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Der Mensch entwickelt sich weiter

Verfasst: 28.03.2009 - 21:15
von sliver
Hi

Die Menschheit ist noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt, glauben amerikanische Forscher. Sie haben mehrere Gene entdeckt, die erst seit verblüffend kurzer Zeit ihre heutige Form haben - und bringen diese mit kulturellen Entwicklungen in Zusammenhang.

Nu 2 verschiedene Gene, Mikrozephalin und ASPM. Beide hängen mit der Größe des Gehirns zusammen, wurden kürzlich erst untersucht.
Alsö in den Proben unterschiedlicher Ethnien z.B. fand man eine Reihe v. Variationen dieser Gene. Was darauf schliesen lässt das es keine Zufallsmutationen sind sondern natürliche Evolution.

Die erste Variation von Mikrozephalin trat v. ca 37000 Jahren das erste mal auf. Zur gleichen Zeit hätten sich etwa Kunst, Musik und die Herstellung von Werkzeugen verstärkt entwickelt.
Vor 5800 Jahren gab es dann ein "Backup" für ASPM, genau zu jener Zeit der ersten Städtegründungen und beginn des Ackerbaus.

So wie es aussieht scheint sich die Menscheit noch weiterzuentwickeln...wenigstens geistig? o_O

Dennoch :
Es sei "völlig unbewiesenes und potentiell gefährliches Terrain", das da mit "lückenhaften Daten" betreten werde, sagte etwa Francis Collins vom National Human Genome Research Institute der USA gegenüber dem Onlinedienst der Zeitschrift "Nature".
Quelle:Spiegel

lg sliver

Verfasst: 28.03.2009 - 21:48
von Taurhin
nicht nur geistig,
unser Körper ist noch nicht auf den aufrechten Gang optimiert, und den Blinddarm nicht vergessen der ist ja eigentlich dazu da das wir die Säuren für rohes Fleisch verdauen können und, seit wir keine rohes Fleisch mehr essen verkümmert er.

Verfasst: 28.03.2009 - 21:59
von Thorismund
Naja das Gehirn wird auch Größer

wenn man Menschen auf 10 neue Planeten Umsideln würden weren sie wahrscheinlich auch in 1Mil Jahren totall Verschieden

Evo hört ja nicht auf , sonnder entwicklet sich immer weiter

Rabenvögel werden immer mehr zu Jägern
und werden die Habichtlücke mal Füllen .
weil die sind auf neuster technik nicht mehr üblegen
wie oft Klatschen sie auf einen Zug oder Fahrzeug weil sie die nicht Registrien können

Verfasst: 28.03.2009 - 23:18
von Dhe
Das ist ein bißchen weit hergeholt, weil die bis heute (4 Jahre später) nicht wissen, welche Wirkung die von ihnen gefunden Variationen in den entsprechenden Genen wirklich haben.

Übrigens ist das mit den 37000 Jahren witzig. Lahn sagt, daß er es nicht genau datieren kann, und daß "die Variante des Mikrozephalin-Gens irgendwann im Zeitraum von vor 60.000 Jahren bis vor 14.000 Jahren entstanden sein könnte. Bei ASPM liegt das Unsicherheitsintervall zwischen "vor 500 Jahren" und "vor 14.000 Jahren".

Selbst wenn seine Zeitangaben stimmen würden, so wüßte ich gerne woher er die Idee nimmt, daß es vor 37000 Jahren tatsächlich zu einem vermehrten Aufkommen von Kunst und Werkzeugbenutzung kam, und ob er eine Korrelation zwischen den von ihm beobachteten Veränderungen und den Stämmen in denen (angeblich) verstärkt Werkzeuge benutzt wurden herstellen kann. Ich wage zu zweifeln.
Die Erwähnung von Musik ist in dem Zusammenhang übrigens der Witz schlechthin. Die ältesten gefundenen Instrumente sind zwar in der Tat etwa 35000 Jahre alt, aber Menschen haben vermutlich schon lange (lange, lange, lange, lange) vorher Musik gemacht.

Ähnlich verhält es sich mit dem ASPM-Ding.

Gerade weil ich in letzter Zeit ein mir selbst relativ suspektes Interesse für (allerfrühste) Frühgeschichte entwickelt habe, würde ich zwar gern mal mehr davon lesen, was der Lahn sich so ausgedacht hat, bis dahin halte ich es aber für einen Schnellschuß um mal in "Science" veröffentlichen zu dürfen. Undgefähr so, als wie wenn ich eine Biene an meiner Wohnzimmerwand sehe und ich daraus schließe, daß in der Küche ein Nest sein muß.

Ansonsten glaube ich, daß die rein biologisch "motivierte" Evolution des Menschen abgeschlossen ist. Und das seit nunmehr etwa (großzügig) 100000 Jahren.

Verfasst: 29.03.2009 - 14:17
von Taurhin
Dhe hat geschrieben: Ansonsten glaube ich, daß die rein biologisch "motivierte" Evolution des Menschen abgeschlossen ist. Und das seit nunmehr etwa (großzügig) 100000 Jahren.
da bin ich andere Ansicht
Auch viele unsere Erkrankungen, von Rückenschmerzen über Leistenbruch und Gebärmuttervorfall bis zur Anfälligkeit für Nebenhölenenzündung, sind unmittelbare Folgen der Tatsache, das wir heute Aufrecht gehen, während die Form unseres Körpers sich über Hundert von Jahrmillionen hinweg für den Gang auf allen vieren entwickelt hat.
Quelle: Das Buch "Der Gotteswahn" S.188

daher glaub ich das wir uns noch ein wenig weiter entwickeln weden.

Verfasst: 29.03.2009 - 15:59
von sliver
Hi

Tja sehr spannend, gefällt mir. So wegen der "Evo" hier noch eine Theorie .

Ohne jetzt rassistisch zu klingen, aber könnte die Veränderung nicht auch bei Haaren, Augen und Hautfarbe noch weitergehen?
Und erst die Gentechnik überlegt mal vielleicht kann man ja in Zukunft seinen eigenen Körper umstylen.

lg sliver

Verfasst: 29.03.2009 - 16:05
von Dhe
Dawkins hat geschrieben:Auch viele unsere Erkrankungen, von Rückenschmerzen über Leistenbruch und Gebärmuttervorfall bis zur Anfälligkeit für Nebenhölenenzündung, sind unmittelbare Folgen der Tatsache, das wir heute Aufrecht gehen, während die Form unseres Körpers sich über Hundert von Jahrmillionen hinweg für den Gang auf allen vieren entwickelt hat.
Schon, aber die genannten Erkrankungen sind medizinisch (also "kulturell") relativ gut behandelbar, sodaß sich daraus kein Selektionsdruck ergibt.

Verfasst: 29.03.2009 - 21:35
von Thorismund
Nur ist die frage was schneller wird die neue Evo was da heraus kommt
oder gen am Mensch verändert wirt

Da wird der Mensch schneller an seine genne Verändert als über Evolation

Verfasst: 31.03.2009 - 18:28
von Michelangelo
Was uns eher nachdenklich stimmen sollte ist doch eher die Tatsache, dass die Evolution in der Technik schneller voranschreitet, als unsere eigene.
In 100 Jahren wird der Mensch noch der gleiche sein.
Aber der Roboter, dem er dient, nicht mehr. :twisted:

Verfasst: 13.02.2011 - 05:21
von kleine300182
Ich hatte einen Traum. Ich sehe mich in 30 Jahren. Ich wanderte durch ein finsteres Tal. Die Welt wie sie einst gewesen, erkenne ich nicht mehr. Es lässt mich schaudern, doch irgendwo ganz tief in mir steigt ein gefühl der wohlingen Wärme auf, ein Gefühl vollster Zufriedenheit. Ich sehe Menschen, Menschen jeglichen Alters die krampfhaft versuchen Sternenfömige Holzklötze in kreisförmige Öffnungen zu schieben. was ist aus den Menschen geworden?

Sie sind schlicht und einfach verdummt. Geblendet von irgendwelchen Idealen. gesteuert von Hass, Mißgunst, Gier, Neid. Ohja ich erinnere mich. vor 30 Jahren saß ich vor einem Schachspiel. Es war ein Spiel jenseits den Guten und jenseits des Bösen. Menschen kämpften gegeneinander, gegen ihre Dämonen, die sie zu foltern drohten. Dämonen Namens Anerkennung, Tolleranz, Hilfsbereitschaft. Die Wohlige Wärme des Willkommens sein brannte in dem Menschen wie Fegefeuer.

Sie erschufen sich eine neue Welt geleitet von Macht. doch was ist Macht? Es ist ein phänomen das sich kein Mensch wagt zu hinterfragen. Sie schmücken sich mit fremden Federn, versteckten sich hinter dem was sie einst fürchteten.

Doch war das der Plan? Nein wahrhaftig nicht. Schon bald erhielten die Mächtigsten Dämonen Einzug. Einst nannte man sie liebevoll Personal Computer, Xbox360, Roboter-Diener, Vereinfachung zur bewältigung schwerer für Menschen ünlösbarer Aufgaben in der Industrie. Doch heute seht es euch an. Ich schaue wieder auf die Menschen nieder, die nun daran scheitern den Stern wenigstens in die quadratische Öffnung zu bekommen....


Sie entwickeln sich weiter? Nein sie entwickeln sich zurück.



-c- by kleine

Verfasst: 15.02.2011 - 00:23
von alphanostrum
Die Menschheit, jedenfalls die der westlichen Welt, hat sich von Darwin verabschiedet. Hier bei uns gibt es keinen natürlichen selektiven Druck mehr. Selbst der schwächste kann überleben und sich fortpflanzen. Das die Evolution, biologisch gesehen beendet sein könnte, glaube ich nicht. Da Evolution per Definition kein Ziel verfolgt, trägt auch die Tatsache, das die "Schwachen" überleben können zu einer Fortsetzung der Evolution unserer Spezies bei. Das die Menschen sich körperlich kaum oder fast gar nicht verändern, bedeutet nicht, dass die Evolution still steht. Stellt mal 10 Männer und Frauen von 20000 v Chr. neben 10 Männer und Frauen von Heute. Ich glaube eine Zuordnung würde über durchlichlich vielen gelingen. Für den heutigen Menschen ist es eben weniger wichtig biologisch zu evolutionieren. Die Anpassung die früher durch natürliche Selektion geschah, nehmen wir heute selbst durch Technologie in die Hand. Wir mussten nicht warten bis die Natur uns Flügel zum Fliegen gab, wir erfanden Flugzeuge. Ich würde meine Fazit so formulieren:
Die biologische Evolution findet nun mehrheitlich durch kognitive Anpassung statt.

Der Evolutionsbiologe Wedekind hat mal gesagt: Die Evolution ist erst dann beendet wenn die Menschheit ausgestorben ist.

Verfasst: 15.02.2011 - 04:02
von Dhe
Das die Evolution, biologisch gesehen beendet sein könnte, glaube ich nicht.
Nenne eine biologische Veränderung in den letzten 10000 Jahren, die nicht auf kulturelle Veränderungen zurückzuführen sind.
Stellt mal 10 Männer und Frauen von 20000 v Chr. neben 10 Männer und Frauen von Heute.Ich glaube eine Zuordnung würde über durchlichlich vielen gelingen
Wenn man beide Gruppen aus der gleichen geographischen Region kommen, gewaschen werden, den gleichen Haarschnitt erhalten und beide nackig sind, wird die Zuordnung nicht mehr Leuten gelingen als 50%. Mit anderen Worten: Zufall.

Schon klar, dass du auf Körpergröße usw. raus willst. Das ist aber nur ein Nebenprodukt der verbesserten Ernährung.

Verfasst: 15.02.2011 - 14:03
von alphanostrum
Die Kognition ist ein Produkt der Evolution und folglich kannst du auch die Kultur nicht aus der biologischen Evolution raus-trennen. Kultur fügt der Evolution eben ein neues Element hinzu, halt die Technik, Kunst u.s.w.). Sie sind eine unmittelbare Folge der Evolution. Wenn das nicht so wäre müsste unsere Kognition eine andere Ursache haben als die Evolution.

Michael Tomasell, der sich am Max- Planck-Institut mit evolutionärer Anthropologie beschäftigt, hat da ein nettes Buch geschrieben. "Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens". Hier geht es um die Evolution der Kognition als Folge biologischer Veränderungen.

Kultur und Evolution verlaufen bi-direktional. Das ist das "Neue" in der Evolution. Erfindungen und Technik wirken biologisch auf unsere Organismen zurück.

So wirst du in der westlichen Welt kaum Menschen finden, die es mit der Kondition afrikanischer Buschmänner aufnehmen könnten. Das ist eine unmittelbare Folge der unserer kulturellen Entwicklung, die aber letztlich auf Kognition beruht, welche ja biologisch bedingt ist. Vielleicht ist dieses Beispiel nicht das beste, aber mir fällt gerade kein besseres ein :-).
Wenn man beide Gruppen aus der gleichen geographischen Region kommen, gewaschen werden, den gleichen Haarschnitt erhalten und beide nackig sind, wird die Zuordnung nicht mehr Leuten gelingen als 50%. Mit anderen Worten: Zufall.
Also wir sprechen hier von über 20 000 Jahren. Da sind die Menschen insgesamt schon etwas filigraner geworden.

Verfasst: 15.02.2011 - 22:30
von Dhe
alphanostrum hat geschrieben:Die Kognition ist ein Produkt der Evolution und folglich kannst du auch die Kultur nicht aus der biologischen Evolution raus-trennen.
Kultur hat mit Evolution nichts zu tun. Evolution beschreibt einen Prozess biologischer Veränderungen.

Wenn Kultur ein Ergebnis der Evolution wäre, müßte die Chance, daß in den 3,5 Milliarden Jahren seit denen Leben auf diesem Planeten exisiert, höher sein, daß auch andere Arten Kultur entwickeln. Tatsächlich ist aber nur eine Art bekannt.
Erfindungen und Technik wirken biologisch auf unsere Organismen zurück.
Wenn du mir zu erklären versuchst, daß künstliche Hüftgelenke und Dreifelderwirtschaft die Lebenserwartung von Menschen erhöhen...von mir aus.

Wenn du das dann als Bestandteil der Evolution definieren willst, ist das aber relativ sinnfrei, weil es nur für eine Art gilt.

Für sämtliche anderen Arten die existieren (und jemals existiert haben) ist das vollig konsequenzfrei, weshalb es in meinen Augen mehr Sinn macht davon zu sprechen, daß die kulturelle Evolution die biologische Evolution beim Menschen abgelöst hat.

Wenn ich mich mal wieder selbst zitieren darf:
  • Ansonsten glaube ich, daß die rein biologisch "motivierte" Evolution des Menschen abgeschlossen ist. Und das seit nunmehr etwa (großzügig) 100000 Jahren.
So wirst du in der westlichen Welt kaum Menschen finden, die es mit der Kondition afrikanischer Buschmänner aufnehmen könnten. Das ist eine unmittelbare Folge der unserer kulturellen Entwicklung, die aber letztlich auf Kognition beruht, welche ja biologisch bedingt ist.
Das heißt der Buschmann ist zwar ein bißchen blöde - immerhin hat seine Kognition ja keine industrielle Kultur hervor gebracht - kann aber immerhin schnell rennen, richtig?

Verfasst: 15.02.2011 - 22:54
von XBZATU
alphanostrum hat geschrieben: So wirst du in der westlichen Welt kaum Menschen finden, die es mit der Kondition afrikanischer Buschmänner aufnehmen könnten. Das ist eine unmittelbare Folge der unserer kulturellen Entwicklung, die aber letztlich auf Kognition beruht, welche ja biologisch bedingt ist. Vielleicht ist dieses Beispiel nicht das beste, aber mir fällt gerade kein besseres ein :-).
Kulturelle Entwicklung? Bitte, was?

Die Körper der Menschen, die aus Kenia und Umgebung stammen, sind in der Tat überdurchschnittlich belastbar. Sicherlich nicht alle, aber das Vorurteil besteht nicht umsonst. Der Grund dafür hat aber nichts mit ihrer Kultur zu tun, das hat biologische Hintergründe. Deren Körper arbeiten ökonomischer. Vor wenigen Wochen oder Monaten gab es erneut eine intensive Untersuchung dieses Phänomens, bei der sich wohl so ähnlich bestätigt hat. Ich weiß aber auch ehrlich gesagt nicht, ob ich dich in deiner Aussage richtig verstehen kann.

Verfasst: 18.02.2011 - 23:05
von alphanostrum
Ich glaube, früher, vor einigen Jahrtausenden hatten wir auch in unseren Breitengraden eine bessere körperliche Fitness. Da sich hier aber der technische Fortschritt anders entwickelte als bei den Buschmännern, ist es nicht mehr erforderlich, dass wir so eine gute Ausdauer haben. Wir brauchen nicht dem Wild stundenlang hinterher zu rennen. Wir knallen es einfach ab. Schusswaffen waren so ein kultureller Fortschritt, durch den wir nach und nach unsere körperliche Leistungsfähigkeit verloren.
Die Kognition ist ein Produkt der Evolution und folglich kannst du auch die Kultur nicht aus der biologischen Evolution raus-trennen.
Das unterschreibe ich immer noch!

Frage: Ist die Fähigkeit sprechen zu können biologisch bedingt?

Nun, ich behaupte, Kommunikation ist der Baustein unserer Kultur.