Sensationsfund

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Sensationsfund

10.07.2008 - 20:31


  • Sensationsfund: Wasser auf dem Mond

    • Bild
      Wasserhaltige Glasperlen vom Mond | Copyright: NASA

      Providence/ USA - Wissenschaftler der "Brown University" haben
      in vulkanischen Proben, die 1971 von der Apollo 15-Mission vom
      Mond zur Erde gebracht wurde, kleinste Mengen von Wasser
      nachgewiesen. Die Forscher glauben nun, dass im Innern des
      Erdtrabanten noch sehr viel mehr zu finden ist.



      _________________________________________________WEITER >
    _____________________________________________________
    Wenn ich mir dazu so die Kommentare durchlese, kommt es mir vor,
    als hätten sie nur bis zum ersten (oder gerade noch den zweiten) Ab-
    satz gelesen.
Bild

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alarich
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10.07.2008 - 21:38

Nun, das ist für mich gar keine so große Überraschung. Nach der derzeit gängisten Theorie ist der Mond ja ein Überbleibsel einer Kollision mit dem Planeten Selene ist. Dabei wurden Teile von beiden Planeten abgesprengt und in die Umlaufbahn geschleudert. Diese verdichteten sich schließlich zum Erdenmond.
Und da es auf der Erde auch Wasser gibt, ist es also doch wahrscheinlich das auf einen Objekt welches zum Teil aus der Erde besteht, auch Wasser gibt.
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Dhe
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10.07.2008 - 22:39

Und da es auf der Erde auch Wasser gibt, ist es also doch wahrscheinlich das auf einen Objekt welches zum Teil aus der Erde besteht, auch Wasser gibt.
Prinzipiell wäre das plausibel, würde aber bedeuten, daß das Wasser auf der Erde von ihr selbst stammen müßte. Das ist zwar denkbar, aber so richtig sicher ist man sich noch nicht, zumal Mars, der im Großen und Ganzen erdähnlich ist, offenbar nicht so wirklich feucht ist.

Daß die Wissenschaftler das Ergebnis so interpretiert haben, als daß noch mehr Wasser im Mondinneren rumliegt, zeigt aber zumindest, daß sie in ähnliche Richtungen denken wie du.

Zumindest in der Frage der Entstehung des Mondes, die gar nicht so geklärt ist, wie es den Anschein hat, würde diese Interpretation des Fundes die These einer Entstehung durch Kollision auf den ersten Blick stützen.

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alarich
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10.07.2008 - 23:24

Natürlich ist das nicht bewiesen, aber die derzeit wahrscheinlichste Theorie. Ich will auch keinesfalls sagen das ich die Wahrheit gepachtet habe, aber das Problem ist halt das du bei der Enstehung des Universums immer spekulieren musst.
Die Sache mit der Herkunft des Wassers aus dem Weltall finde ich aber interessant. Kannst du das mal genau erklären, wie das abgelaufen sein soll? Also war da ein kleiner Asteroid voll Wasser der die Erde getroffen hat und sich dann am Ende zur beherrschenden Masse hier entwickelt hat?
Ich muss zugeben das ich davon noch nicht richtig was gehört habe.
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11.07.2008 - 00:54

alarich hat geschrieben:Die Sache mit der Herkunft des Wassers aus dem Weltall finde ich aber interessant. Kannst du das mal genau erklären, wie das abgelaufen sein soll?
Das Wasser auf der Erde stammt definitiv aus zwei Quellen. Zum einen Teil gaste es aus Magma während der Erdentstehung aus und zum anderen Teil stammt es aus Asteroiden (bzw. genauer Meteoriten).
Die entscheidende Frage ist dabei, welche Quelle den Löwenanteil geleistet hat.

Manche Wissenschaftler gehen davon aus, daß die Planetensimale aus denen sich (auch) die Erde entwickelt hat, bei der Entstehung des Planetensystems genug Oberfläche hatten, um genug Wasser aus der Urgaswolke "aufzusaugen" und später dann im Erdinneren wieder freizusetzen. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, da man einerseits weiß, daß sowohl Wasserstoff und Sauerstoff im Universum nicht wirklich selten sind und also auch im Ursonnensystem wohl massenhaft und bestimmt auch verbunden vorlagen und andererseits bekannt ist, daß bei Vulkanausbrüchen tatsächlich Wasser bzw. Wasserdampf an der Oberfläche austritt.

Jetzt gibt es aber auch Wissenschaftler (ist übrigens die Mehrzahl), die auf zwei Umstände hinweisen: Erstens tritt bei Vulkanausbrüchen zwar Wasserdampf aus, aber es ist nich geklärt ob dieser wirklich aus dem Erdinneren stammt. Neuere Untersuchungen scheinen nahe zu legen, daß dieser viel eher aus dem Grundwasser gezogen wird, also praktisch nur aus der Erdoberfläche gequetscht.
Zweitens - und das ist der wesentlichere Einwand - weisen sie darauf hin, daß die Erde respektive die ursprünglichen Klümpchen, die später die Erde geformt haben, eigentlich zu nahe an der Sonne sind, als daß sich große Mengen von Wasserdampf in ihrer Nähe hätten halten können. Andernfalls müßten nämlich eigentlich zumindest Venus und Mars ähnliche Mengen Wasser enthalten wie die Erde. Tun sie aber nicht (ganz am Rande ist hier in entferntem Zusammenhang übrigens auch die Frage interessant, wo die Atmosphäre vom Mars eigentlich hin ist).

Obwohl diese Wissenschaftlergruppe also gar nicht abstreiten will, daß ein Teil des Wassers bestimmt aus dem Erdinneren stammt, gehen sie doch davon aus, daß der Großteil anderswoher kommt.
Dabei hat man hauptsächlich Meteoriten aus dem Asteroidengürtel im Verdacht. Von denen weiß man nämlich, daß sich ihr Gewicht (jedenfalls bei denen vom äußeren Rand) zu fast 10% aus eingeschlossenem Wasser zusammensetzt.

Ob das jetzt wenige große wasserhaltige Steinbrocken oder ein langanhaltendes Bombardement kleiner Steine war, weiß man allerdings nicht. Wahrscheinlich wird es wohl so gewesen sein, daß wir zum ganz normalen Steinregen, den auch Venus und Mars abbekommen haben, gelegentlich auch mal einen großen Klumpen dabei hatten, der den beiden einfach fehlt. Das würde zumindest erklären warum dorten Wasser nur in Spuren vorhanden ist, wenn überhaupt.

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Dhe hat geschrieben:ganz am Rande ist hier in entferntem Zusammenhang übrigens auch die Frage interessant, wo die Atmosphäre vom Mars eigentlich hin ist.
Das Wasser des Mars dürfte größtenteils den Weg der Atmosphäre des Mars gegangen sein. Der Mars hat kein ernsthaftes elektromagnetisches Feld, so wie die Erde. Ergo konnten hochenergetische Teilchen die Atmosphäre dort viel schneller fressen, als sie es bei der Erde tun (auch hier wird es irgendwann keine Atmosphäre mehr geben).
Ohne Atmosphäre aber - sprich, bei geringeren Druck - kocht Wasser schon viel früher als 100 Grad. Beim dortigen Druck dürfte bereits ein Sonnenstrahl reichen, um Wasser zum kochen zu bringen. Das Dampfförmige Wasser trifft auf ein hochenergetisches Teilchen und *puff* ist es weg. Atmosphäre und Wasser diffundieren in den Weltraum.

Wie gesagt, die selben Effekte gibt es auch hier, nur wirken sie dank des EM-Feldes nicht so stark.

Das mit den Wasserbrocken, die auf die Erde treffen, kann ich mir nicht vorstellen. Das müsste schon ein VERDAMMT großer Brocken sein. Das so etwas passiert dürfte außer Frage stehen, ich bezweifle aber, das die Menge an "Eisbergen", die auf die Erde trifft, wirklich etwas an der Menge des irdischen Wassers ändert. Ich weiß nicht mehr, wieviel Millionen Kubikkilometer Eis alleine am Südpol vorkommen, auf jeden Fall bräuchte es Millionen und Abermillionen 1 Kubikmeter-Meteoriten, um so viel Wasser zu uns zu bringen. Und jeder dieser Meteoriten hätte das Potential, unsere Zivilisation auszulöschen.

Wenn es also wirklich so gewesen ist, muss das irgend ein seltsamer Effekt sein, der nur in jungen Sonnensystemen zu beobachten ist, oder irgend ein kosmischer Zufall (eine Kollision mit einem losgelösten Mond wie Europa, bspw., bringt möglicherweise genug Wasser mit)
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11.07.2008 - 17:40

Gut, aber wenn man der Ansicht folgt (und es deutet ja tatsächlich einiges darauf hin, daß der Mars mal viel mehr Wasser hatte als heute), muß man auch fragen, warum auf der Venus, die sich aus den gleichen Planetensimalen gebildet hat und die über relativ hohen atmosphärischen Druck verfügt, Wasser bzw. Wasserdampf nur in verhältnismäßig kleinen Spuren vorkommt.

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Hm, möglicherweise, weil die durchschnittliche Oberflächentemperatur zwischen 436 und 496 ° C liegt? Dazu kassiert die Venus einen wesentlich heftigeren Sonnenwind als die Erde. Der ist so heftig, das die Venus einen Schweif hat, der vom Sonnenwind aus der Atmosphäre "gemeißelt" wird.
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13.07.2008 - 19:20

Moredread hat geschrieben:Hm, möglicherweise, weil die durchschnittliche Oberflächentemperatur zwischen 436 und 496 ° C liegt?
Das ja wurscht, deshalb hab ich auch von Wasserdampf gesprochen.
Der ist so heftig, das die Venus einen Schweif hat, der vom Sonnenwind aus der Atmosphäre "gemeißelt" wird.
Das war mir nicht bekannt. Der Abfluß von H/O-Ionen erscheint mir aber so betrachtet plausibel.

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Dhe hat geschrieben:Das ja wurscht, deshalb hab ich auch von Wasserdampf gesprochen.
Nicht ganz. Wenn das Wasser auf der Venus in gefrorener Form vor dem Sonnelicht geschützt vorliegen würde, dann müsste es noch da sein. Steine verdunsten ja auch nicht einfach so in den Weltraum. So immer nun der Siedepunkt von Wasser auf der Venus sein mag (ich habe keine Ahnung), bei den Temperaturen muss der Hauptteil des Wassers in der Atmosphäre vorhanden sein.

Wobei ich anmerken sollte, das ich hier bloß sage, was mir durch den Kopf schwebt und was plausibel klingt. Möglicherweise liege ich natürlich total falsch ^_^ wer weiß. Ich kenne da so ne Planetenspezialistin, die könnte ich ja vielleicht mal fragen ;-)
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