, also Indien, Brasilien und China.
Oder zumindest werden sie gerne als das verkauft. Fakt ist aber das ein Atomkraftwerk vielleicht bei den dort herrschenden Vorgängen kein CO2 abgibt. Dafür produziert es aber Abfall der mal locker ne Million Jahre lang vor sich hin strahlt. Im übrigen zweifle ich mal daran das die Castorbehälter so lange halten.
Außerdem haben wir da ja noch den Pferdefuss das ein Atomkraftwerk eben Uran braucht um zu funktionieren. Und das muss man abbauen, anreichern und aufbereiten. Mal ganz davon abgesehen das hierbei übrigens ganze Gebiete verseucht werden, wird dadurch schon ne ganz schöne Menge CO2 produziert, zumal das Uran ja aus Ländern importiert werden muss welche es mit dem Umweltschutz nicht so genau sehen (vom Schutz der Arbeiter mal ganz zu schweigen)

Zu glauben, dass Wind, Wasser, Sonne usw. echte Alternativen sind, können wir uns erlauben, weil wir in Wohlstandsgesellschaften wohnen, in denen der Strom aus Löchern in der Wand fließt und Angst zu haben und sich nach einer kuscheligen Welt zu sehnen Modeerscheinungen sind.
Irrtum, genau anders herum ist es. Wir halten an der Atomkraft fest weil uns weiß gemacht werden soll das ohne Atomkraft keine flächendeckende Versorgung mit Strom mehr möglich ist. Es ist hierbei das selbe wie mit dem Öl, irgendwann wird es duster im Karton das heißt das Uran ist alle. (und das wird nicht mehr lange dauern) Wenn jetzt die dritte Welt Länder auch Atomkraftwerke bauen geht der Verbrauch noch weiter nach oben. Wir haben derzeit 438 Atomkraftwerke und schon wenig Uran. Bau noch mal 1000 und bevor du in Rente gehst ist das Uran weg. Sonnenlicht oder auch Wasserkraft kann man jedoch schlechterdings aufbrauchen und man ist zudem nicht von den Launen der Uranexporteure abhängig.


Die Strompreise in Frankreich sind um 30%, in Belgien um 20% niedriger als in Deutschland.
Sorry, das ist ein Pseudoargument. So ziemlich jedes EU-Land hat niedrigere Strompreise als Deutschland. Finnland und Schweden liegen auch gut 20% drunter und das sind die Länder mit dem höchsten Anteil an erneuerbarer Energie. In Schweden kam es übrigens einstweilen zu einer Preiserhöhung weil man versucht hat die alten AKWs wieder einzusetzen (was übrigens gründlich in die Hose gegangen ist) Vorher war Strom in Schweden nicht mal halb so teuer wie in Deutschland. In Deutschland steigen seid Jahren die Strompreise. Rot-Grün propheizeit Atomausstieg, peng der Strom wird teurer, Schwarz-Gelb will Laufzeitverlängerung, peng der Strom wird teurer. Es ist egal ob wir morgen fünf neue Atomkraftwerke bauen oder alle abschalten, der Strom wird sowieso teurer.

Wenn man mit einem einigermaßen modernen Sonnenkraftwerk die gleiche Leistung wie mit einem Atomkraftwerk haben will, zahlt man effektiv den gleichen Preis, muß aber die 200-fache Fläche verbrauchen und hat keinerlei Lastgarantie. D.h. wenn die Einstrahlung der Sonne nur um 10% fällt sinkt die Leistung um fast 50%...nicht gut.
Es geht ja auch nicht darum nur auf Sonnenenergie zu setzen. Aber mit einem guten Mix aus allen Arten von regenerativen Energien kann man solche Engenpässe gut abgleichen. Wenn das eine gerade keinen oder nur wenig Strom liefert kann ein anderes einspringen.
Noch dazu liefert Atomkraft auch keineswegs zuverlässig Strom. Schon der kleinste Fehler kann dazu führen das es Sicherheitsbedingt erstmal alles runtergefahren werden muss.
Wenn keine AKW gebaut werden ist das schwerlich ein Fehler der AKW. Ähnlich verhält es sich mit Fusionskraftwerken.
Na dann bau doch mal eins. Oh, ich vergaß das ist noch gar nicht möglich. Denn selbst nachdem man vor gut 50 Jahren den Startschuß für die Forschung an Fusionskraftwerken gegeben hat kann man heute was aufweisen? Genau, so gut wie gar nichts außer ein paar Milliarden verschwendeter Gelder. Mal ganz davon abgesehen das, das ach so ungefährlich genannte Tritium wohl gar nicht so ohne ist wie man immer gedacht hat. Wir würden dadurch also noch viel mehr radioaktiven Müll haben denn wir dann schön weiter in den Untergrund stopfen können bis es da unten mal voll ist.
Das ist mein Punkt: Welche Folgen das hat ist unbekannt. Wenn in 25 Jahren die Menschen anfangen wie die Fliegen zu sterben dann magst du Recht haben...
Das eine solche Überdosis an Strahlung schädlich ist, das weiß ich nicht erst in 25 Jahren. Und du sprachst ja schon den Schilddrüsenkrebs an, meinst du das es dieses Mal anders sein wird?
Mal ganz davon abgesehen das es keine Katastrophe braucht damit Atomkraftwerke fröhlich Krebs verbreiten. Das es in der Nähe von Endlagern und auch von Atomkraftwerken zu erhöhtem Krebsvorkommen kommt, ist schon lange ein offenes Geheimniss. Das bestreitet selbst die Atomlobby nicht. Was sie jedoch tun, und das finde ich fast schon lustig, ist das sie bestreiten das es eine Verbindung den AKWs und der erhöhten Krebsrate gibt. Ich will mich natürlich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und behaupten das es zweifelsfrei einen Zusammenhang gibt. Aber es ist doch schon seltsam, oder?
Das eigentliche Problem ist, dass richtig billige Energie (Kohle) immer noch leichter zu erreichen ist.
Und wenn die Kohle weg ist, was ist dann leichter zu erreichen? Der große, gelbe Ball der jeden Tag auf uns herab scheint, der kräftige Wind der uns um die Ohren fliegt, die Gezeiten die schon seid tausenden von Jahren zuverlässig kommen usw. oder knappes Uran. Wenn Australien auch noch Atomkraftwerke baut wird es nicht mehr so generös mit seinem Export von Uran sein und dann müssen wir vielleicht auf Nambia vertrauen. Und jetzt stell dir mal vor das dort Kriegsfürst Ulubulu mal eben beschließt die Macht zu übernehmen und gegen den Westen zu stänkern. Dann ist es Essig mit dem Uran. Die Sonne kannst du aber nicht aussperren, wenn du nicht gerade Montgomery Burns like einen Sonnenverdunkeler baust. (und wie so was endet hast du ja gesehen)
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

28.03.2011 - 03:16

alarich hat geschrieben:Ich bin ja keiner der irgendwelche Verschwörungstheorien herbei zaubert, jedoch denke ich durchaus das hier die Atomlobby ihren Finger drauf hatte.
Das würde erklären warum Atomenergie heute die bevorzugte Form der Energieerzeugung ist aber nicht, warum vor 50 Jahren damit angefangen wurde Geld in die Atomenergie zu pumpen.

Wenn deine Argumente bezüglich regenerativer Energien heute richtig sind, wären sie auch vor 50 Jahren richtig gewesen und da die Menschen damals nicht dümmer waren als sie es heute sind, hätte es die gleiche Diskussion auch da gegeben. Insofern beantwortet das die Frage nicht.

Stromkonzernen ist es und war es doch scheissegal wie ihr Strom produziert wird. Wenn die Leute Kohle wollen, kriegen sie Kohle. Wollen sie AKW, kriegen sie AKW. Wollen sie Windräder, kriegen sie Windräder. Letztendlich wollen RWE, Vattenfall usw. alle nur unser Bestes: Unser Geld.
Stell dir mal vor es hätte niemals Atomenergie gegeben und wir hätten statt dessen bereits in den 50ern angefangen intensiv an Solar- Wasser- Wind- und Geothermalkraftwerken geforscht. Meinst du nicht das wir dann zumindest eine ähnliche Effizent, wenn nicht sogar eine gleich große oder höhere wie bei Atomkraftwerken?
Nein. Und das ist Kernpunkt der ganzen Diskussion.

Du sagst regenerative Energieformen können den Energiebedarf decken.

Versteh mich nicht falsch, ich befürworte Atomkraft nicht weil ich sie toll finde, sondern weil ich an das Potential der Alternativen (mit Ausnahme von Kernfusion und der gewöhnlichen Verbrennung von Wasserstoff) nicht glaube. Wenn ich mir sicher wäre, dass regenerative Energieformen die Energieprobleme der Welt in 50 Jahren lösen könnten, dann wäre ich dafür. Ich tue es aber nun mal nicht.

Wir werden uns gegenseitig wohl eher nicht das Gegenteil beweisen können, zumal der Vorwurf den du der Atomenergie machst letztendlich genauso auf die regenerativen Energien anwendbar wäre: Stell dir vor wir pumpen in den nächsten 50 Jahren Unmengen an Geld in Windräder usw. und es stellt sich raus, dass diese unseren Energiebedarf nicht decken können....

Das Problem ist, man ist erst hinterher schlauer.

Atomkraft ist zumindest den Beweis der Bedarfsdeckung nicht mehr schuldig.
In den 80er Jahren wurden gerade mal 4% der deutschen Energie mit erneuerbaren Energien gedeckt, inzwischen sind es 17%. Das ist doch ganz gut aufgeholt, oder?
Und wie hoch ist der Energieverbauch der ostdeutschen Schwerindustrie im Vergleich zu den 80er Jahren heute?

Es würde mich ernsthaft wundern, wenn die tatsächlich durch alternative Energie erzeugten MW wirklich signifikant gestiegen wären. Viel eher gehe ich davon aus, dass der prozentuale Anstieg auf die Schließung von Kohle, Gas und Ölkraftwerken zurückzuführen ist. Aber da mag ich mich irren.

Einerlei, jetzt mal ganz ehrlich: Wenn die Regierung jetzt beschließt die ältesten AKW still zu legen, glaubst du ernsthaft dass der entstehende Engpass durch alternative Energien aufgefangen wird, oder gehst du davon aus, dass Strom aus Frankreich gekauft oder neue Kohlekraftwerke gebaut werden? Und wenn letzteres der Fall ist, gehst du dann auch davon aus, dass diese, sobald ihre Nützlichkeit aufgebraucht ist, einfach geschlossen werden?
Dafür produziert es aber Abfall der mal locker ne Million Jahre lang vor sich hin strahlt. Im übrigen zweifle ich mal daran das die Castorbehälter so lange halten.
Deshalb sagte ich ja sie ist keine langfristige Lösung. Aber für die nächsten 100-150 Jahre...abgesehen davon...wozu gibt es Österreich wenn nicht zur Entsorgung von Atommüll?
Außerdem haben wir da ja noch den Pferdefuss das ein Atomkraftwerk eben Uran braucht um zu funktionieren.
Windräder, Solaranlagen, Biogasanlagen usw. brauchen Stahl, Aluminium und was weiß ich nicht alles. Das gleiche Argument in grün.
Mal ganz davon abgesehen das hierbei übrigens ganze Gebiete verseucht werden, wird dadurch schon ne ganz schöne Menge CO2 produziert, zumal das Uran ja aus Ländern importiert werden muss welche es mit dem Umweltschutz nicht so genau sehen (vom Schutz der Arbeiter mal ganz zu schweigen)
Kanada und Australien produzieren circa 50% des weltweiten Uran. Wesentlich sicherer und umweltfreundlicher wirst du es wohl nicht bekommen, jedenfalls nicht bei den anderen 50% (Russland, China, Nigeria, Kasachstan).

Außerdem verhält es sich hier ähnlich wie mit Öl. Wenn die Nachfrage steigt, werden neue Vorkommen erschlossen. Nicht vorher.

Natürlich hast du Recht damit, dass es eine endliche Ressource ist, aber in dem Punkt möchte ich anmerken dass man zur Energieerzeugung durch Kernspaltung auch Thorium nehmen kann (das wesentlich häufiger vorkommt) und ansonsten auf den gleichen Umstand wie im vorletzten Punkt verweisen.
Sonnenlicht oder auch Wasserkraft kann man jedoch schlechterdings aufbrauchen und man ist zudem nicht von den Launen der Uranexporteure abhängig.
Das trifft im Grunde genommen wieder die prinzipielle Meinungsverschiedenheit, die wir haben. Aber mal angenommen man könnte theoretisch mit Solarenergie von der technischen Seite her den Bedarf von Deutschland decken...ich bezweifle, dass die Sonneneinstrahlung hierzulande ausreicht. Und ehrlich gesagt...ich importiere eher noch Gas aus Russland als Sonnenstrom aus dem Sudan oder Lybien.

Ganz davon abgesehen: Was macht man eigentlich nachts? Schon klar dann müssen die Windkrafträder und Wasserkraftwerke ran, aber das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand wäre dabei lächerlich.
Finnland und Schweden liegen auch gut 20% drunter und das sind die Länder mit dem höchsten Anteil an erneuerbarer Energie.
Schweden produziert rund 40 Prozent seines Stroms mit Wasserkraftwerken. Mal ganz abgesehen davon, dass die die notwendige Geographie dafür haben, wie werden eigentlich die anderen 40% produziert? Jup...nuklear.

Für Wasserkraftwerke gilt in Finnland das gleiche wie in Schweden.
Der Rest wird im wesentlichen aus Schwarzlauge erzeugt, was letztlich nichts anderes heißt, als dass die Finnen ihre Wälder systematisch abholzen.

25 % der finnischen Energie werden mit regenerativen Energiequellen erzeugt. 25 weitere Prozent entfallen auf was? Richtig, Atomkraft. Was übrigens 61% der Finnen 2008 befürworteten.

Davon ab haben Schweden und Finnland zusammen 20 Millionen Einwohner und qualifizieren sich nicht wirklich als Industrienationen. Frankreich schon.
So ziemlich jedes EU-Land hat niedrigere Strompreise als Deutschland.
Woran das liegen mag.
Genau, so gut wie gar nichts außer ein paar Milliarden verschwendeter Gelder. Mal ganz davon abgesehen das, das ach so ungefährlich genannte Tritium wohl gar nicht so ohne ist wie man immer gedacht hat. Wir würden dadurch also noch viel mehr radioaktiven Müll haben denn wir dann schön weiter in den Untergrund stopfen können bis es da unten mal voll ist.
Tritium und Deuterium haben eine Halbwertszeit von 12 Jahren im Gegensatz zu circa 4000 Jahren bei gegenwärtigem Atommüll. Außerdem sind beide Betastrahler also ungefährlich sobald du es in ein Bleifass kippst. Außerdem bewegt sich der während der Reaktion im Tokamak befindliche Treibstoff quantitativ im Grammbereich. Insofern können sie den Atommüll aus Kernfusion von mir aus in die Ostsee kippen...oder halt nach Wien bringen.

Versteh mich nicht falsch, ich will dir keineswegs Ignoranz vorwerfen, aber das Problem ist, das viele Leute irrational reagieren sobald sie "Radioaktivität" hören. In jeder Universitätsklinik entsteht Atommüll der gefährlicher ist, als der bei der Kernfusion entstehende. Aber es interessiert einfach niemanden, nicht einmal Leute die daneben wohnen.
Das eine solche Überdosis an Strahlung schädlich ist, das weiß ich nicht erst in 25 Jahren. Und du sprachst ja schon den Schilddrüsenkrebs an, meinst du das es dieses Mal anders sein wird?
Das meine ich ja gerade. Wir wissen gar nichts.

Wenn du mich fragst ob das diesmal anders ist, dann kann ich nur darauf verweisen, daß ich

a)nicht weiß wieviel Strahlung freigesetzt wurde

b)nicht weiß welche Gebiete betroffen waren

c)nicht weiß wieviel Iod 131 freigesetzt wurde.

Die Antwort darauf dreht sich allein um die Frage ob das Containment gehalten hat, was ich - du ahnst es - nicht weiß.

Alle anderen scheinen das aber bereits heute zu wissen, weshalb die ganze Sache auch die schlimmste Katastrophe seit der letzten schlimmen Katastrophe ist.
Woher alle Leute ihre Informationen nehmen, weiß der Geier. Aber na gut...ich kann ja nicht immer auf dem neusten Stand sein.

Unabhängig davon und auch wenn ich mich wiederhole: In Tschernobyl war das einzige Containment das Dach der Halle in dem der Reaktor lag. In dieser Halle brannte tagelang Graphit, was der effektiven Verteilung von radioaktiven Isotopen sehr entgegen kam. Trotzdem ist bisher kein signifikanter Anstieg der Krebserkrankungen in der Ukraine (wie gesagt: Schilddrüsen bei damaligen Kindern und Leukämie bei Liquidatoren ausgeklammert) festzustellen.

Es ist müßig zu erwähnen, dass es in Japan gar kein Graphit gab, das brennen konnte, dafür aber sehr wohl ein Containment. Es mag ja keiner hören.
Das es in der Nähe von Endlagern und auch von Atomkraftwerken zu erhöhtem Krebsvorkommen kommt, ist schon lange ein offenes Geheimniss


Korrelation ist keine Kausalität.

Aber gut: Wer neben einem AKW wohnt bekommt pro Jahr 0,0001–0,01 mSv ab. Wer neben einem Kohlekraftwerk wohnt bekommt 0,0003 mSV ab. Und wer jede Nacht neben seiner Frau bzw. seinem Mann schläft bekommt pro Jahr 0,02 mSv ab. In einer festen Beziehung zu leben ist also im besten Fall doppelt so krebserzeugend wie neben einem Atomkraftwerk zu wohnen.

Auf die Zahl der Krebsfälle die nach Schätzungen auf die Verbrennung von Kohle zurückzuführen sind, mag ich gar nicht eingehen (ich habe aber Zahlen).

Davon ab: In Deutschland gibt es den berühmten Leukämiecluster Elbmarsch. Daran sind ja bekanntlich Krümmel und Geesthacht schuld. Nur: Die gemessene Strahlung ist dort niedriger als die natürliche Hintergrundstrahlung im Schwarzwald.

Wenn du den Beweis der Nichtexistenz von etwas forderst, in dem Fall der Gefährlichkeit von Kernkraftwerken, dann ist das leider (leider, leider) aus erkenntnistheoretischen Gründen nicht möglich.

Ansonsten müßten neben allen AKW weltweit erhöhte Krebsraten auftreten. Ist aber nicht so.
Wenn Australien auch noch Atomkraftwerke baut wird es nicht mehr so generös mit seinem Export von Uran sein
In Anbetracht der Tatsache das Australien über 23% der bekannten Uranvorkommen verfügt, kann es sich für seine popeligen 22 Millionen Einwohner auch zwei Kraftwerke bauen. In der Summe spielt das keine große Rolle.
Die Sonne kannst du aber nicht aussperren, wenn du nicht gerade Montgomery Burns like einen Sonnenverdunkeler baust. (und wie so was endet hast du ja gesehen)
Bei mir ist die Sonne alle 12 Stunden weg. Deshalb würde ich es bevorzugen, wenn man sich eine eigene bastelt.

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

28.03.2011 - 22:55

Man, ich hasse dich echt. Da denke ich mal ich kann dich ausstechen und du kommst immer wieder zurück. Ab sofort diskuttiere ich nur noch mit Leuten die geistig unter mir stehen.

Egal, du hast es gut auf den Punkt gebracht. Ich glaube an das Potential regenerativer Energien, du nicht. Wer Recht hat wird wohl die Zeit zeigen. Ich könnte dir jetzt ein paar Studien um die Ohren hauen, aber das würde nciht viel bringen weil du garantiert Gegenstudien hättest.
Aber einige Punkte kann ich so nicht stehen lassen.
Windräder, Solaranlagen, Biogasanlagen usw. brauchen Stahl, Aluminium und was weiß ich nicht alles. Das gleiche Argument in grün.
Das brauchen sie aber nur zum Bau und wohl zur Wartung. Das braucht ein Atomkraftwerk aber auch und zusätzlich noch Uran.
Das trifft im Grunde genommen wieder die prinzipielle Meinungsverschiedenheit, die wir haben. Aber mal angenommen man könnte theoretisch mit Solarenergie von der technischen Seite her den Bedarf von Deutschland decken...ich bezweifle, dass die Sonneneinstrahlung hierzulande ausreicht. Und ehrlich gesagt...ich importiere eher noch Gas aus Russland als Sonnenstrom aus dem Sudan oder Lybien.
Gut, gehen wir mal von der Sonne weg. Wie ist es mit Gezeitenkraftwerken oder Geothermie. Die ist nicht an Jahreszeiten gebunden, zumindest letztere nicht. Im übrigen hätte ich nichts dagegen den Strom aus dem Sudan zu importieren, denn das würde ja für das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung bedeuten und das könnte den Menschen da helfen. Zumal der Sudan niemals die Machtstellung hätte wie meinethalben Russland.
Versteh mich nicht falsch, ich will dir keineswegs Ignoranz vorwerfen, aber das Problem ist, das viele Leute irrational reagieren sobald sie "Radioaktivität" hören. In jeder Universitätsklinik entsteht Atommüll der gefährlicher ist, als der bei der Kernfusion entstehende. Aber es interessiert einfach niemanden, nicht einmal Leute die daneben wohnen.
Kannst mir hier ruhig Ignoranz vorwerfen, das mit der Uniklinik habe ich nicht gewusst. Naja, wenn ich mal so darüber nachdenke das es hier bei dem Krankenhaus um die Ecke auch eine Abteilung "Nuklearmedizin" gibt, darüber habe ich noch nie nachgedacht.


Aber mal ne ganz unschuldige Frage. Hand aufs Herz, wenn ich dein Nachbargrundstück kaufen würde und dort ein Atomkraftwerk hinbauen. Würdest du nicht alles tun um das zu verhindern eben weil du nicht neben einem Atomkraftwerk wohnen willst?

Dazu kommt noch eine andere Sache und jetzt berichtige mich bitte wenn ich mich irre denn das hier ist wirklich nur Kraft meiner Halbbildung.
Jedes Land das ein Atomkraftwerk hat, hat damit auch die Möglichkeit Uran-Munition herzustellen und Atombomben zu bauen. Ist es also nicht viel gefährlicher wenn meinethalben der Sudan ein Atomkraftwerk hat anstatt eines Solarkraftwerkes?
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;

Benutzeravatar
Dhe
Verschwörungsfreak
Verschwörungsfreak
Beiträge: 1437
Registriert: 16.11.2005 - 17:57

29.03.2011 - 00:43

alarich hat geschrieben:Aber mal ne ganz unschuldige Frage. Hand aufs Herz, wenn ich dein Nachbargrundstück kaufen würde und dort ein Atomkraftwerk hinbauen. Würdest du nicht alles tun um das zu verhindern eben weil du nicht neben einem Atomkraftwerk wohnen willst?
Begeistert wäre ich sicherlich nicht, aber ich würde auch nicht an die Decke springen. Ich betrachte es von der Seite: Wenn ich neben einem Kohlekraftwerk wohne, oder neben einem Atomkraftwerk, dann ist die Gefahr durch beide in den nächsten 50 Jahren zu Schaden zu kommen schlimmstenfalls gleich groß. Schon klar, daß du jetzt auf das Windrad oder die Geothermalanlage verweisen könntest, aber wie gesagt...ich glaube nicht dran.

Davon ab. Ich wohne neben einer Atomanlage. Luftlinie etwa 10km. Der kann zwar nicht schmelzen, aber in diesen unsicheren Zeiten in denen der Terror eine stets gegebene Gefahr für Leib, Leben und Grundrechte ist...

Stört mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich.
Jedes Land das ein Atomkraftwerk hat, hat damit auch die Möglichkeit Uran-Munition herzustellen und Atombomben zu bauen. Ist es also nicht viel gefährlicher wenn meinethalben der Sudan ein Atomkraftwerk hat anstatt eines Solarkraftwerkes?
Im Prinzip ja, aber nicht jeder Reaktor produziert waffenfähiges Uran bzw. Plutonium. Und außerdem - zynisch wie ich nunmal bin - befürworte ich den Besitz von Atomwaffen. Warum sollte man das dem Sudan verbieten?

Benutzeravatar
alarich
Alien-Commander
Alien-Commander
Beiträge: 2448
Registriert: 16.06.2006 - 01:26

29.03.2011 - 18:55

ch wohne neben einer Atomanlage. Luftlinie etwa 10km.
Ihr Berliner seid sowieso ein bissel verstrahlt im Hirn, da macht das ja keinen Unterschied mehr.
Im Prinzip ja, aber nicht jeder Reaktor produziert waffenfähiges Uran bzw. Plutonium. Und außerdem - zynisch wie ich nunmal bin - befürworte ich den Besitz von Atomwaffen. Warum sollte man das dem Sudan verbieten?
Weil der Sudan niemals das Overkill-Niveau erreichen würde wie meinethalben die USA. Folglich wären sie eher bereit sie einzusetzen, gerade in so einer unsicheren Gegend wie Afrika.
Und selbst wenn sie keine Atombomben haben, alleine ein Kernkraftwerk wäre doch im Krieg ein attraktives Angriffsziel und schon haben wir die nächste, nukleare Katastrophe.
: &#1492;' &#1512;&#1506;&#1497; &#1500;&#1488; &#1488;&#1495;&#1505;&#1512;

&#1493;&#1488;&#1501; &#1500;&#1488; &#1506;&#1499;&#1513;&#1493; &#1488;&#1497;&#1502;&#1514;&#1497;



  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Umweltkatastrophen & Naturkatastrophen“