Riesige Rohstoffvorkommen auf Titan

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Dhe
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Riesige Rohstoffvorkommen auf Titan

15.02.2008 - 19:39

Auf der Erde könnten Öl, Gas und vielleicht sogar Kohle bald knapp werden. Doch es gibt einen Ort im Sonnensystem, wo fast unbegrenzte Mengen dieser Energierohstoffe zu finden sind: den Saturnmond Titan. Nachdem die Raumsonde Cassini inzwischen ein Fünftel der Oberfläche des frostigen Mondes mit dem Radar abgetastet hat, präsentieren Forscher um Ralph Lorenz nun eine erste Inventur von Titans Kohlenwasserstoff-Vorkommen.

Auf den Cassini-Daten sind mehrere hundert Seen vor allem in der Nähe des Nordpols zu sehen. Mehrere Dutzend davon enthalten alleine mehr Kohlenwasserstoffe als die gesamten Öl- und Gasreserven der Erde, ergaben die Modellrechnungen der Forscher. Lorenz und Kollegen sind sicher, dass die Seen mehr als zehn Meter tief sind, da die Radarwellen sonst bis zum Boden vorgedrungen wären. "Titan ist nur so bedeckt von kohlenstoffhaltigem Material, er ist eine riesige Fabrik für organische Verbindungen", sagt Lorenz.

Quelle
Auch wenns nur einfache Kohlenstoffe sind...wirklich schade, daß es keine gescheite Möglichkeit gibt dort hinzukommen.

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alarich
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15.02.2008 - 19:53

Nun, das ist tatsächlich eine interessante Sache. Titans Vorräte scheinen das Potential zu haben eine Menge zur Lösung der Energiefrage beizutragen. Immerhin sind Kohlenstoffe Energieträger in Benzin und anderem.
Allerdings hast du es ja schon angesprochen. Das Problem ist das man dort nicht hin kommt. Um den Titan zu erreichen und die Vorräte auszubeuten, bedarf es einer großen Menge Energie.
Und wenn wir einen Weg finden um Energiequellen zu nutzen, mit dennen wir den Titan erreichen können, dann brauchen wir auch die dortigen Kohlenstoffe nicht mehr.
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Iud3x
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18.02.2008 - 19:30

alarich hat geschrieben:N
Und wenn wir einen Weg finden um Energiequellen zu nutzen, mit dennen wir den Titan erreichen können, dann brauchen wir auch die dortigen Kohlenstoffe nicht mehr.
Seh ich genau so.
Fast alle Menschen stolpern irgendwann einmal in ihrem Leben über die Wahrheit.
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(Winston Churchill)

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Uhura
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Nur anschauen, nicht anfassen :lol:

Genauso gut könnte da Gold und Diamanten liegen...
Das werden bestimmt nicht die letzten Rohstoffe gewesen sein, die die NASA in unserem Sonnensystem entdeckt.

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Dhe
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19.02.2008 - 18:07

Da soll massenhaft Ethan rumliegen. Einfach so, in Seen an der Oberfläche. Ich weiß, daß es Raketentriebwerke gibt, die Ethan als Treibstoff benutzen. Wenn man dorten jetzt noch einen gescheiten Oxidator finden würde, könnte man sich fast eine Sonde oder ein Raumschiff zusammenbasteln, daß dorten hin und wieder zurück fliegen kann.

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Moredread
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Solche Rohstoffe ließen sich gut mit Raketen abbauen, die nach dem Hofmann-Prinzip funktionieren. In dem Falle müsste man lediglich eine einzige Rakete losschicken. Diese repliziert sich mithilfe der dort vorhandenen Rohstoffe selbst. Die Kopien fliegen dann mit fertig raffinierten Rohstoffen an Bord zurück zur Erde...

Allerdings würde ich Asteroidenmining vorziehen, das dürfte ertragreicher sein. Titan liegt immerhin in den Tiefen eines Schwerkraftschlundes. Den müsste jede Rakete erstmal überwinden, und das würde mehr Energie kosten als der Resttransport zur Erde. Demnach müsste beim Asteroidenmining eine wesentlich höhere Ausbeute zu erwarten sein.
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alarich
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20.02.2008 - 16:48

habe gerade mal gegoggelt, aber nix gefunden. kannst du mal dieses hofmann-prinzip näher erklären? Klingt für mich nämlich noch wie Zukunftsmusik, das sich eine Rakete selbst repliziert.
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22.02.2008 - 12:56

Das Prinzip als solches stammt, glaube ich, aus den 30'er Jahren des letzten Jahrhunderts. Natürlich existiert keine Rakete, die sich selbst repliziert - so etwas muss erst einmal gebaut werden. "Rakete" könnte auch etwas ungenau sein. Schätzungen über ein solches Gerät nehmen der Einfachheit halber eine Kugelform von mindestens 100 m , maximal 1 km Durchmesser an.

Die Hemmschwelle bei einem solchen Projekt sind natürlich die Einstandskosten. Wenn ich das Gesamtgewicht über den Daumen peile, die Transportkosten in den Erdorbit nehme, die Materialkosten etc. p.p. dann muss ich vermuten, das ein solches Projekt einen knapp zweistelligen Betrag im Billionen € Bereich verschlingen dürfte. Immerhin müsste an Bord des Schiffes ALLES sein, was es braucht. Wenn man dem Ding später noch Kram hinterherschicken muss, hat es seinen Zweck verfehlt.

Auf der anderen Seite sind das Peanuts - die geschätzte Wertschöpfung beim Asteroidenmining liegt nämlich im dreistelligen Billionen-Euro-Bereich. Und zwar pro Asteroid (dabei geht man natürlich von solchen aus, die ein paar Kilometer Durchmesser haben). Und da das Gerät sich selbst replizieren kann, wird ja nicht nur auf einem Asteroiden abgebaut sondern auf vielen.

Ich persönlich erwarte so etwas nicht in der nächsten Zeit. Zuerst einmal werden wir eine Basis auf dem Mond haben. Dort gibt es nämlich die perfekte Umgebung, um zu simulieren, wie man in aggressiven extraterrestrischen Umgebungen ein System am laufen hält. Insbesondere das Regolith und die kosmische Strahlung sind ein großes Problem (Computer mögen es gar nicht, wenn sie mit hochenergetischen Teilchen bombadiert werden).

Zudem sind die bereits erwähnten Einstandskosten ein Problem. Kein einzelner Staat der Welt (außer vielleicht Liechtenstein :D (kleiner Scherz)) dürfte über genug Geld verfügen. Von daher wäre so etwas ein Gemeinschaftsprojekt - und ehrlich gesagt bezweifle ich, das man genügend Staaten von einem so Risikoreichen Projekt überzeugen kann.

Ich habe übrigens auch nix über das Hofmann Prinzip per Google gefunden. Möglicherweise ist der Name anders - ich google mich mal rund, ich habe schon in zig Büchern über die Idee gelesen, wird schon irgendwo zu finden sein.

ciao

JM
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28.02.2008 - 20:36

http://de.wikipedia.org/wiki/Von-Neumann-Sonde

http://en.wikipedia.org/wiki/Self-repli ... spacecraft

Das Prinzip fand übrigens auch im uralten Spiel StarControl II (bzw. UrQuaan Masters) seine Anwendung. Da trat exakt das unten beschriebene "grey goo" - Szenario ein.



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