Nachwachsende Gliedmaßen

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Nachwachsende Gliedmaßen

04.09.2008 - 12:27

Schwanzlurch-DNA soll Rätsel um nachwachsende Gliedmaßen lösen helfen

Auf seine eigene Art ist der Axolotl, ein mexikanischer Vertreter aus der Familie der Schwanzlurche, ein mächtiges Tier: Schneidet man ihm eines seiner Beine ab, wächst der Kiemen-Kreatur in relativ kurzer Zeit ein neues. Ähnliches gilt für die inneren Organe: Wird ein Teil des Herzens zerstört, entsteht ein frisches. Selbst beim Gehirn zeigt das Tier erstaunliche Regenerationskräfte: Wird eine Hälfte des Nervengewebes entnommen, ist es nach sechs Monaten wieder vollständig. "Man kann eigentlich fast alles mit dem Axolotl anstellen, was ihn nicht sofort umbringt. Er regeneriert sich jedes Mal", sagt Gerald Pao, Postdoc am Salk-Institut für biologische Studien im kalifornischen La Jolla, der die Tierart untersucht.

Weiter geht's hier: heise.de


Darüber hat man sich schon vor Jahrzehnten Gedanken gemacht. Wenn das klappt, wäre das ein wunderbarer Ansatz, um das Problem bezüglich amputierter Gliedmaßen ein für alle mal zu lösen. Zudem werden ja sogar Organe wie bspw. das Herz regeneriert... das wäre schon ziemlich genial.
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Araex
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04.09.2008 - 23:12

Und 50 Jahre nach der grossflächigen Markteinführung stellt man fest, dass plötzlich alle Leute 120 Jahre alt werden während die Altersvorsorge schon damals im Jahre 2008 rote Zahlen geschrieben hat und die Nahrungsversorgung irgendwie auch nicht besser wird wenns mehr Menschen gibt.

Grundsätzlich toll, hat aber einen riesen Affenschwanz - der sicherlich auch wächst...

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04.09.2008 - 23:34

Tut er ja bereits - zu dem Thema gibt es ja einiges zu berichten. Allerdings hielte ich eine für alle verfügbare Unsterblichkeit für eine hervorragende Sache - auf einmal macht es keinen Sinn mehr, sich taub zu stellen, wenn eine Sache erst in tausend Jahren eine negative Wirkung aufzeigt. Aber vermutlich bin ich zu optimistisch und wir würden uns bloß alle gegenseitig plätten ^^
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Araex
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05.09.2008 - 01:28

Moredread hat geschrieben:Tut er ja bereits - zu dem Thema gibt es ja einiges zu berichten. Allerdings hielte ich eine für alle verfügbare Unsterblichkeit für eine hervorragende Sache - auf einmal macht es keinen Sinn mehr, sich taub zu stellen, wenn eine Sache erst in tausend Jahren eine negative Wirkung aufzeigt.
Und all die neuen Menschen die trotzdem kommen stapeln wir dann übereinander? Bauen wir die Welt Etagenweise aus?

Mal von der Überbevölkerung abgesehen glaub ich, dass eine bewusste Unsterblichkeit fatale Folgen auf die Psyche eines Menschen hätte. In deinem bisherigen Leben hast du sehr vieles nur deshalb gemacht, weil du später keine Zeit mehr hast. Schule, Ausbildung, Arbeiten... Alles nur für die Zukunft. Wenn nun die Zukunft ohnehin endlos und gesichert ist, gibt es auch keinen Grund mehr all das zu tun.

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12.09.2008 - 14:21

Araex hat geschrieben:Und all die neuen Menschen die trotzdem kommen stapeln wir dann übereinander? Bauen wir die Welt Etagenweise aus?
Nein, wir führen eine strenge Geburtenregelung ein. Zudem bedeutet "man stirbt nicht an Krankheit oder Alter" nicht automatisch faktische Unsterblichkeit - die Leute sterben halt bei Unfällen.

Araex hat geschrieben:Mal von der Überbevölkerung abgesehen glaub ich, dass eine bewusste Unsterblichkeit fatale Folgen auf die Psyche eines Menschen hätte. In deinem bisherigen Leben hast du sehr vieles nur deshalb gemacht, weil du später keine Zeit mehr hast. Schule, Ausbildung, Arbeiten... Alles nur für die Zukunft. Wenn nun die Zukunft ohnehin endlos und gesichert ist, gibt es auch keinen Grund mehr all das zu tun.
Im Gegenteil, Deine Zukunft ist von da an ungesichert. Du kannst ungefähr abschätzen, wie drastisch die Veränderungen sind, die auf Dich zukommen. Die Gefahr, durch den Einschlag eines großen Meteoriten zu sterben beträgt für eine einzelne Person praktisch Null. Muss ich aber jetzt mit einer Lebensdauer von ein paar tausend Jahren rechnen, sieht das ganze gleich ganz anders aus - in direkter Folge würden viele Leute darauf drängen, die Forschungen zum Thema Meteoritenabwehr stärker voran zu treiben. Oder globale Erwärmung: Wen juckt es denn heute, wenn es heisst, in 200 Jahren haben wir ein Problem? Eben, niemanden... und genau das würde sich ändern.
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Araex
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12.09.2008 - 15:45

Moredread hat geschrieben: Zudem bedeutet "man stirbt nicht an Krankheit oder Alter" nicht automatisch faktische Unsterblichkeit - die Leute sterben halt bei Unfällen.
Achso, also nicht wie Highlander?...
Im Gegenteil, Deine Zukunft ist von da an ungesichert.
Das ist jetzt eine Sache der Definition von Unsterblichkeit... Aber auch wenn wir deine nehmen, dass frag ich mich trotzdem: Wieso sollte es etwas ändern? Mir leuchtet dein Gedankenweg nicht ganz ein...

Es interessiert heute niemanden was in einem Jahr ist - ist jedem egal. "Abwarten und Tee trinken", ne? Man lebt im Jetzt. Wieso sollte man bei einer Lebenserwartung von sagen wir 1000 Jahren plötzlich interesse daran haben, was morgen ist? Die Einflüsse sind nicht grösser.

Nehmen wir doch das Beispiel Autounfall. Nach dir wäre dies ein Weg zu sterben trotz der Unsterblichkeit. Heute kann man daran ebenfalls sterben. Allerdings ist es nicht so, dass deswegen ein riesen Tamtam gemacht wird. Es wird zwar geforscht und auch stetig daran gearbeitet - genauso wie an der Meteroitenabwehr. Aber nur weil wir länger leben gewinnt das Leben für den Einzelnen nicht an Wert.

Ebenso glaube ich nicht, dass sich ein langfristigeres Denken einstellt nur weil wir länger leben. Viele Menschen versauen sich heutzutage das Leben in dem sie imense Kredite aufnehmen und sich einfach sagen "Ja mal gucken, in 2 Jahren hab ich das Geld schon irgendwie".

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alarich
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14.09.2008 - 14:12

Nein, wir führen eine strenge Geburtenregelung ein. Zudem bedeutet "man stirbt nicht an Krankheit oder Alter" nicht automatisch faktische Unsterblichkeit - die Leute sterben halt bei Unfällen.
Wie sieht denn eine "strenge Geburtenregelung" aus? Wie in China mit der 1-Kind Familie, wo Familien mit mehr Kindern praktisch ihre Sachen packen können? Oder werden Frauen nach dem 1. Kind sterilisiert? Oder wird Sex ohne Kondom quasi unter Todesstrafe gestellt?

Ich bin der ganzen Sache gegenüber skeptisch. Denn das Problem ist immer noch die geistige Vitalität. Meiner Meinung nach ist es schon jetzt so das wir eigentlich nicht konzipiert sind so lange zu leben wie wir derzeit tun. Deshalb kannst du auch die geistig fitten 90-jährigen mit der Lupe suchen. Und bei über 100-Jährigen ist das noch schlimmer.

Was bedeutet denn überhaupt klinische Unsterblichkeit? Es bedeutet das man einen der wichtigsten, von der Natur gegebenen Prozesse ausschaltet. Nämlich der Tod. Alles muss sterben damit neues Leben entstehen kann. Das ist für mich einfach ein Schritt zu weit.

Und wir haben die sozialen, von Araex bereits angesprochenen Folgen. Heute machst du mit 16-20 deinen Schulabschluß und versuchst spätenstens mit 26 ins Berufsleben einzusteigen (ausnahmen bestätigen die Regel)
Ganz einfach weil du weißt das du nur so ca. 40 Jahre Arbeitsfähig bist und bis dahin deine Schäfchen ins trockene bringen musst. Was wird das wenn wir ewig jung bleiben? Dann ist es doch egal ob du mit 18 oder erst mit 80 deinen Abschluß machst. Rente kriegst du ja sowieso nie.

Und schließlich und letztendlich wäre da noch der spirituelle Stolperstein. Niemand weiß was nach dem Tod mit uns passiert. Es ist das letzte, große Abenteuer, der letzte Weg. Wir alle müssen ihn gehen, früher oder später aber wir wissen nicht was es bedeutet tot zu sein. Deshalb versuchen wir ja auch ihm zu entkommen. Aber wenn es tatsächlich so etwas wie ein Leben nach dem Tod gibt oder ähnliches... was passiert wenn kein Nachschub an Seelen kommt? Kannst du ganz sicher gehen das es keine Seele gibt? Das der Tod nicht vielleicht doch ein göttlicher Plan ist?

Tod bedeutet Leben, so war es immer und so ist es immer gewesen. Ich glaube das Unsterblichkeit unsere Welt ins Chaos stürzen würde, selbst ohne das religiöse Zeug.
: ה' רעי לא אחסר

ואם לא עכשו אימתי



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